Treffen mit Mitarbeiterinnen

Nach Rücktritten im Stadtmarketing-Vorstand: Sunderns Bürgermeister Brodel ist "fassungslos"

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Sundern. Nachdem der Vorstand des Sunderner Stadtmarketings, Christian Willeke und Maria Hegemann, am Dienstagmorgen seinen Rücktritt erklärt hat, meldet sich nun Bürgermeister Ralph Brodel zu Wort. Er verstehe die Rücktritte nicht und sei fassungslos, heißt es in einer Mitteilung aus dem Bürgermeisterbüro.

Eine halbe Stunde nach den erklärten Rücktritten der Vorstandsmitglieder Christian Willeke und Maria Hegemann sowie der Aufsichtsratsmitglieder Magnus Bende und Peter Flügge habe das Stadtmarketing-Team die Situation mit Brodel diskutiert. Dieser habe erst einmal die Geschäftsleiterin Julia Koger und die langjährige Mitarbeiterin Iris Reich beruhigt und ihnen klar gemacht, dass sie durch die Rücktritte nicht plötzlich arbeitslos seien. 

Nicht nur der Bürgermeister, der gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender des Statdtmarketings ist, verstehe die kollektiven Rücktritte nicht – sie seien für die Mitarbeiterinnen ein absoluter Schock. "Insbesondere dass ohne jedwede Ankündigung alles niedergelegt wird, macht Bürgermeister und Geschäftsführung fassungslos", heißt es in der Mitteilung. 

Ebenso überrascht worden sei man von der zeitgleich verschickten Presseerklärung, die man per Mail zur Kenntnis bekam. Ein Kernsatz dort lautete: "Laut Vorlage der Ratssitzung am 12. Juli beabsichtigt Bürgermeister Brodel, entgegen vorheriger Abstimmung mit dem Vorstand und Teilen des Aufsichtsrates, offensichtlich mit Unterstützung einiger Fraktionen, die SMS-Genossenschaft aufzulösen bzw. den städtischen Zuschuss auf null zu kürzen." 

"Mitarbeiter haben Vertrauen in Verwaltung und Politik"

Dem widerspricht Ralph Brodel: "Gerade mit dieser Ratsvorlage soll doch ein zukunftsfähiges Stadtmarketing geschaffen werden. Da steht doch mit keinem Wort, man wolle das Stadtmarketing abschaffen. Das Gegenteil ist der Fall!" 

Wörtlich stehe in der Vorlage: "Die Verwaltung wird beauftragt, ein Gutachten in Auftrag zu geben mit der Zielsetzung, die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für den Aufbau eines modernen und für Sundern ausreichenden Stadtmarketings zu prüfen und Handlungsempfehlungen unter Berücksichtigung der bestehenden Strukturen und Aufgabenfelder auszusprechen. Die notwendigen Mittel für die Beauftragung werden außerplanmäßig über Mehrerträge im Gesamthaushalt bereitgestellt."

Wie sich aus dieser Vorlage eine geplante Abschaffung des Stadtmarketings herleiten lässt, sei für die Führung des Stadtmarketings, die Verwaltung und den Bürgermeister nicht zu verstehen. "Die Mitarbeiter des Stadtmarketings haben, so wurde es sehr deutlich in der Sitzung mit dem Bürgermeister, volles Vertrauen in Verwaltung, Politik und Bürgermeister", schreibt das Bürgermeisterbüro abschließend.

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