Mittelalter zurück in Allendorf

Nach der Weihe sammelten sich die Allendorfer in mittelalterlichen Gewändern vor ihrem "Eingangstor" zum Gruppenfoto. Foto: Klemens Teipel

Rege Beteiligung der Bewohner bei der Einweihung zeigt Sinn für Historie

Allendorf. (kt)

"Allendorf hat Leben". Das ist mehr als ein Werbeslogan für die hervorragend funktionierende Infrastruktur, sondern eher eine Aussage, die der Menschen Identität betrifft. Und dazu gehört die sprichwörtliche Liebe zur Heimat.Der Verein "Fickeltünnes" trat ins Leben. Mit Akribie wurde die Geschichte aufgerollt, der Bergbau erforscht, Schnadegänge nachvollzogen und die Feier der nun 600-jährigen Verleihung der Stadtrechte ins Auge gefasst. Mit dem Jahr 2007 ist diese Zeit gekommen, und alle packen nach Kräften ins Rad. An historischer Stelle wurde eines der ehemals zwei Stadttore, nämlich das an der "Potenbrücke", als Attrappe aufgebaut und unter großer Beteiligung der Ortsbewohner mit Musik, Chorgesang und dem Segen der Kirche eingeweiht.

Fickeltünnes-Vorsitzender Anton Lübke begrüßte die große Schar auf dem Hof Schulte-Stracke. Herzlich dankte er den Helfern, die kostenlos Hand anlegten oder mit Spenden die Erstellung des Tores unterstützten. Ohne die Verdienste einiger zu schmälern, muss doch Josef Spielmann erwähnt werden, der die Zeichnung nach dem Tor aus dem Jahre 1924 anfertigte und die behördliche Genehmigung einholte. So ist das fertige Werk keine Kopie des echten und auch nicht der vormaligen Attrappe, denn die Maße mussten dem heutigen Verkehr angepasst werden.

Bürgermeister Friedhelm Wolf übermittelte die Glückwünsche der Stadt Sundern. Er würdigte das Engagement der Nachfahren ehemaliger Stadtrechte, die noch eine Befestigung gerade am Rande des kurkölnischen Herrschaftsgebietes verlangten. Pfarrer Friedrich Taprogge spendete dem Werk den kirchlichen Segen. Man möge das Tor als Geste des Willkommens sehen und empfahl alle dem Schutze Gottes, die es als Einheimische, Gäste oder Durchreisende passieren. Am Wärme spendenden "Lagerfeuer" auf dem anliegenden Hof Schulte-Stracke klang die Feier aus.

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