Inklusion auf dem Wasser

Menschen mit Behinderung begeistert vom  Stand Up Paddling 

+
Auf aufblasbaren Riesenboards paddelten die Menschen mit Behinderung über den Sorpesee.

Langscheid. Das war etwas ganz Besonderes, was den Menschen mit Behinderung geboten wurde. „Stand up Paddling“ oder für die Rollstuhlfahrer „Sit up Paddling“ standen auf dem Programm auf dem Sorpesee in Langscheid. Das Josefsheim Bigge, durch das „inklusive Wohnprojekt“ auch in Sundern präsent, hatte das außergewöhnliche Erlebnis organisiert.

Auf dem Sorpesee hinter dem Strandbad hieß es rauf aufs Board, um mit eigener Muskelkraft aufs Wasser zu paddeln. Etwas nervös und mit kritischem Blick ließen sich am vergangenen Wochenende die ersten Bigger und Sunderner samt ihren Rollstühlen auf den „SUPs“ (Stand Up Paddle) festschnallen, um unter Anleitung über den See zu paddeln. Wer konnte, durfte selber aktiv werden und das Board per Paddel fortbewegen.

„Bei der SUP-Aktion ging es zum einen um Abwechslung im Alltag und Spaß am Sport, zum anderen aber natürlich auch um mehr Teilhabe an der Gesellschaft, Mobilität und die Möglichkeit, sich auf anderen Wegen fortzubewegen als zum Beispiel im Rollstuhl“, erläuterte Andreas Kemper vom Josefsheim Bigge. „Zudem wurden Fähigkeiten angesprochen, die im persönlichen und beruflichen Alltag notwendig sind – im emotional-affektiven, motorischen, sozialen Bereich sowie im Bereich der Wahrnehmung. Mehr noch: Beim SUP werden wichtige Förderschwerpunkte angegangen und gestärkt, wie zum Beispiel Muskelaufbau, Konzentration, Selbstwahrnehmung, Fitness, Balance, Koordination, Beweglichkeit und Pädagogik“, führte Kemper weiter aus. Auch Sunderns Bürgermeister Ralph Brodel war zum Auftakt der Aktion vorbeigekommen und machte sich selber ein Bild von dem positiven Effekt, den das Event für die Menschen mit Behinderung hatte.

„Nach etwa einer halben Stunde auf dem See und um ein tolles Erlebnis reicher kamen die 32 Teilnehmer allesamt glücklich am Ufer wieder an“, berichtete Veronika Eickelmann vom IWB Sundern (Integrativen Wohnverband für Menschen mit Behinderung) zum Ende der Aktion. Möglich gemacht hatte das alles eine zufällige Begegnung von Jürgen Mies, zuständig für Mobilität beim „Josefsheim Bigge“, auf der Rollstuhlbasketball-WM mit Mitgliedern des „SOV“, dem SUP und Outdoorverein Lüneburg. Der Verein ist im Besitz zweier großer rollstuhltauglicher Stand up Paddles. Diese „Wheely-SUPs“ sind aufblasbare Riesenboards mit einer Größe von 5,5 Metern mal zwei Metern. Unterstützt wird diese Integration von Menschen mit Behinderung im Wassersport des „SOV-Lüneburg“ unter anderem durch die „Aktion Mensch“ und dem DLRG.

„Auch am Sorpesee war die Bereitschaft zu Unterstützung sofort und in großem Maß vorhanden“, freuten sich die Verantwortlichen. Beteiligt waren das Strandbad Langscheid (Sorpesee GmbH), das Hotel Seegarten Langscheid sowie die DLRG aus Langscheid und Sundern, So seien der Freitag und Samstag für alle Beteiligten zu einem ganz wunderbaren Tag geworden.

Lediglich am Samstag habe es der Sommer dann doch etwas zu gut gemeint, verriet Veronika Eickelmann. Weil die Hitze zu belastend gewesen sei, habe man die Aktion eher beenden müssen. Das Paddeln auf den Boards habe natürlich trotzdem stattgefunden. Zum Schutz vor der heißen Sonne seien kurzerhand Sonnenschirme auf den Boards befestigt worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare