Mehr Diskussion erhofft

Zwischenfazit zu PIB – 180 Bürger bisher angemeldet

Die neue Herzbank bekommt den Slogan „Wir haben das Herz am richtigen Fleck“ und wird in der Fußgängerzone in Sundern aufgestellt.

Sundern. Nachdem die Plattform für interaktive Bürgerbeteiligung kurz PIB im Dezember an den Start gegangen ist, wurden bislang fünf Projekte veröffentlicht. Nach dem ersten Vierteljahr wurden die Projekte nun ausgewertet und ein erstes Zwischenfazit gezogen.

Das erste Projekt, mit dem PIB gestartet ist, hat sich mit der Frage nach einem Slogan für die neue Herzbank in der Innenstadt beschäftigt. Auf dem roten, geschwungenen Bogen über der Liegebank soll ein freundlicher und einladender Spruch angebracht werden. Zur Auswahl hatte die Verwaltung diese sechs Vorschläge gestellt. Elf der 16 Stimmen und damit die meiste Zustimmung erhielt der Vorschlag „Wir haben das Herz am richtigen Fleck“. Dieser wird nun auf der herzförmigen Bank angebracht, die in der Fußgängerzone aufgestellt werden soll. Gleichzeitig wurde in der Diskussion der Bürger der Wunsch nach weiteren herkömmlichen Sitzmöglichkeiten deutlich. Die Verwaltung beabsichtigt daher, im Frühjahr zusätzlich neue Bänke aufzustellen.

Im zweiten Projekt „Was ist Sundern?“ wollte die Stadtverwaltung wissen, an welche Aspekte sie als Erstes denken, wenn sie Sundern beschreiben sollen. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage stellt, was Sundern von anderen Städten im Umkreis beziehungsweise Orten in anderen ländlichen Regionen unterscheidet und was starke identitätsstiftende Elemente, Orte und Symbole in Sundern sind. Hintergrund ist, dass die Verwaltung derzeit einen Vorschlag für ein neues Leitbild der Stadt Sundern erarbeitet. Ein Leitbild ist zunächst eine Selbstbeschreibung und stellt im Weiteren eine strategische Orientierungshilfe und langfristige Handlungsempfehlung für ein realistisches Idealbild der Zukunft in Sundern dar.

Da es von besonderer Bedeutung ist, dass sich die Bürger mit dem Leitbild identifizieren können, haben sich das zweite und dritte Projekt auf PIB der gesamtstädtischen Frage nach Stärken und Schwächen sowie Identifikationspunkten im Stadtgebiet gewidmet. Dabei ging es um den subjektiven Eindruck der Umfrageteilnehmer. Acht Bürger haben zur Frage „Was ist Sundern?“ Stellung bezogen: Sie sehen Sundern als lebenswerte Stadt an und schätzen die hilfsbereite und bodenständige Art der Bevölkerung. Die umliegende Natur spielt in den Beschreibungen eine wesentliche Rolle, wobei besonders der Sorpesee und Wildewiese hervorgehoben werden. Neben dem breiten Freizeitangebot werden ebenfalls positiv die umliegenden Dörfer sowie die örtliche Wirtschaft aufgeführt.

Geteilte Meinung über die City

Geteilter Meinung ist man bei der Fußgängerzone beziehungsweise der Innenstadt. Diese wird von einigen als schön angesehen, andere hingegen fordern eine Attraktivierung der Hauptstraße. Kritik gibt es für fehlende Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche und auch eine bessere Radwege- und ÖPNV-Anbindung wird angeregt. Die Eindrücke werden mit in das Leitbild aufgenommen. Dieses soll in einem der zukünftigen Projekte auf PIB diskutiert werden.

Abgestimmt wurde im Februar über den städtebaulichen Rahmenplan zur Innenstadtentwicklung, der sogenannten „Variante 0“. In der Abstimmung kam heraus, dass die Mehrheit der 16 Teilnehmer den Rahmenplan positiv bewertet. Allerdings wurden in den Kommentaren der Bürger auch verschiedene Kritikpunkte deutlich. So wird darauf hingewiesen, dass die Durchfahrt des Hubertustunnels sehr schmal sei und deswegen insbesondere von älteren Mitbürgern gemieden werde. Kritisch gesehen werden ebenfalls die geplanten Parkplätze im Kirchenbereich. Insgesamt wird der Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität in den Kommentaren deutlich.

Nachdem nun die ersten fünf Projekte abgeschlossen sind, ist man zumindest mit der Zahl der Anmeldungen von über 180 Bürgern zufrieden. „Wenn diese sich auch mit den Projektdateien auseinander setzen, fänden wir das sehr gut“, so Bürgermeister Ralph Brodel. „Wir würden uns aber wünschen, dass sich noch mehr Personen an den eigentlichen Diskussionen und Abstimmungen beteiligen.“

Eine mögliche Maßnahme die Beteiligung zu steigern wird darin gesehen, den Fokus auch auf die einzelnen Ortsteile zu richten und ortsspezifische Befragungen durchzuführen. Dies war unter anderem auch eine Anregung im offenen Projekt, in dem Bürger Themenwünsche und Anregungen vorbringen können. „Sollten Ortsvorsteher, Ratsmitglieder, die Schulen, Vereine, Institutionen oder Bürgerinnen und Bürger weitere Themen diskutieren wollen, die eventuell keinen gesamtstädtischen Bezug haben, können sie sich gerne an die Verwaltung wenden“, so Bürgermeister Brodel abschließend

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