Straßenbilder verzieren die Fußgängerzone

Kinder von „krass & clever“ bringen Passanten das Bauhaus näher

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Kleine Bauhaus-Experten: Teresa Meisterjahn und Ricardo Meulenert sind zwei der Kinder, die unter Anleitung von Anne Knapstein (rechts) und Margret Koch die Fußgängerzone mit Straßenbildern verziert haben.

Sundern – Wer durch die Fußgängerzone in Sundern schlendert und seinen Blick über den Boden schleifen lässt, der bekommt momentan einen kleinen kunsthistorischen Exkurs geboten. Denn die Ergebnisse ihres Sommerferienprojektes „krass & clever“ haben die Ferienkinder in fünf kleinen Quadraten in die Fußgängerzone gemalt.

Schlemmer, Josef Albers und Lou Scheper-Berenkamp kennt, dem stechen die Ähnlichkeiten ins Auge. Aber auch die Nichtkenner jener Bauhaus-Künstler „stolpern“ schnell über die prägnanten und sich wiederholenden Stilelemente dieser Kunstschule: Dreiecke, Kreise und Quadrate, hauptsächlich in den Grundfarben rot, blau und gelb, ziehen sich durch alle fünf Straßenbilder. Mit diesen möchten die kleinen Künstler den Menschen in der Einkaufsstraße zeigen, welche Farben und Formen im Bauhaus am meisten gebraucht wurden.

In den besonderen Fokus rückt diese Kunstschule in diesem Jahr, weil sie vor 100 Jahren von dem Architekten Walter Gropius begründet wurde. Für Anne Knapstein die passende Gelegenheit das Sommerferienprojekt von „krass& clever“ unter das Motto „100 Jahre sind ganz neu –Bauhaus“ zu stellen.

"Für sie war unfassbar, wie modern sie wirkt"

Kindgerecht hat die Projektleiterin zum Auftakt die Kinder an das intellektuelle Thema durch Abbildungen herangeführt: Wie waren die Leute gekleidet, wie sagen die Wohnzimmer und die Kinderzimmer, wie die Möbel vor 100 Jahren aus? „Echt gestaunt haben die Kinder über die Karl-Wagenfeld-Lampe. Für sie war unfassbar, wie modern sie wirkt“, berichtet Anne Knapstein. „Und dass nach 10O Jahren die Formen noch Bestand haben.“ Bestand hat das Bauhaus jetzt auch erstmal in der Fußgängerzone - zumindest bis die wasserlöslichen Straßenbilder in ein paar Wochen wieder automatisch verschwinden.

Schon verblasst, aber noch zu erahnen, sind die ersten beiden Kunstwerke. Als Entree hatten die krass& clever-Kinder das original Bauhaus-Logo per Schablone auf die Straße gemalt. Als Pendant dazu haben sie selbst ein Logo entwickelt, wie das Bauhaus-Logo von heute aussehen könnte. Den Zwischenraum zieren die drei Bilder, die die Ferienkünstler den Bauhaus-Künstlern angeschaut haben.

35 Kinder insgesamt haben sich an den fünf krass & clever-Terminen in der Kreativwerkstatt der Stadtgalerie an das Thema Bauhaus herangetastet – in diesem Jahr ein schweres und anspruchsvolles Thema, wie die Kursleiterin Anne Knapstein sagt. „Ich war angenehm überrascht, dass viele und vor allem gut mitgemacht haben.“

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