„Raumkonzept ist die größte Stärke“

Neubau der Lukaskirche bietet einige Neuerungen 

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Freuen sich über den Baufortschritt für den Neubau der evangelischen Lukaskirche: Pastor Martin Vogt (links) und Architekt Lars Krug.

Sundern. Die Gelegenheit, an einem Bauprojekt mit Seltenheitswert teilzunehmen, haben derzeit die Gemeindemitglieder der evangelischen Kirche in Sundern. Wo andere Kirchen entwidmet werden, wird hier neu gebaut. Und die Gemeindemitglieder konnten ihre Anregungen in den Prozess einbringen.

Die rund 600 Quadratmeter große Bodenschachtung ist bereits zu sehen, wo früher die alte Lukaskirche stand, die nach ihrer Entwidmung (16. Juni) abgerissen wurde.

 „Der Neubau wird möglichst weit in Richtung Hauptstraße geschoben, damit er präsenter ist“, erklärt Pastor Martin Vogt das Bauprojekt (Gotteshaus samt Gemeindezentrum), für das 1,7 Millionen Euro eingeplant werden und das nach dem Wegfall der Markuskirche in Langscheid nötig geworden war. „Der zweite Effekt ist, dass wir zur Röhr mehr Platz gewinnen“, ergänzt Architekt Lars Krug. Somit wird Raum geschaffen für eine Art „Innenhof“, der multifunktional genutzt werden kann.

Und das sind nicht die einzigen Veränderungen: Das Gemeindehaus, das früher zweigeschossig war, wird im Zuge des Neubaus barrierefrei, denn entstehen wird ein eingeschossiger Bau mit einem erhöhten Kirchenraum. „Die größte Stärke des Neubaus ist das Raumkonzept“, freut sich Pastor Martin Vogt. Eine hohe Flexibilität bieten die beweglichen Trennwände zwischen Kirchenraum, den angrenzenden beiden Gruppenräumen und dem Foyer. Das bietet nicht zuletzt mehr Platz für größere Trauungen und Konfirmationen. Rechts des Eingangs schließen sich die Küche – wie eine Cafeteria konzipiert – , Gemeindebüro, Besprechungsraum und Jugendraum mit Teeküchenbereich an – viele Möglichkeiten, damit Gruppen ungestört parallel arbeiten können.

Wichtig war der Gemeinde auch, dass das neue Kirchengebäude hell und freundlich wird – mit viel Tageslicht. „Die ganze Architektur ist darauf abgestimmt“, erklärt Architekt Lars Krug. Die lichte Architektur soll schon von der Straße aus einladend wirken – mit einer großen Glasfassade mit Doppeltür am Eingang. Darüber hinaus wird ein Teil der Fassade mit großformatigen Eternitplatten mit einem gestalteten Raster verkleidet – alles einfarbig. „Die Farbe und Ausführung werden jetzt noch mal abgestimmt“, erklärt Lars Krug, Optisch unterbrochen wird die Eternit-Fassade rechts vom Eingang sowie am Glockenstuhl und am erhöhten Kirchenraum (ab 3,50 Metern) durch eine Holzfassade aus thermisch behandeltem Fichtenholz. Die Fenster bekommen außen einen Aluminium, innen aber auch einen Holzrahmen, Auch Dach und Dachaufbau werden komplett aus Holz gestaltet werden – „die Holzkonstruktion wird man auch von innen sehen“, stellt Lars Krug in Aussicht. „Das bringt Struktur in die Räume und hält die Akustik im Zaum. Es wird aussehen wie die alte Holzbalkendecke nur in hellem Holz“, erklärt der Architekt. 

"Es war ein wichtiger Punkt, dass die Gemeinde beteiligt war"

„Das Element Holz stellt die Verbindung zur alten Kirche dar, nur mit einer anderen Gestaltung“, sagt Pastor Vogt. Um den Übergang von alt zu neu zu erleichtern und Erinnerungen wach zu halten, wird auch der alte Glockenturm in das neue Bauwerk integriert. „Er kommt auf einen Betonsockel, wird komplett eingehaust und bekommt eine neue Fassade“, erklärt der Architekt. Die alte Holzverkleidung passe nicht zur neuen Fassade. Auch die ursprüngliche Glocke, die seit 2010 nicht mehr in Betrieb ist, wurde gesichert und wird ausgestellt. 

Damit sich die Gemeinde im neuen Gotteshaus und Gemeindezentrum leichter zuhause fühlt, konnte jeder seine Ideen äußern. So wurden nach dem Architektenwettbewerb Ende 2017 bis Mitte 2018 noch viele Umplanungen vorgenommen, auch eine „Zettelbox“ für Ideen der Gemeindemitglieder hat es unter anderem gegeben. „Es war ein wichtiger Punkt, dass die Gemeinde beteiligt war“, betont Pastor Vogt.

 Eingeladen sind auch alle zur Grundsteinlegung am 22. September sowie zum Richtfest am 16. November. Mit der Fertigsstellung wird für Juni 2020 geplant, so dass die Einweihung Anfang Juli gefeiert werden kann. „Wir haben zeitlich keinen Druck. Wir sind mit offenen Armen bei der katholischen Gemeinde empfangen worden, wie man es sich nur wünschen kann. Und auch unsere Gemeinde nimmt das gut an“, sagte Martin Vogt.

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