Ralph Brodel deutlich abgewählt

Sunderns Bürgermeister wird in einer Stichwahl ermittelt - Brodel meldet sich in Video-Botschaft zu Wort

Sunderns Bürgermeister wird in zwei Wochen in einer Stichwahl ermittelt.
+
Sunderns Bürgermeister wird in zwei Wochen in einer Stichwahl ermittelt.

Sundern - Die Stadt Sundern bekommt einen neuen Bürgermeister. Wer das sein wird, entscheidet sich in zwei Wochen in einer Stichwahl zwischen dem unabhängigen Einzelbewerber Klaus-Rainer Willeke und dem CDU-Kandidaten Georg Te Pass.

Update, 15. September, 14.05 Uhr: Der noch amtierende Bürgermeister Ralph Brodel bedankt sich via Videobotschaft auf Facebook bei den Wählern, die ihn unterstützt haben. „Es hat nicht gereicht, so ist Demokratie und das ist auch gut so, denn davon lebt Demokratie“, so Brodel wörtlich. Verbunden mit guten Wünschen für „unsere Stadt“ sagte er in dem knappen Statement außerdem: „Ich hoffe, dass die Wahlversprechen von allen Parteien hin zu einem klaren Miteinander und weg von Streit und Auseinandersetzungen in der nächsten Ratsperiode tatsächlich umgesetzt werden.“

Update, 15. September, 9.32 Uhr: Der SPD-Stadtverband Sundern hat sich zum Ausgang der Wahl geäußert. Insgesamt waren die Sozialdemokraten mit dem Wahlausgang nicht zufrieden: „Wir bedauern das Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 13. September. Auch das Abschneiden der SPD bei der Ratswahl ist nicht das, was wir erwartet haben, heißt es in der Erklärung des SPD-Stadtverbandes. Die SPD biete allen Parteien im Rat und dem zukünftigen Bürgermeister eine konstruktive Zusammenarbeit an. „Nur gemeinsam lassen sich die Herausforderungen in Sundern lösen.“ Für die Bürgermeister-Stichwahl am 27. September empfiehlt der SPD-Stadtverband gemäß eines Vorstandsbeschlusses die Wahl von Klaus-Rainer Willeke.

Lesen Sie hier die ursprüngliche Berichterstattung rund um die Wahl:

Am späten Sonntagabend gab es – endlich – das endgültige offizielle Wahlergebnis für die Stadt Sundern. Demnach sicherte sich Willeke 47,7 Prozent der Stimmen und CDU-Kandidat Georg Te Pass 29,0 Prozent. Der bisherige Bürgermeister Ralph Brodel blieb hinter den eigenen Erwartungen und kam lediglich auf 12,3 Prozent. Damit wurde er deutlich abgewählt. Knapp hinter ihm landete Serhat Sarikaya (BfS) mit 11,1 Prozent der Stimmen.

Jubel gab es hingegen im Team von Klaus-Rainer Willeke. Er habe selbst nicht damit gerechnet, in fast jedem Wahlkreis die meisten Stimmen zu bekommen, sagte Willeke zu Familie, Freunden und seinem Wahlkampfteam, mit denen er die Ergebnisse gemeinsam open Air im Hofcafé in Sundern verfolgte. „Das starke Votum meiner Wählerinnen und Wähler zeigt, wie viele Bürgerinnen und Bürger einen wirklichen Neuanfang für unsere Stadt wollen. Nun kommt es darauf an, in der Stichwahl eine klare Mehrheit dafür zu gewinnen: Der Wind muss sich endgültig drehen in Sundern.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass er mit allen Parteien gut zusammenarbeiten wolle. Mit viel Power gehe er nun sehr zuversichtlich in die kommenden zwei Wochen.

Zusammen mit seinem Wahlkampfteam sowie Familie und Freunden freute sich Klaus-Rainer Willeke über das Wahlergebnis.

Bei der CDU war die Stimmung nicht so euphorisch. „Es ist schon enttäuschend, ich hatte mir mehr vorgestellt“, bewertete Georg Te Pass (CDU) das Wahlergebnis in Sundern. Er habe zwar mit einer Stichwahl gerechnet, aber dass für ihn am Ende nur knapp 30 Prozent der Wähler abgestimmt hatten, sorgte für betroffene Gesichter in der Sunderner CDU. Nun gelte es, in den kommenden zwei Wochen mehr Leute zu mobilisieren. Zur Abwahl des amtierenden Bürgermeisters Ralph Brodel sagte Te Pass: „Das Beste am Ergebnis ist, dass die Bürger verstanden haben, dass fünf Jahre Stillstand genug sind.“

Die Stichwahl am 27. September in Sundern wird die einzige im HSK sein, denn in allen anderen Kommunen fielen die Entscheidungen im ersten Wahlgang.

