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Nach dem Waldbrand in Stemel: So geht es auf der Fläche weiter

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Von: Andre Geißler

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Waldbrand Stemel Neupflanzungen Schütz Gorband
Neupflanzungen sollten zügig erfolgen, erläutern Helge Schütz und Andreas Gorband vom Fachunternehmen auf der verbrannten Waldfläche bei Stemel. © Andre Geißler

Der Schock sitzt tief bei den Waldbesitzern: Eine Woche nach dem verheerenden Waldbrand, der mehrere Tage auf einer Fläche von rund 11,5 Hektar oberhalb vom Sunderner Ortsteil Stemel wütete, geht es nun um die Schadensanalyse und die Frage „Was nun?“. 

Stemel -  Der SauerlandKurier hat mit einem der sieben betroffenen Waldbesitzer sowie zwei beratend tätigen Forstexperten gesprochen.

„Der Brand ist am Dienstag ausgebrochen. Doch erst am Mittwoch war ich mental überhaupt in der Lage, mir selbst vor Ort ein Bild von der Katastrophe zu machen“, schildert nun ein Sunderner Waldeigentümer die dramatischen Ereignisse. Schnell sei die Nachricht zu ihm durchgedrungen, dass ein Waldstück bei Stemel brenne: „Erst hatte ich nur eine leichte Befürchtung. Doch dann wurde klar, dass auch mein Wald brennt.“ Erst vor rund 15 Jahren sei das Waldstück mit Douglasien, Fichten und Buchen angepflanzt worden. Auch, um später einmal einen Ertrag zu erwirtschaften.

In Zahlen lasse sich der Schaden in diesem Stadium nicht ausdrücken, aber allein der emotionale Verlust sei enorm. „Nach Kyrill, weiteren Stürmen, Trockenheit und Borkenkäfer ist dies ein weiterer Tiefschlag für die Waldbesitzer“, äußerte sich Helge Schütz, Betriebsleiter des Diemelstädter Unternehmens Forstigo, das als Partner bei der Beförsterung und Forstbetriebsführung beratend zur Seite steht, ebenfalls erschüttert: „Bevor jetzt die Versicherungsfragen geklärt und die notwendigen ersten Schritte besprochen werden können, geht es uns erst einmal auch darum, die Betroffenen zu ermutigen.“ Denn für die meisten betroffenen Waldbesitzer der Forstbetriebsgemeinschaft Röhrtal lautete das Fazit „Totalschaden“. Wichtig sei es jetzt, dass sich nicht jeder Eigentümer einzeln auf die Wiederaufforstung vorbereite, sondern möglichst alle gemeinsam zu einer Besprechung zur Herangehensweise an einem Tisch zusammen setzten.

Waldbrand Stemel verbrannte Erde
Verbrannte Erde sowie abgestorbene Bäume hat das Feuer nach dem großen Waldbrand in der vergangenen Woche zurückgelassen. © Andre Geißler

Naturnaher Wald oder Wirtschaftswald?: Zwar müsse jeder der betroffenen Waldbesitzer die eigenen Ziele selbst definieren, doch es mache mehr Sinn, für die gesamte Schadensfläche im Großen und Ganzen zu denken. „Nach zahlreichen erfolgten Telefonaten führen wir mit den Eigentümern nun auch persönliche Gespräche vor Ort. Ziel ist es nun, in enger Abstimmung aller mit den erforderlichen Maßnahmen zu beginnen. Dafür erstellen wir Vorschlaglisten“, erklärte Forstigo-Mitarbeiter Andreas Gorband, der der direkte Ansprechpartner für die Röhrtaler Forstbetriebsgemeinschaft ist.

Auch, wenn der Schock erst einmal noch verdaut werden müsse, sei es jetzt dringend erforderlich, sobald als möglich mit der Aufforstung zu beginnen. Am besten schon im kommenden Herbst. Denn der größte Feind auf diesen bergigen Flächen sei jetzt die drohende Erosion bei Starkregenereignissen. Immerhin eine gute Nachricht: „Der Boden selbst nimmt bei solch einem Brand keinen Schaden.“, so Forstexperte Schütz: „Im Hinblick auf die dramatisch veränderten Klimabedingungen haben nach erfolgter Mulchung etwa die Anpflanzung von Eichen und Buchen große Chancen als Bestandteil eines zukunftsfähigen Waldbestandes.“

Dass bei den vielen Fragen, die sich den Waldbesitzern und Forstunternehmen derzeit stellen, eine Wiederaufforstung eine riesige, noch nie dagewesene Herausforderung sei, ist sich auch der Sunderner Eigentümer sicher: „Ich befürchte, dass es noch schlimmer wird mit der Häufung trockener Jahre und der Waldbrandgefahr.“

 Bei dem Waldbrand, der mehrere Tage auf einer Fläche von rund 11,5 Hektar oberhalb vom Sunderner Ortsteil Stemel wütete, war die Feuerwehr im Dauereinsatz.

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