Als Lobby aktiv werden

Kulturschaffende aus Sundern wollen neues Konzept erarbeiten

Wichtig ist den Kulturschaffenden die Suche nach einem städtischen Ort, an dem Kultur und Kunst nach dem Auszug aus der Stadtgalerie wieder lebendig werden kann.

Sundern. Ins Ungewisse blicken die Kulturschaffenden in Sundern momentan. Weil die Kulturförderung im Haushaltsplan für 2019 vorerst gestrichen worden ist, traf sich der „Runde Tisch Kultur“ am Mittwoch in der Stadtgalerie, um nach alternativen Einnahmequellen zu suchen. Vereinbart wurde, ein gemeinsames Kulturkonzept zu erarbeiten – als Perspektive für die nächsten Jahre.

„Wegen des Haushaltssicherungskonzepts musste der Bürgermeister aus rechtlichen Gründen die freiwilligen Leistungen für den Haushalt 2019 auf Null setzen. Es kann aus der Null aber wieder irgendeine Zahl werden, das ist jetzt Sache der Haushaltsberatungen“, erklärte Michael Stechele, Fraktionsvorsitzender der SPD, die Hintergründe. „Die Frage ist, welche Summe steht am Ende und wie schließen wir etwaige Lücke“, benannte Stechele das Problem.

Wie die Diskussion zeigte, beißt sich die Katze oft in den Schwanz. Während sich die anwesenden Politiker eine Übersicht wünschen, wie viel Geld die Kulturschaffenden konkret benötigen, stehen diese vor der Schwierigkeit wegen der fehlenden finanziellen Planungssicherheit Ideen nicht langfristig konzipieren können. „Ohne Sockel von der Stadt sind keine Projektanträge möglich“, verwies Anne Knapstein zudem auf die Hürden, an Fördermittel aus der EU sowie von Land und Bund zu kommen.

Jürgen ter Braak vom Kulturring Sundern schlug vor, zweigleisig zu fahren: Zum einen sollen die politischen Entscheidungsträger, sprich die Fraktionsvorsitzenden, zu einem Treffen eingeladen werden, um darum zu kämpfen, dass im Haushalt wieder Mittel für Kultur eingestellt werden. Mittelfristig warb er darum bis spätestens Mitte 2019 ein Kulturkonzept aufzustellen, um eine Struktur zu schaffen, die helfen soll, Finanzierungskanäle zu erschließen. „Was wollen wir und was kostet das?“, konkretisierte Helmut Schulte vom Berghaus in Stockum. Der Politik falle es schwer, „auf den blauen Dunst“ Gelder freizustellen, machte Ute Berenfänger (SPD) sehr deutlich.

„Wir müssen uns vernetzen“

Bereits 2006 war ein Kulturkonzept verabschiedet worden. „Es ist an der Zeit ein neues Konzept zu erarbeiten, dieses lässt sich nicht einfach fortschreiben“, sagte Irmgard Harmann-Schütz, die bereits 2006 federführend war und sich bereit erklärte mit der Unterstützung anderer ein neues Konzept zu entwerfen. Dies soll einen Schwerpunkt auf eine strategische Ausrichtung und auf gesellschaftspolitische Aspekte legen. „Wir müssen uns vernetzen, um gemeinsam stärker zu werden“, unterstrich auch Anne Knapstein. Daher wurde in der Runde der Wunsch laut, dass sich alle kulturschaffenden Vereine beteiligen mögen, damit man eine Bestandsaufnahme über alle laufenden Veranstaltungen und Projekte in Sundern bekommt – nicht zuletzt auch, um sichtbar zu machen, was bereits alles geleistet wird. „Und wenn es schon Ideen und Inspirationen für künftige Projekte gibt, sollten auch diese gerne vorgestellt werden“, ergänzte Knapstein. Geschickt werden können die Übersichten per Mail an Uta Koch vom Kulturbüro an U.Koch@stadt-sundern.de

„Wir brauchen eine Summe, mit der man planen kann. Das ist die Basis, um überhaupt planen zu können“, waren sich die Teilnehmer des „Runden Tischs Kultur“ einig.

Einstimmig bekundeten die Anwesenden vor dem Hintergrund aus auslaufenden Mietvertrages für die Stadtgalerie auch, dass sie die Suche nach einem städtischen Ort für eine gemeinsame Nutzung von Stadt und Kulturschaffenden, um Kultur und Kunst lebendig werden zu lassen, für wichtig und dringend halten.

Der „Runde Tisch Kultur“ kommt am Montag, 1. Oktober, zusammen. Dann wird Irmgard Harmann-Schütz einen Entwurf für das neue Konzept mitbringen. Auch mit dem ersten Input von den Vereinen möchten sich die Mitglieder des „Runden Tisches“ gerne beschäftigen. Daher sollten die Vereine ihre Übersichten bis zum 1. Oktober verschicken.

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