Helma will an 350 Häusern für Ferienpark festhalten

Investor informiert Sunderner Ratsmitglieder über Pläne für Ferienpark in Amecke

Wird der Ferienpark mit seinen 350 Häusern oberhalb des Sorpesees gebaut, würde sich das Ortsbild von Amecke in den kommenden Jahren deutlich verändern.
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Wird der Ferienpark mit seinen 350 Häusern oberhalb des Sorpesees gebaut, würde sich das Ortsbild von Amecke in den kommenden Jahren deutlich verändern.

Sundern/Amecke – Es ist das Thema, das seit vielen Jahren in der Stadt Sundern die höchsten Wellen schlägt: Der geplante Ferienpark am Sorpesee-Vorbecken in Amecke. Um diese Wogen zu glätten, hatte der Investor, die Helma AG, für Mittwochabend zu einer nichtöffentlichen Infoveranstaltung für Bürgermeister und sämtliche Mitglieder des Rates der Stadt eingeladen.

Die Geschäftsführung der Helma AG ließ sich bei dieser knapp zweistündigen Veranstaltung von Anwalt Ulf von Danckelmann und der Architektin Katja Steiger vom Büro staehr+partner architekten aus Berlin vertreten. Mit dem Ziel, mehr Licht ins Dunkel zu tragen und einen größeren Konsens mit Sunderns Verwaltung zu schaffen, wurden die Pläne den knapp 30 anwesenden Ratsmitgliedern bis ins kleinste Detail vorgestellt. Kein „Centerpark“, sondern offene Ferienhaussiedlung mit kleiner Rezeption: Nach Plänen der Helma AG sollen die 350 eingeschossigen, maximal 80 Quadratmeter großen Ferienhäuser mit begrünten Dächern sowie eigenem Auto-Stellplatz ausgestattet sein. 

Am Morgen nach der Veranstaltung äußerte sich Bürgermeister Ralph Brodel mit gemischten Gefühlen: „Es war sicher gut, dass viele Ratsmitglieder den Ausführungen des beauftragten Anwalts und der Architektin der Helma AG folgen konnten. Merkwürdig aber, dass kein direkter Vertreter den gewählten Stadtvertretern Rede und Antwort stand.“ 

Verärgert zeigte sich Brodel vor allem darüber, dass es für den Investor offensichtlich keine Verhandlungsbasis mehr gebe: „Die Botschaft von Herrn von Danckelmann war eindeutig. Es gibt nur einen Plan. Helma wird alles daransetzen, diesen Plan mit 350 Häusern umzusetzen. Herr Arnholm will bauen und nicht verhandeln. Diese Haltung habe ich immer vermutet. Daher bestätigt es mich in meiner Politik, erst einmal ebenfalls eine Position der Stärke aufzubauen, mit der Aussetzung des alten B-Plans.“

Kritik an Anzahl der Gebäude

Überwiegend positiv bewertet wurde von den Mitgliedern des Rates an diesem Abend die konzeptionelle Ausrichtung der Bauweise, nicht aber die Anzahl der Gebäude. „Der Ferienpark bietet wichtige Chancen für Sundern, die es zu nutzen gilt. Aber nicht um jeden Preis“: Auch für die SPD-Fraktion sei diese Zahl von 350, an der die Helma AG festhalten will, eine Nummer zu groß und nicht verträglich, obwohl die Partei klar zum Tourismusstandort Amecke stünde. So äußerte sich ihr Vorsitzender Michael Stechele weiter: „Wir erwarten eine abgestimmte Strategie, bei der alle Interessen berücksichtigt werden. Ich würde mich freuen, wenn die Helma AG in den Verhandlungsmodus umschalten würde und nicht nur laufend mit Forderungen ankommt.“ 

Auch die WISU-Fraktion stemmt sich nicht im Gesamten gegen eine Realisierung eines Parks, tritt aber vehement gegen diese Größenordnung ein und fordert ein Denken und Verhandeln im kleineren Maßstab. Kritisch sehen Sunderns Christdemokraten, dass der Ferienpark nur vermarktet würde, aber anschließend keine einheitliche Vermietung erfolge beziehungsweise vorgeschrieben sei: „Doch grundsätzlich positiv zu bewerten ist, dass miteinander gesprochen wird“, so Georg Te Pass, Bürgermeisterkandidat der CDU. Nunmehr bleibe abzuwarten, in wieweit doch noch Verhandlungsbereitschaft bestünde.

Verkehr bereitet Sorgen

Der FDP-Fraktion machen die zu erwartenden Probleme des zusätzlichen Verkehrsaufkommens und der Verkehrsführung die größten Sorgen. Ansonsten könne man sich in der Partei – unter bestimmten Bedingungen – eine Feriensiedlung dieser geplanten Art als festgelegtes Maximum durchaus vorstellen: „Da in den Plänen keine interne Gastronomie oder Einkaufsmöglichkeiten vorgesehen sind, kann das der Region deutliche wirtschaftliche Vorteile bringen. Ganz wichtig ist aber, dass an diesem jetzigen Bebauungsplan der Helma AG nach einer Umsetzung auch in weiterer Zukunft strikt festgehalten wird. Mehr geht nicht. Es darf nicht möglich sein und es muss eine Garantie dafür geben, dass in vier, fünf Jahren nicht plötzlich Pläne zur Erweiterung oder Aufstockung in den Raum geworfen werden,“ betonte die Parteivorsitzende der Freien Demokraten, Dorothee Thiele. 

Ganz anders dazu die Haltung der Bündnis-Grünen in Sundern, die den Bau eines Ferienparks in diesem Areal komplett ablehnen. „Wir fordern eine Rückwandlung zu einer land- und forstwirtschaftlichen Fläche. Lediglich beim Areal, das nur an das Vorbecken grenzt, könnte man über einen sehr kleine Siedlung nachdenken“, äußerte sich Grünen-Sprecher Klaus Bergfeld. 

Die Fraktion „Bürger für Sundern“ habe es begrüßt, dass die Helma AG ihre Pläne vorgestellte habe. Das weitere Verfahren würden die BfS kritisch begleiten und für Sundern die bestmögliche Lösung suchen, so Bürgermeisterkandidat Serhat Sarikaya. Bei aller berechtigten Kritik solle das durchaus vorhandene Entwicklungspotential für Amecke nicht unter die Räder geraten.

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