Bandbreite an Möglichkeiten

Diskussion um Franz-Josef-Tigges-Platz auf PIB

Auch die Zahlungsaufforderung ans Stadtmarketing aus einem Kreis der Ratsmitglieder war Thema bei der Monatspressekonferenz.

Sundern. Der Franz-Josef-Tigges-Platz hatte bereits vor der politischen Sommerpause die Diskussionen in Sundern befeuert. Anfang September werden die Bürger offiziell um ihre Meinung gefragt: Dann soll das mögliche Bauprojekt auf der Plattform für interaktive Bürgerbeteiligung (PIB) zur Diskussion eingestellt werden.

Auch eine Bürgerinformationsveranstaltung wird noch terminiert. Momentan besuche der mögliche Projektträger alle Fraktionen, gab Bürgermeister Ralph Brodel beim Monatspressegespräch am vergangenen Mittwoch den Status quo wieder. Es stehen diePläne im Raum, ein neues Wohn- und Geschäftshaus am Franz-Josef-Tigges-Platz zu bauen – mit Apotheke und Drogerie im Erdgeschoss, mit zwei ambulanten Wohngruppen der Caritas im Obergschoss, Arztpraxen im zweiten Obergschoss sowie Wohnungen im dritten Geschoss.

 „Wir haben alles in der Hand“, betonte Brodel, dass der Prozess ergebnisoffen sei. Er gab aber zu, dass er einen Fehler bei der Beratungsfolge gemacht habe: Statt des Haupt- und Finanzausschusses hätte man erst den Ausschuss für Stadtentwicklung einbeziehen müssen. „Das war meine Verantwortung“, so das Stadtoberhaupt. „Ich habe aber nicht richtig verstanden, woher bestimmte Vorwürfe kommen. Mir fehlt die Fantasie, wie so etwas unter der Hand gehen soll.“ Nicht zuletzt im Artikel des Stern war dem Bürgermeister „sein jüngster Coup“ vorgeworfen worden: Er habe „an den zuständigen Ratsausschüssen vorbei“ ein „Filetgrundstück im Zentrum der Stadt an ungenannte Investoren verkaufen“ wollen.

"Der Tigges-Platz verschwindet nicht."

„Wir können noch alles Mögliche bestimmen“, konterte Brodel am Mittwoch. Es gebe nicht nur eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten zur Gestaltung des Gebäudes, auch könne der Rat beschließen, dass alles beim Alten bleibt. Viele Fragen sollen zunächst auch bei PIB beantwortet werden, beispielsweise wie viel noch vom Tigges-Platz übrig bliebe. Denn hinsichtlich der Dimensionen würden falsche Vorstellungen kursieren, erklärte Brodel. „Der Tigges-Platz verschwindet nicht, es würde eine kleine Spitze wegfallen“, erklärte Brodel, der unterstrich: „Diskussionen sind immer gut, das tut der Demokratie gut.“

Für nicht zielführend hält der Bürgermeister indes die von mehreren Ratsmitgliedern öffentlich geführte Diskussion um das Stadtmarketing. Diese hatten in einem Brief an den Bürgermeister die sofortige Zahlung von 58.400 Euro an das Stadtmarketing gefordert, worauf Stadtkämmerin Ursula Schnelle auf Nachfrage des Kurier eine Erklärung abgegeben und betont hatte, dass eine pauschale Bezuschussung nicht möglich sei. Eine Info an die Ratsmandatsträger soll noch rausgehen. „Es gibt da offenbar Informationsbedarf“, kritisierte Brodel. Man stünde in engem Austausch mit der Führung des Stadtmarketings. Eine Simplifizierung der Sachlage und eine öffentliche Diskussion darüber sei nicht zielführend, so Brodel, der genauso mit Unverständnis auf die erste Zahlungsaufforderung Anfang Juli verwies. „Ende April, Anfang Mai wurde der Haushalt erst freigegeben, zum Juli haben wir 50.000 Euro überwiesen. Es soll mir mal einer sagen, wie man das hätte schneller machen können.“

Erste Schritte verkündete Katharina Grothe, Erste Beigeordnete der Stadt, für die von der Kommunalpolitik geforderte Prüfung der Personalentwicklung in der Stadtverwaltung. Ein Unternehmen sei engagiert und werde als Erstes in der nächsten und übernächsten Woche Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiter der Verwaltung durchführen. Die Ablauforganisationsuntersuchung sei in verschiedene Phasen gegliedert, Mitte 2020 erwarte man die Optimierungsvorschläge, auf Basis derer man ein Personalentwicklungskonzept für die Stadtverwaltung erarbeiten wolle.

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