Die Führungsriege der CDU mit Kandidat Georg Te Pass (2.v.re.) hatte sich ein besseres Wahlergebnis gewünscht.

Serhat Sarikaya äußerte sich auf Kurier-Anfrage mehr als enttäuscht: "Das Ergebnis der gestrigen Wahl ist wirklich ein Schock für mich persönlich, zumal ich in den letzten Wochen und Monaten ausschließlich positives Feedback bekommen habe und von vielen, auch mir Fremden, als Favorit gesehen wurde."

Sarikaya will Sunderns Zukunft weiter mitgestalten

Er sei überzeugt, einen sehr guten, sachlichen und fairen Wahlkampf geführt zu haben, trotz "unzähliger Anfeindungen" und "rassistischen Beleidigungen". Deutlich machte Sarikaya mit Blick auf Diebstähle und Sachbeschädigungen während des Wahlkampfes: "Solche Aktionen darf es in Zukunft nicht mehr in diesem Ausmaß geben, viele Parteien haben hierunter gelitten."

Nachdem er über die Reserveliste für die BfS in den Rat gewählt wurde richte er den Blick nun nach vorne: "Ich bleibe weiter am Ball, nun als Mitglied des Rates der Stadt Sundern. Gemeinsam mit den Ratsmitgliedern der BfS setze ich mich nun mit aller Kraft dafür ein, die Zukunft zu gestalten."

So sieht es künftig im Sunderner Rat aus:

Die Grünen gehören zu den Gewinnern der Ratswahl in der Stadt Sundern. Sie konnten ihr Ergebnis von 2014 mehr als verdoppeln (von 6,59 auf 14,38 Prozent). Einbußen verzeichneten hingegen die SPD (minus 4,75) und die CDU (minus 3,22 Prozent). Für die FDP ging es mit dem Ergebnis von 9,97 Prozent minimal um 0,44 Prozentpunkte nach oben. Die Wählergemeinschaft Bürger für Sundern war zwar nach der Spaltung von der WiSu bereits mit einer Fraktion im Rat vertreten, trat aber nun erstmals als eigene Partei bei der Ratswahl an und kam auf 9,68 Prozent der Stimmen. Die WiSu erhielt 5,61 Prozent der Stimmen. Auf Einzelbewerber Siegfried Huff entfielen nur 0,19 Prozent der Stimmen, er wird somit künftig nicht mehr im Rat sitzen. 

Das Gesamtergebnis der Ratswahl in Sundern.

Die Sitzverteilung im Sunderner Rat gliedert sich nun wie folgt: CDU 17 Sitze, SPD sieben Sitze, Grüne sechs Sitze, FDP vier Sitze, Bürger für Sundern ebenfalls vier Sitze und zwei Sitze für die WiSu. 

Bei der näheren Betrachtung der Wahlbezirke zeigt sich, dass die CDU ihre stärksten Ergebnisse in Hachen/Süd-Hövel (55,51 Prozent) und Stockum (53,64 Prozent) eingefahren hat. Lediglich in Hagen/Wildewiese und Westenfeld waren die Christdemokraten nicht stärkste Kraft. In Westenfeld entfiel die Mehrheit (33,96 Prozent) auf die FDP. Hier holte Rüdiger Laufmöller das Direktmandat für die FDP. 

Bei den Grünen sorgte für besondere Freude, dass es seit 1984 erstmals gelungen ist, ein Direktmandat zu holen: Thomas Cramer erzielte mit 35,85 Prozent das beste Einzelergebnis in Hagen/Wildewiese/Allendorf und zieht somit direkt in den Rat ein. Zum Gesamtergebnis sagte Klaus Bergfeld, Sprecher des Grünen Ortsverbandes: „Natürlich haben wir von einer allgemein guten Stimmung für die Grünen profitiert. Dennoch ist das Ergebnis im konservativen Sundern nicht selbstverständlich! Wir sind bei unseren Kernthemen geblieben, haben diese konsequent vertreten, sachlich und ohne Materialschlachten. Dieses Ergebnis nehmen wir als Auftrag sehr ernst.“

Wahlbeteiligung höher als im HSK

Die SPD kam in Hachen/Nord auf ihr bestes Ergebnis mit 34,24 Prozent. Die WiSu hingegen hatten ihren größten Erfolg in Amecke mit 27,58 Prozent. Die erstmals bei der Ratswahl angetretene Wählergemeinschaft Bürger für Sundern kamen in den Wahlbezirken Im Spree-Stemel, Teckelsberg und Silmecke auf rund 18 Prozent.

Die Wahlbeteiligung in der Stadt Sundern lag insgesamt bei 61,37 Prozent und damit über dem HSK (53,65 Prozent) und den Kommunalwahlen im Jahr 2014 (51,99 Prozent).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare