Dem Haufen an den Kragen

Lothar Kraume aus Amecke erfindet Vorrichtung zur Beseitigung von Hundekot

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Gemeinsam mit seinem Mentor Willi Linn zeigt Lothar Kraume (r.) ein Holz-Muster der von ihm erfundenen Vorrichtung zur Beseitigung von Hundekot.

Amecke. Der tägliche Spaziergang mit dem Hund ist ein Muss – nicht nur weil der Hund den Auslauf braucht und Frauchen oder Herrchen so täglich ihren Spaziergang genießen können. Der Hund muss auch mal. Doch seine Hinterlassenschaften sind immer wieder Anlass zum Ärgernis. Dem Problem hat sich Lothar Kraume angenommen. Der Amecker hat eine Vorrichtung erfunden, mit der die Hundehaufen schnell und sauber entfernt werden können.

Die Hundehaufen auf öffentlichen Gehwegen und in Parks sind kein schöner Anblick. Besonders unangenehm ist es, wenn der nächsten Passant genau hineintritt. Es ist die Pflicht eines jeden Hundehalters, den Kot auf öffentlichen Gehwegen, Parks und Grünanlagen zu entfernen. Für Herrchen und Frauchen gibt es bisher nur eine Möglichkeit dieser Pflicht nachzukommen – der Griff zum dünnen Plastik-Kotbeutel. 

Lothar Kraume ist pensionierter Briefträger und wohnt in Amecke. Von Berufs wegen und durch viel verbrachte Freizeit im Park wurde er immer wieder mit dem Problem nicht entfernten Hundekots konfrontiert. Warum nur entfernen die Menschen nicht die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner, fragte sich Lothar Kraume. „Die Hand nur durch eine dünne Schicht Plastik vom Kot getrennt zu wissen, empfinde ich als sehr unangenehm“, habe ihm mal eine Hundebesitzerin erklärt. Von einem gerissenen, beladenen Kotbeutel in ihrer Handtasche erzählte ihm eine andere. 

Den Rentner ließ das Problem nicht mehr los, und er hatte die zündende Idee: Lothar Kraume tüftelte etwas herum und erfand einen gut verschließbaren Behälter, mit dem mühelos dem Problem ein Ende gesetzt werden könnte. „Ohne Gefahr sich die Hände schmutzig zu machen, nimmt man mit einem Plastikkästchen durch eine Art Schaufeleffekt den Hundehaufen auf“, erklärt der Tüftler. Das leicht zuklappbare Teil verstaut man dann in einem zweiten Kasten, der sich luftdicht verschließen lässt. Sollte doch mal eine Verschmutzung passiert sein, gibt es noch ein drittes Kästchen, bestückt mit Papiertüchern. 

Investor für die Produktion gesucht 

Alles zusammen lässt sich mithilfe einer Lasche problemlos an der Leine oder einem Gürtel zum Transport anbringen, wie Kraume mit seinem aus Holz gefertigten Muster demonstriert. Natürlich ließe sich das rund 12 bis 13 Zentimeter große Behältnis auch in einer Tasche transportieren. Die Entsorgung des Inhalts könne zu Hause in der Toilette vorgenommen werden oder – wenn vorhanden – in einem aufgestellten Hundekotbehälter. Eine Nanobeschichtung im Innern des Aufnahmekästchens stelle das hygienische Herausgleiten des Kots sicher, erklärt Willi Linn. Er ist der Mentor des Erfinders. Linn arbeitet für die IHK Arnsberg und hat Kraume bei der Anmeldung zum Patent unterstützt. 

Mittlerweile ist Kraumes Hundekotbehälter patentiert und kann in Serie gehen. Was noch fehlt, ist jemand der die Produktion übernimmt. Ob Firma oder Privatinvestor, wer Interesse hat, mit der „Vorrichtung zur Aufnahme, Transport und Entsorgung von Exkrementen, insbesondere Hundekot“ (Wortlaut der Offenlegungsschrift des Patents) in Serie zu gehen, der ist Lothar Kraume (☎ 02393/500) willkommen. „Ich möchte nur meine Lizenzgebühren dafür zurückbekommen“, erklärt der Pensionär. 

Ein Aspekt ist ihm noch besonders wichtig: Ginge seine Erfindung in Produktion und die laut Angaben der IHK 5,3 Millionen Hundebesitzer in Deutschland oder sogar die 42 Millionen europaweit würden seine Erfindung statt der Hundekotbeutel benutzen, würde damit der Umweltverschmutzung durch Plastikmüll entgegen gewirkt. Die Patentschrift lautet „De 10 2015 003 416 B4“. Unter dieser Nummer können sich Interessierte ein genaues Bild von Lothar Kraumes Erfindung machen.

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