Kitaplätze in Sundern ausbauen

Jugendhilfeausschuss beschäftigt sich mit drei Konzepten

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Über einen Anbau an der Kita Hövel werden die Ausschussmitglieder unter anderem sprechen.

Sundern – Eine deutliche Entspannung spürt man in Sundern bei der Vergabe der Kitaplätze. „Bei mir ist keine einzige Beschwerde eingegangen“, freute sich Fachbereichsleiter Martin Hustadt. Anders als im Vorjahr, als die Telefone nicht still standen. Wie er beim Monatspressegespräch am Donnerstag im Rathaus verkündete, schaffe man es im neuen Kitajahr 2020/21, allen Ü3-Kindern einen Platz anzubieten.

Über die Gruppenbildungen wird der Jugendhilfeausschuss am Montag, 9. März, beschließen. 997 Kitaplätze werden dem Ausschuss zum Beschluss vorgeschlagen – 453 Plätze in den acht städtischen Kitas, 467 Plätze in den acht Kitas in kirchlicher Trägerschaft und 77 Plätze im neuen Caritas-Kindergarten. Doch längerfristig reichen die Kitaplätze in Sundern nicht aus – ein überregionales Phänomen, geschuldet einem gesteigertem Bedarf in den nächsten Jahren. Offene Bedarfe werde es dann in Hövel und Endorf im Bereich der U3-Betreuung geben und im Stadtteil Sundern sowohl im U3- als auch Ü3-Bereich.

Die Verwaltung hat sich daher Gedanken gemacht, wie die Zahl der Kitaplätze weiter ausgebaut werden kann. Ihre Vorschläge werden den Kommunalpolitikern im Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Dabei sind drei Handlungsaufträge herausgekommen.

Kita Hövel 

In der städtischen Kita Hövel kann durch einen Anbau eine dritte Betreuungsgruppe geschaffen werden. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Kita dauerhaft mit drei Gruppen betrieben werden kann – auch vor dem Hintergrund, dass in den drei Kitas in Langscheid und in Hachen keine Ausbau- und Anbaumöglichkeiten offensichtlich sind. Die Verwaltung schlägt dem Jugendhilfeausschuss vor, die nächsten Planungsschritte zu veranlassen und das Bauvorhaben weiter vorzubereiten.

Neubau 

Auch den Neubau einer weiteren Kita in der Kernstadt hat man im Blick. Die Verwaltung hat mit einem Kita-Träger Kontakt aufgenommen, um den Neubau einer weiteren Kita zu überlegen. Das Know-how des Trägers soll bei den ersten Planungsschritten genutzt werden, insbesondere bei der Beurteilung des Standortes und einer Kita-Gruppenstruktur. Die Verwaltung sieht eine zeitnahe Realisierung nur in einem privaten Betreibermodell. In einem neuen Interessenbekundungsverfahren sind Investor und Träger zu ermitteln, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Endorf

In Endorf sei der Träger, die Kath. Kita GmbH, bereit, die Kita zu erweitern, wie Fachbereichsleiter Hustadt erklärte. Zwei Szenarien stehen im Raum: eine Großtagespflegegruppe im Dorf, zum Beispiel in der ehemaligen Schule, für bis zu neun Kinder. Oder eine modulare Erweiterung, etwa in Form eines Containers. Eine Erweiterung des Platzangebotes lasse sich durch einen Anbau kurzfristig schwer umsetzen und beinhalte vor dem Hintergrund der Zweckbindung investiver Förderungen ein Risiko, heißt es in der Verwaltungsvorlage. „Man plant nicht mehr in langen Zeiträumen“, sagte Hustadt über landesweite Trends. Zum Teil würden nur noch für fünf Jahre Plätze geschaffen. „Denn irgendwann wird es wieder kippen“, verwies Hustadt auf Geburtenrückgänge.

Die Stadt Sundern mit eigenem Jugendamt ist rechtlich verpflichtet, jedem Ü3-Kind einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung zu stellen. „Dieser Verpflichtung kann aktuell nur auf Grund des neuen Platzangebotes in der Kita Feldhasen – Settmecke – entsprochen werden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Um diesen Rechtsanspruch auch im Kita-Jahr 2020/2021 zu erfüllen, sind unter anderem in den Bestandskitas Gruppenformen gebildet worden, die zunächst möglichst viele Ü3-Plätze zulassen und die Gesamtplatzzahlen erhöhen.

 Zu Lasten der U2-Kinder 

„Diese Gruppenstrukturen der Einrichtungen gehen dann aber zu Lasten der Betreuungsangebote für U2-Kinder“, wird weiter ausgeführt. Dabei nehme der Elternwunsch immer mehr zu, Kinder auch mit einem und zwei Jahren in der Kindertageseinrichtung betreuen zu lassen. „Diese Betreuungsquote liegt in Sundern deutlich über dem Landesschnitt“, sagt die Verwaltung. Die Verwaltung hat für die Prognosezahlen bis 2033/2034 daher die Quote für U2-Kinder mit 50 Prozent und für U3-Kinder mit 100 Prozent angesetzt.

Beraten werden die drei Handlungsaufträge im Jugendhilfeausschuss im Ratssaal am Montag, 9. März (17.30 Uhr). Die Verwaltung wird zudem mündlich über die jüngsten Schritte im Neubau-Szenarium berichten. Auch die beiden Varianten in Endorf will die Verwaltung weiter abstimmen und darüber in der Sitzung berichten.

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