"Stat offener und transparenter gemacht"

SPD-Fraktion will bei Bürgermeisterwahl mit Ralph Brodel ins Rennen gehen

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Sundern – Die SPD-Fraktion hat sich für die Nominierung des amtierenden Bürgermeisters Ralph Brodel bei der Kommunalwahl ausgesprochen, teilt Fraktionsvorsitzender Michael Stechele in einer Pressemitteilung mit. Zuvor hatten sich bereits der Vorstand der AG60 plus und jüngst der SPD-Ortsverein Stockum für eine Kandidatur Brodels ausgesprochen.

Update, 14.36 Uhr: Unabhängig von den beiden jüngsten Pressemitteilungen aus SPD-Kreisen äußerte sich Serhat Sarikaya, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes, am Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung zu den Vorstößen, Brodels Kandidatur zu unterstützen: Ein Appell an den Stadtverband, eine Kandidatur von Ralph Brodel zu unterstützen, sei nicht nötig, sagt Sarikaya. 

„Schließlich hat er selbst verkündet, dass er aus dem Amt heraus kandieren möchte, so muss der SPD-Stadtverband Sundern auch keine Nominierung vornehmen, was in diesem seit nun mehr eineinhalb Jahren andauernden Streit innerhalb des SPD-Stadtverbands sehr gut ist und vielleicht für Ruhe sorgt, zumal unter anderem diese Nominierung ein Grund für den tiefen Riss im Stadtverband ist. Der SPD-Stadtverband Sundern wäre gut beraten, keine Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten beziehungsweise einer Bürgermeisterkandidatin vorzunehmen. Vielmehr sollte der SPD-Stadtverband daran arbeiten, ein gutes Ergebnis für die SPD bei den anstehenden Kommunalwahlen zu erzielen, trotz der schwierigen Ausgangslage.“

"Das ist inakzeptabel"

Sarikaya schließt seiner Erklärung direkt Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit der Ortsvereine an: „Als Vorsitzender der SPD Sundern bin ich hier aber auch erneut gezwungen, klarzustellen, dass es zu den Aufgaben des Stadtverbands gehört, über Kandidaturen für diverse Ämter und Posten zu beraten und zu beschließen, in Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen und nicht aufgrund des vermeintlichen Drucks Einzelner aus den Ortsvereinen, die seit Längerem die Spaltung des SPD-Stadtverbands Sundern vorantreiben. Selbstverständlich können die Ortsvereine, die Fraktion oder die Arbeitsgemeinschaften ihre Meinungen kundtun, gar keine Frage. Allerdings wäre es in dieser Situation für den SPD-Stadtverband Sundern das Beste, wenn nicht weiterer Schaden durch solche oder ähnliche Pressemitteilungen verursacht werden. Die Bitte beziehungsweise die Forderung auf der letzten Mitgliederversammlung unter Leitung des Unterbezirks war, dass keine Pressemitteilungen mehr vorgenommen werden, bis die Mitgliederversammlung am 29. Februar stattgefunden hat.“ 

Und weiter sagt er: „Dass der Vorstand der AG 60plus, die SPD Fraktion und einzelne Ortsvereine eigenmächtig und ohne Rücksprache mit dem Stadtverband sowohl dem Stadtverband, als auch den anderen Ortsvereinen und dieser entscheidenden Wahlversammlung vorweg greifen, ist inakzeptabel, gerade vor dem Hintergrund der Ereignisse im vergangenen Jahr.“ 

Zudem seien die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes berechtigt, an allen Zusammenkünften der Ortsvereine, Arbeitsgemeinschaften, Projektgruppen und Foren beratend teilzunehmen. „Leider geschieht dies nicht, weil seit geraumer Zeit keine Information oder gar Einladung an den Vorstand des Stadtverbands erfolgen. Aus Zeitungsartikeln erfahren wir dann über diverse Sitzungen und Beschlüsse.“ 

Lesen Sie hier unsere ursprüngliche Berichterstattung

Die SPD-Fraktion hatte in ihrer Pressemitteilung für Brodel folgendermaßen argumentiert: „Er hat es geschafft die Stadt offener und transparenter zu gestalten. Kein Bürgermeister vor ihm hat so intensiv den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt und der Presse gesucht“, heißt es zur Begründung. 

Aufgezählt wird in der Begründung dann: „Mittendrin und direkt erleben ihn regelmäßig viele Bürgerinnen und Bürger bei den Rundgängen durch die Stadtteile und die Dörfer, den Marktgesprächen, den Bürgersprechstunden, den Livetalks via Facebook. Über die monatlichen Pressegespräche wird breit informiert.

Mit dem Bau des Kindergartens in der Settmecke wird die Betreuungssituation deutlich verbessert. Die Kindergartenbeiträge wurden sozial gerechter gestaltet. Mit mehr Personal in der offenen Jugendarbeit konnten die Angebote deutlich verbessert werden. Die gute Arbeit der weiterführenden Schulen in Sundern wurde durch die Einführung einer schulformübergreifenden Marke unterstrichen. Die Schulen sind auf einem guten Weg dank konsequenter Verbesserung der digitalen Ausstattung.

Die Wirtschaftsförderung wurde gestärkt und zukunftsorientiert ausgerichtet. Der konsequente Breitbandausbau in allen Stadtteilen ist für die Entwicklung von Handwerk, Industrie und Dienstleistung ein bedeutender Standortfaktor. Der Gewerbeflächenatlas gibt wichtige Orientierung für Politik und Wirtschaft.

"Vieles wurde von ihm angestoßen, nicht alles konnte umgesetzt werden"

Wir sind der Reaktivierung der Röhrtalbahn und damit der Verbesserung der Mobilität deutlich nähergekommen. Mit ihm wurde bei der Feuerwehr frühzeitig ein völlig neuer Weg eingeschlagen. Mit der Einstellung von mittlerweile drei Hauptamtlichen unter der Leitung eines eigenen Abteilungsleiters ist die Feuerwehr für die zukünftigen Herausforderungen deutlich besser aufgestellt.

Mit dem Projekt MeDiKus hat Ralph Brodel einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung im ländlichen Raum geleistet und Sundern weit über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung erworben.

Mit den Pflegeeinrichtungen in Allendorf und Amecke wird den zunehmenden Pflegebedarf Rechnung getragen. Sundern soll Modellregion 'Pflegezukunft im ländlichen Raum' werden. Die Reaktivierung der Rentenberatung in Sundern schließt eine wichtige Beratungslücke.

Ihm ist es durch beherzten Einsatz gelungen ,Menschen auf der Flucht' in Sundern integriert sind.“

Vieles sei von ihm angestoßen worden, nicht alles habe umgesetzt werden können. „Die SPD Fraktion steht hinter den Projekten, insbesondere Innenstadtentwicklung, der Neuorientierung der Städtischen Gesellschaften, der Sicherung der Medizinischen Versorgung und Pflege und vieles mehr“, heißt es abschließend.

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