„Unnötiges Luxusgut“

„Youth“ zeigt düster-beklemmende Installation

+
Die „Youth“-Mitglieder Laura Stüker, Nelly Trabitz und Jamie Green haben eine alte Autokarosserie entkernt und in Bergen von Müll und Schrott arrangiert. Unterstützt wird die Kunstgruppe bei diesem Projekt von Thorsten Miederhoff (r.) und Matthias Ostrop (Vorstand Bürgerstiftung) sowie Andrea Schulte von der Firma Gebrüder Schulte.

Sundern – Sunderns Kunstgruppe „Youth“ ist wieder aktiv: Nach ihrer erfolgreichen ersten Ausstellung im Frühjahr 2018 haben die fünf Nachwuchskünstler im Alter von 18 bis 20 Jahren bei ihrem neuen Projekt „Reality Check“ den Fokus auf die Ressourcenverschwendung in den reichen Industriestaaten gerückt. Mit einer düster-beklemmenden Installation möchte die Gruppe auf die Missstände in der Wohlstands- und Wegwerfgesellschaft hinweisen und zum Nachdenken anregen. Diese wird am Sonntag, 3. November, um 14 Uhr in der Stadtgalerie eröffnet.

Düsteres Licht, beklemmende Atmosphäre: Im Mittelpunkt der Installation steht eine 22 Jahre alte Autokarosserie – entkernt und umgeben von Bergen voller Müll und Schrott. „Für uns ist das Auto ein gutes Beispiel für die immense Ressourcenverschwendung in der heutigen Zeit. Im Schnitt beträgt die Lebensdauer eines Autos bis zur Verschrottung lediglich 18 Jahre. Das ist, unserer Meinung nach, für einen Gebrauchsgegenstand, vollgepackt mit so vielen wertvollen Rohstoffen, die zu einem Großteil nicht recycelt werden können, viel zu wenig“, erklärt Jamie Green, neben Marie Kinkel, Laura Stüker, Alina Szczygiel und Nelly Trabitz Mitglied der Kunstgruppe, die zu dem Fazit gekommen sind, dass es eher ein unnötiges Luxusgut ist.

Muss ich so ein großes Fahrzeug haben? Muss ich alleine im Auto sitzen? Muss diese Fahrt sein? Welche Auswirkungen hat es, was ich damit tue? Mit dem Projekt, bei dem sich die frischen Fahranfänger mit dem Thema intensiv auseinandersetzen, möchten die fünf jungen Sundener das Bewusstsein für die Mobilität von heute und dessen Problematik für die Natur und Umwelt schärfen.

Dabei ist ihnen bewusst, dass es gerade auf dem Land schwierig ist, ohne eigenes Fahrzeug auszukommen: „Auch ich bin darauf angewiesen“, erklärt Nelly Trabitz, „Die Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, beispielsweise nach Amecke, sind teils völlig unzureichend. Das muss verbessert werden. Eine Aktivierung der Röhrtalbahn etwa wäre auch sinnvoll. Aber es reicht doch, wenn überhaupt, zumeist ein kleines und auch älteres Auto mit grüner Plakette. Wir möchten aufrütteln und darauf hinweisen, dass die Zeiten vom romantisch im Auto sitzen und dabei die Natur genießen längst vorbei sind“, erklärt Nelly Trabitz.

Deutliches Zeichen gegen die Überstrapazierung des Ressourcenverbrauchs 

Spätestens seit dem Bekanntwerden der Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg ist das Thema Umwelt/Ressourcenschutz aus der öffentlichen Debatte nicht mehr wegzudenken. Mit dem Projekt möchte sich „Youth“ in ausdrucksstarker Form und mit künstlerischen Mitteln beteiligen und ein deutliches Zeichen gegen die Überstrapazierung des Ressourcenverbrauchs durch die reichen Industriestaaten setzen.

„Ich freue mich über das erneute, große Engagement der Gruppe sowie die wertvolle Unterstützung durch die Sunderner Bürgerstiftung, ohne die diese Ausstellung nicht möglich wäre“, so Anne Knapstein vom Kunstverein Sundern-Sauerland: „Es ist darüber hinaus doch schön, dass es da junge Menschen gibt, die sich für Kunst interessieren und mit diesem Instrument Botschaften senden. Inzwischen sind die Fünf durch ihre zahlreichen Gruppen- und Einzelaktionen schon echte Profis, da macht eine Förderung wirklich Sinn. Davon können sich die Besucher hier in der Stadtgalerie gerne überzeugen.“

Öffnungszeiten:

 3. November bis 15. Dezember in der Stadtgalerie: Mittwoch bis Freitag von 16 bis 18.30 Uhr. Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Gruppen nach Vereinbarung. Weitere Infos gibt es

beim Kunstverein. 


Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare