Näh-Netzwerk mit Anfragen bombardiert 

Erste Lieferung an Bücherei schon ausverkauft

+
Die 50 Masken, die an die Bibliothek der Stadt Sundern geliefert worden waren, fanden bereits reißenden Absatz.

Sundern – Alle Hände voll zu tun hatten die Sunderner Näherinnen bereits vor dieser Woche. „Wir haben bestimmt schon 2.000 Gesichtsmasken genäht“, erzählte Gudrun Fabry, eine der Initiatorinnen des Sunderner Näh-Netzwerks, am Mittwoch. Kaum gesagt, da wurde sie mit ihren neun Mitstreiterinnen erst recht mit Anfragen bombardiert, als bekannt wurde, dass NRW ab Montag die Maskenpflicht beim Einkaufen und im Nahverkehr einführt.

Zu dem Netzwerk gehören zehn Sundernerinnen: sechs Frauen, die bis Mittwoch schon in jeder freien Minute die Nähmaschine angeworfen haben, unterstützt von vier Frauen, die ihnen zuarbeiten, sich um das Material kümmern, Masken ausliefern und die vielen Mails beantworten. Ursprünglich hatten die Frauen bereits unabhängig voneinander vor vier bis fünf Wochen die gleiche Idee: „Ich kann nähen und Masken haben wir zu wenig.“ Einige der Frauen kannten sich aus dem Bürgernetzwerk Flüchtlingshilfe, andere traten bei Facebook mit Materialspenden-Aufrufen zu Tage und so vernetzten sich die fleißigen Näherinnen schließlich in einer gemeinsamen Whats-App-Gruppe.

Unter ihren Händen entstehen individuelle Gesichtsmasken. „Alle ganz bunt“, betont Gudrun Fabry. Und jede Frau hat dabei eigene Techniken entwickelt.

Bunt und individuell sind die Gesichtsmasken, die die Frauen des Netzwerkes ehrenamtlich und zugunsten des Tierschutzvereins nähen.


Bestellen kann man ihre Masken per Mail. Und seit Neuestem bekommt man sie auch in der Stadtbibliothek der Stadt Sundern. 50 Masken haben die fleißigen Frauen schon dorthin geliefert. Der ursprüngliche Plan war, dass das Büchereiteam die Masken ab dem 4. Mai verkauft, wenn die Bibliothek wieder ihre Türen für Publikumsverkehr öffnen darf. Doch als das Büchereiteam vorab auf Facebook ein Foto von den Masken hochlud, war das Interesse schon so groß, dass man beschloss, die Masken ab sofort zu verkaufen, verriet Bibliotheksleiterin Thea Schroiff. Und bereits am ersten Tag,  am heutigen Mittwoch,  war die erste Charge, außer den Kindermasken, ausverkauft. Eine Nachlieferung für morgen ist bestellt. Interessenten müssen allerdings klingeln, denn die Bücherei hat noch geschlossen. Das ist möglich von Montag bis Donnerstag von 10 bis 12 und 13.30 bis 16.30 Uhr.

Spenden gehen an den Tierschutzverein

Und im Hintergrund wird bereits weiter fleißig für die Bücherei genäht: „Wir bereiten noch welche vor, wir wissen ja nicht, ob es einen Ansturm gibt“, hatte Gudrun Fabry schon vor dem ersten Ausverkauf in der Bücherei erklärt. „Die Masken sind einzeln hygienisch in Folie verpackt und frisch gewaschen.  Sie können sofort benutzt werden“ sagt Fabry.

Wurden die Masken zunächst gegen Materialspenden ausgegeben, hatten die Frauen, angeregt durch Iris Lübke, jetzt noch eine Idee, wie sie mit den Masken Gutes tun können. Inzwischen kann man die individuellen Werke für eine Spende von 4 Euro bekommen. Der Verkaufserlös wird komplett an den Tierschutzverein Sundern gespendet. Daher freut sich das Team der Näherinnen über jede verkaufte Maske.

Diese Woche gingen weitere 300 Masken beispielsweise zur Sauerlandklinik Hachen, die diese für ihre Patienten bestellt hatten. 150 Masken waren sogar schon nach Köln in ein Kinderheim gegangen. „Unser Anliegen ist, dass die Leute versorgt sind, die was brauchen“, sagt Gudrun Fabry stellvertretend für das ganze Team.

Wer das Team unterstützen möchte, kann dies mit Gummibändern tun. Das ist das Einzige, was momentan dringend gebraucht wird. 

Masken-Bestellungen können geschickt werden an die E-Mail-Adresse naehen-gegen-corona-sundern@web.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare