Unsicherheitszustand beendet 

„Krass & clever“ wird in der Stadtgalerie  fortgeführt

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Es geht weiter mit „krass & clever“ in der Stadtgalerie in Sundern unter der Leitung von Anne Knapstein (rechts), die von den Praktikanten Laura Stöcker und Jamie Green unterstützt wird. Auch die Bürgerstiftung (Matthias Ostrop, Zweiter von links) hat für dieses Jahr wieder eine Förderung zugesagt. Uta Koch (Kulturbüro, links) hat bereits die „Zu-vermieten“-Schilder in der Stadtgalerie abgenommen.

Sundern. Die Zeit der Ungewissheit für die Eltern in Sundern ist beendet. Das offene Kreativprojekt „krass & clever“ hat weiterhin sein Domizil in der Stadtgalerie und wird auch in diesem Jahr weiter von der Bürgerstiftung gefördert. Uta Koch vom Kulturbüro hat bereits die „Zu-vermieten“-Schilder abgenommen. Auch in den Ausstellungsräumen wird schon bald wieder Leben einkehren.

Der Mietvertrag mit der Stadtgalerie ist erst einmal bis zum Ende des Jahres abgesichert, berichtet Uta Koch vom Kulturbüro der Stadt Sundern erleichtert. Grünes Licht für die Miete für das kommende Jahr müsse erst in der nächsten Haushaltsberatung gegeben werden. Danach möchte die Stadt ein Nachfolgeobjekt gefunden haben als Raum für Kunst und Kultur in Sundern.

In der Interimsphase, zwischen Ende des langjährigen Mietverhältnisses mit der Stadtgalerie und der jetzigen Übergangslösung, habe sich ein Unsicherheitszustand eingeschlichen, berichtet auch Anne Knapstein, Leiterin von „krass & clever“. „Die Eltern haben oft zu ihren Kindern gesagt: Da ist nichts, da musst du gar nicht erst hingehen“, erzählt sie von ihren Erfahrungen.

Dabei können Kinder und Jugendliche nach wie vor in der Kreativwerkstatt in der Stadtgalerie ohne pädagogischen Druck künstlerisch tätig werden. „Sie machen, wozu sie Bock haben und können (fast) alle Materialien nutzen, die hier rumstehen oder selbst Sachen mitbringen. Dadurch entwickelt sich viel“, so Knapstein. „Und unser Alleinstellungsmerkmal: „Das Angebot findet dort statt, wo Kunst stattfindet. Davon lebt dieser Raum, dass er an den Ausstellungsraum grenzt.“ Ohne Zwang bekommen die Kinder die Chance, ihr Interesse an der bildenden Kunst zu entwickeln.

„Als Kulturbüro planen wir viele Blitzlichter, aber ich lege viel Wert darauf, dass sich eine Kontinuität entwickelt“, betont Uta Koch. Und diesem Anspruch geben Jamie Green und Laura Stöcker recht. Die beiden langjährigen „krass & clever“-Teilnehmer haben über das offene Kreativprojekt Feuer für Kunst gefangen. Sie haben nicht nur vor einiger Zeit die Jugendgruppe „Youth“ mitgegründet, sondern sind auch ans Berufskolleg Bergkloster Bestwig gewechselt, um dort im nächsten Jahr ihr Kunstabitur abzulegen. Im Rahmen des geforderten „sozialen Engagements“ absolvieren sie in diesem Schuljahr ein Praktikum bei „krass & clever“ – Verlängerung nicht ausgeschlossen. 

"Die Freiheit, auch mal was ausprobieren zu dürfen"

„Die Freiheit, auch mal was ausprobieren zu dürfen“, hat Jamie Green bei dem offenen Kreativprojekt immer besonders beeindruckt. Laura Stöcker lockte es vor allem, dass sie vorher nie wusste, was sie machen würde. Auch dass man in der Kreativwerkstatt Materialien und Techniken zur Verfügung hat, die man zuhause nicht hat, weiß die Schülerin zu schätzen. Und dass man sich in der Gemeinschaft Rat holen kann.

Einen Kunstkulturgedanken zu vermitteln, ist Anne Knapstein wichtig: Dass Kunst nicht künstlich bleibt, sondern die Hemmschwellen positiv heruntergesetzt werden und Kunst selbstverständlich im Leben wird“, ist ihr Anspruch. „Die Kombi aus Kunst und Kultur und Jugendförderung passt herrlich zusammen“, lobt auch Matthias Ostrop, Vorsitzender der Bürgerstiftung Sundern, die das Projekt daher auch in diesem Jahr fördert.

Von den Mitteln wird unter anderem auch das Sommerferienprojekt „krass & clever“ wieder durchgeführt. Das Thema schwebt Anne Knapstein bereits vor: Das Bauhaus, das in diesem Jahr 100-Jähriges feiert, hat es Knapstein angetan. Ab der zweiten Sommerferienwoche, mittwochs zwischen 10 und 14/15 Uhr, ist jedes Kind dazu willkommen. In der letzten Ferienwoche werden die Ergebnisse dann donnerstags präsentiert. „Man kann jederzeit ein- und aussteigen“, betont Anne Knapstein.

Und auch der Termin für die nächste Vernissage des Kunstvereins Sundern-Sauerland steht fest. Am 5. Juli, um 19 Uhr wird die Eröffnung der nächsten Ausstellung gefeiert. Werke von Kai Gürntke werden im Projektraum zu sehen sein, Linda Nadji stellt in der oberen Etage aus.

Das Kreativprojekt 

Hinter „krass und clever“ stehen das Kulturbüro der Stadt Sundern, die Bürgerstiftung Sundern und der Kulturring Sundern. Kinder und Jugendliche können fast ganzjährig jeden Mittwoch zwischen zwischen 16 und 18 Uhr in der Kreativwerkstatt der Stadtgalerie das Angebot unter der Leitung von Anne Knapstein nutzen.

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