Mitteilung der SPD zu Sanierung sorgte für Irritationen

Nach Diskussion um Altstadtpflaster in Allendorf: Das sagen Ortsvorsteher und Verwaltung

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Das historische Gesamtensemble aus Gebäuden und Straßen wird in der Allendorfer Altstadt auch durch das Pflaster geprägt.

Ein öffentliches Schreiben der Allendorfer SPD an die Stadtverwaltung hat im Sunderner Stadtgebiet sowie vor allem bei den Allendorfer Bewohnern für Irritationen gesorgt. Hintergrund ist das Vorhaben der Stadt, in den nächsten Jahren eine Straßensanierung im Altstadtbereich des Sunderner Ortsteils durchzuführen. 

Sundern - Stein des Anstoßes ist vor allem der etwaige Ersatz des erst rund 20 Jahre alten Kopfsteinpflasters durch eine Asphaltdecke. So äußert sich die SPD-Ortsvereins in diesem Schreiben, das auch über die sozialen Medien veröffentlicht wurde, „entsetzt“ und „empört“ über diese – als Vollausbau in 2022 ausgewiesene – Planung, die Bestandteil der in der letzten Ratssitzung am 2. September vorgelegten Liste des städtischen Straßen- und Wegekonzepts für die Jahre 2021 bis 2025 ist.

Bei der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins hätte die Vorsitzende, Ratsmitglied Birte Hirschberg, mit dieser Mitteilung ein ungläubiges Kopfschütteln ausgelöst. „Die entsetzten Sozialdemokraten äußerten deutliche Vorwürfe in Richtung Verwaltung und Ortsvorsteher, ein solch wichtiges Vorhaben nicht vor der Aufnahme in den Investitionsplan mit den Anliegern und der Dorfgemeinschaft besprochen zu haben, zumal die Sanierung zudem für diese kostenpflichtig ist“, heißt es in dem Schreiben weiter. In Allendorf befürchtet man vor allem die Zerstörung des nahezu einmaligen historischen Gesamtensembles aus Gebäuden und Straßen. Man fordere daher eine umgehende Aufklärung und Klarstellung.

Verwaltung räumt Fehler bei veröffentlichtem Zeitrahmen ein

Auf Anfrage des SauerlandKurier nahmen der Fachbereichsleiter Lars Ohlig sowie Allendorfs Ortsvorsteher Franz Clute Stellung zu den Vorwürfen. „Erst einmal muss ich den Fehler eingestehen, dass uns in der Liste des Konzeptes ein Fehler unterlaufen ist“, stellte Ohlig klar: „Der Beginn dieser Planungen ist nicht für 2022, sondern für 2024 vorgesehen. So steht es auch in den Haushaltsplanungen.“ Erst dann würden die bereits jetzt schon erkennbaren Schäden am Kopfsteinpflaster neu begutachtet und im Zuge der Planungen ein weiteres Vorgehen festgelegt.

Vor 2025 werde es also zu keiner Maßnahme – ob lediglich punktuell oder ganzflächig – kommen: „Niemand hat bisher gesagt, dass die komplette Altstadt asphaltiert werden soll. Selbstverständlich würden wir eine altstadtgerechte Lösung bevorzugen. Aber eine generelle Neugestaltung mit Kopfsteinpflaster ist sehr teuer. Wir haben noch genügend Zeit, mit allen Beteiligten zu sprechen und eine Kompromisslinie zu erarbeiten.“

Altstadtpflaster: Schäden machen Handeln notwendig

Der Fachbereichsleiter betonte indes, dass die Stadt auch einer Verkehrssicherungspflicht nachkommen müsse. Leider seien die Schäden nach 20 Jahren schon so groß, dass ein mittelfristiges Handeln notwendig wäre. Aufgrund der nach dem Winter 2020/21 festgestellten Schäden (teilweise Absackungen, teilweise Aufwürfe) wurde seitens der Verwaltung die Überlegung angestellt, mittelfristig eine Sanierung der Altstadtstraßen in Erwägung zu ziehen. Kleinflächige Reparaturen seien bei der vorhandenen Pflasterbauweise (Naturstein) meist nur von kurzer Haltbarkeit.

Aufgrund dessen wurden die Altstadtstraßen in das am 2. September durch den Rat beschlossene Straßen- und Wegekonzept integriert. Nach einer erneuten Besichtigung etwa Mitte des Jahres wurde der Betriebshof beauftragt, die gravierenden Schäden an den Entwässerungsrinnen mit Spezialmörtel (der dauerhafter ist) übergangsweise zu beseitigen. Zum anderen wurden die übrigen Schäden erneut kontrolliert. Bis auf eine größere Absackung, die mittelfristig zu einer Verkehrsgefahr werden könnte, sind die Straßen aktuell noch größtenteils intakt. Die Verwaltung geht jedoch davon aus, dass die Schäden zunehmen werden.

Klärung am runden Tisch

Die Vorgehensweise des SPD-Ortsvereins, sich ohne vorherige Gespräche an die Öffentlichkeit zu wenden, sei jedenfalls „voreilig und unsensibel“, so Lars Ohlig. Ähnlich ordnete auch der Ortsvorsteher das Vorpreschen ein: „Stand jetzt ist zwischen mir und der Stadtverwaltung lediglich besprochen, dass irgendwann etwas passieren muss. Ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass der außergewöhnliche Charakter so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen wird. Im Moment gehe ich davon aus, dass punktuelle Ausbesserungen ausreichen werden.“ Ohlig und Clute kündigten an, dass man noch in dieser Woche zu einer gemeinsamen Aussprache an einem Tisch zusammenkommen werde. Auch, um „dass unnötig entfachte Feuer“ zu löschen.

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