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Kunst, Kultur, Musik: „Kulturmärz“ findet virtuell statt

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Von: Andre Geißler

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Pianist Benedikt ter Braak Projekt des Sunderner Kulturrings virtueller Kulturmärz
Pianist Benedikt ter Braak vermisst es, Konzerte zu geben. Aber mit dem Projekt des Sunderner Kulturrings kann man laut ihm die Zeit, in der man nicht vor einem Publikum spielen kann, gut überbrücken. © Privat

Kunst, Kultur, Musik – und ein ganz besonderer Geburtstag: Mit einem facettenreichen Veranstaltungsprogramm möchte der Sunderner Kulturring auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Kunst- und Kulturliebhaber begeistern. So sollen die beliebten, traditionellen Events nicht der Pandemie zum Opfer fallen.

Sundern – „Seit Anfang des Jahres haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie etwa der Kulturmärz virtuell darstellbar ist. Es ist uns gelungen, uns modern aufzustellen, damit wir diese wichtige und etablierte Veranstaltung nicht verschieben müssen“, erklärt die Vorsitzende Andrea Schulte-Lohgerber.

Rückblick auf die „Goldenen Zwanziger“

Im Mittelpunkt des Kulturmärz 2021, der somit komplett online stattfinden wird, wird ein spannender Rückblick auf die „Goldenen Zwanziger“ – von 1924 bis 1929 – stehen. Dieser soll engen Bezug nehmen auf die Entwicklung von Kunst, Musik, Literatur und Theater sowie die kulturellen Impulse, die von dieser Zeit in Deutschland ausgegangen sind und Teile der Kultur heute noch prägen.

Diese Zeit nach dem 1. Weltkrieg bedeutete Neuanfang auch in Sundern: „Mit interessanten Präsentationen möchten wir zudem verstärkt einen Rückblick auf die wirtschaftliche Entwicklung zu dieser Zeit vornehmen, in der hier viele neue Unternehmen gegründet worden sind. Die sogenannten ‘Röhrbarone‘ in der zumeist eisenverarbeitenden Industrie“, so Jürgen ter Braak.

Drei Veranstaltungen in der „Zeitreise“

Drei einzelne Veranstaltungen hat der Kulturring für diese „Zeitreise“ geplant. Im ersten Teil werden die Arnsberger Pädagogin Antje Tetzlaff mit einem Vortrag sowie Werner Neuhaus mit einem Lesekonzert auf die Kulturhauptstadt Berlin sowie auf die kulturelle, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in dem vom Katholizismus geprägten Sundern der frühen 20er Jahre zurückblicken. Wie etwa zu Liedgut, Heimatgefühl, Verurteilung von „Jazz- und Negermusik“ und der fortschreitenden Annäherung zum Nationalsozialismus. Begleitet wird das Lesekonzert von Pianist Benedikt ter Braak, der mit ausgewählten Stücken diese Zeit aufleben lassen wird, aber gleichzeitig auch einen Bogen zu den Gegensätzen zur modernen Rhythmen wie Jazz und Swing spannen wird.

Der zweite Termin wird eine Würdigung des Sunderner Bildhauers, Künstlers und Kulturring-Mitbegründers Johannes Dröge sein, der zeitgleich, Ende März, seinen 90. Geburtstag feiern wird: „Seit etwa 50 Jahren ist er mit einer außergewöhnlichen, kreativen Schaffenskraft aktiv. In Form von Videosequenzen, die eine Vielzahl seiner Werke in der Ausstellung in der Kunstakademie Berghaus in Stockum in den Fokus rücken, möchten wir ihn dafür gebührend ehren“, erklärt Werner Neuhaus.

Ich vermisse es sehr, Konzerte zu geben, aber auch zu sehen. Mit diesem Projekt kann man diese Zeit, in der man nicht vor einem Publikum spielen kann, gut überbrücken.

Pianist Benedikt ter Braak 

Benedikt ter Braak wird im dritten Teil des Kulturmärz mit einem Jazz-Konzert als Livestream beliebte Komponisten, die großen Meister wie Bach, Beethoven und Bruckner, in den Vordergrund rücken: „Ich vermisse es sehr, Konzerte zu geben, aber auch zu sehen. Mit diesem Projekt kann man diese Zeit, in der man nicht vor einem Publikum spielen kann, gut überbrücken.“

Motto „2 Kreise, 3 Städte, 4 Konzerte“

Und auch für die Zeit nach dem Kulturmärz kommen vom Sunderner Kulturring positive Signale. So sollen beispielsweise auch die beliebten Matinees im Grünen wieder stattfinden. „Hoffentlich auch wieder draußen“: Unter dem Motto „2 Kreise, 3 Städte, 4 Konzerte“ sind abwechslungsreiche Live-Events mit dem Schwerpunkt Kammermusik am Flügel anvisiert. Zudem sollen auch wieder drei Gewinner in den Genuss eines Hauskonzertes kommen.

Weitere Informationen und Termine werden in Kürze auf der Homepage www.kulturring-sundern.de abrufbar sein.

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