"Bürger für Sundern" sammeln 133 Hände beim Stadtfest

Gegen Einsatz von Kindersoldaten: „Rote Hände“ in Sundern überreicht

Andrea Härtel-Hegel überreichte 133 „rote Hände“ an Bürgermeister Ralph Brodel, der diese nun an die UNO senden wird. Foto: Ute Bosen

Sundern. Ein dickes Päckchen Zettel – jeder Zettel mit einem roten Händeabdruck versehen – bekam Bürgermeister Ralph Brodel jetzt überreicht.  

Beim diesjährigen Sunderner Stadtfest hatte die neue Partei „Bürger für Sundern“ zu dieser Aktion aufgerufen. 133 Personen beteiligten sich. Sie gaben ihren Händeabdruck, um ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Soldaten in den Kriegsgebieten der Welt zu setzen.

Im Jahr 2003 wurde die „Aktion rote Hand“ durch die „Aktion weißes Band“ in Deutschland entwickelt. Seit 2006 besteht sie in ihrer heutigen Form. Ein Din-A4 Blatt wird mit einer kurzen Botschaft gegen den Einsatz von Kindersoldaten geschrieben, zum Namen kommt noch der rote Händeabdruck dazu. Seit den Anfängen wurden schon viele hunderttausende Hände in über 50 Ländern gesammelt.

133 Bürger gaben ihre Hand beim Stadtfest

Durch ihre Kontakte zu geflüchteten Menschen bei uns in Sundern kam Andrea Härtel-Hegel, Vorsitzende von Sunerns neuer Partei „Bürger für Sundern auf die Idee eine „Rote Hand“-Aktion beim diesjährigen Stadtfest zu veranstalten.

Ganz besonders brachte sie das Schicksal eines jungen Syrers, den sie persönlich betreut, zu dem Entschluss. Der jetzt 19-Jährige floh vor fünf Jahren aus seiner Heimat in Richtung Irak. Er floh, um seinem Schicksal, dem Einsatz als Kindersoldat mit gerade mal 14 Jahren zu entgehen. Mittlerweile lebt der nun junge Mann bei uns in Sundern. Erst kürzlich, so berichtet Andrea Härtel-Hegel, sei das Irakische Militär noch einmal bei seiner Familie in Syrien gewesen, um ihn zu rekrutieren. Seine Familie hat der junge Mann seit seiner Flucht nicht mehr gesehen.

„Auch aus diesem Grund, weil solche Schicksale direkt bei uns vor Ort sind und nicht weit weg, wo sie uns nichts angehen, unterstützte ich diese Aktion“, erklärte der Bürgermeister. Die Flüchtlingskrise mache die „Aktion Rote Hand“ aktueller denn je. Der Bürgermeister wird jetzt die an ihn überreichten 133 DinA-4 Blätter mit den roten Händen, unter denen sich auch seine eigene befindet, an die UNO weiterleiten.

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