Talent in die Wiege gelegt

Julian Lehmann aus Hövel stellt Portraits und Aquarelle in der Volksbank Sauerland aus

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Das Zeichnen ist die große Leidenschaft von Julian Lehmann.

Hövel/Hüsten. Sein Opa war sein Vorbild. So zeichnen können wie er, das war schon sein Traum als kleiner Junge. Mittlerweile hat Julian Lehmann dieses Ziel längst erreicht und ist schon darüber hinausgewachsen. Absolute Detailgetreue, wenn er Portraits zeichnet, liegt ihm besonders am Herzen. Bei den abstrakten expressionistischen Acryldarstellungen sind es die leuchtenden Farben, die die Bilder ausmachen. Ab Donnerstag, 27. April, werden seine Werke in der Hauptstelle der Volksbank Sauerland in Hüsten ausgestellt.

Als sein Opa – er war Schreiner von Beruf – ihm sein Skizzenbuch zeigte, war Julian Lehmann sieben oder acht Jahre alt. Da war es um ihn geschehen, er war fasziniert. Immer wieder fertigte er kleine Zeichnungen. Dann kam für ihn ein „Rückschlag“. Er bekam im Kunstunterricht eine zwei statt der gewohnten eins. Da war er zwölf Jahre alt. Schlagartig hörte er auf zu zeichnen. Er begann zu fotografieren und fing mit 14 Jahren an, sich im digitalen Bereich der Kunst zu bewegen. 

Ein Schlüsselerlebnis war dann der Tod des Opas. Julian Lehmann war 16 Jahre alt und es reifte die Überlegung in ihm, dass sein Opa wohl nicht gewollt hätte, dass er sein Talent nicht nutzen würde. „Ich spürte sofort bei den ersten Versuchen, dass sich mein Stil zu zeichnen verbessert hatte. Ich wollte auch eine neue Herausforderung annehmen und Menschen zeichnen. Dabei kommt es mir sehr auf eine detailgetreue Wiedergabe an. Die Portraits sollen möglichst fotorealistisch sein. Ein hoher Schwierigkeitsgrad beim Portraitzeichnen sind die Haare, lockige oder lange Haare sind nicht einfach zu zeichnen. Außerdem ist es manchmal sehr schwierig hochauflösende Fotos zu bekommen, nach denen ich zeichnen kann“, schildert er.

Julian Lehmann kennt aber auch die Angst, dass es nicht weiter geht. „Wenn ich eine Arbeit angefangen habe und dann eine Pause mache, ist es danach schwer wieder anzufangen. Dann ist die Angst da, dass das Bild nicht so wird, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Aber er beschreibt auch das tolle Gefühl, wenn dann aus der Zeichnung plötzlich der Mensch heraustritt, den er malen will. „Wenn ich sehe, ja das ist es, genau so ist die Person, dann bin ich zufrieden.“ 

20 bis 30 Stunden für ein Portrait

Für ein Portrait im DIN A3-Format braucht er zirka 20 bis 30 Stunden. Lehmann malt meist berühmte Menschen, die er bewundernswert findet oder die ihn auf die eine oder andere Art beeindruckt haben. Auf der Suche nach dem eigenen Stil verbrachte er auch einige Zeit in der Werkstattgalerie 'Der Borgen' in Neheim. „Dort habe ich viel gelernt. Karl-Heinz Hosse und sein Sohn John haben mir viel beigebracht. Hier sind auch die vier Bilder 'Hände' entstanden, die bei der Ausstellung zu sehen sein werden.“ 

Für die Ausstellung hat der Künstler einiges Neue geschaffen, aber auch schon vorhandene Bilder werden gezeigt. Seine Acrylbilder, von denen etwa zwölf zu sehen sein werden, haben leuchtend bunte Farben und sind expressionistisch geprägt, im Stil der Blauen Reiter. 

Julian Lehmann besucht das Berufskolleg Bergkloster Bestwig mit dem Abiturschwerpunkt Kunst und Gestaltung (das Abitur steht im nächsten Jahr an). „Die Malerei möchte ich weiter betreiben, ich werde immer im klassischen Kunstbereich tätig sein, nach dem Abitur soll es allerdings beruflich in den Bereich der '3D-Art' gehen, Filmanimation und 3D Motion Design“.

Ausstellung in der Volksbank

Eröffnet wird die Ausstellung in Hüsten am Donnerstag, 27. April, um 18 Uhr. Julian Lehmann wird selbst eine Rede zur Eröffnung halten. 

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Volksbank bis zum 30. Juni zu sehen. Donnerstags wird Julian Lehmann vor Ort live zeichnen. Am 1. und am 30. der Ausstellungsmonate wird er selbst da sein und Fragen beantworten.

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