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NRW-Ministerin stellt bei Besuch des Kolpinghauses Fördermittel in Aussicht

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Von: Andre Geißler

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Während im Hintergrund die Bautrocknunsgeräte liefen, führte der Vereinsvorstand NRW-Ministerin Ina Scharrenbach durch das vom Hochwasser schwer getroffene Kolpinghaus in Sundern. Bis zur Decke stand das Wasser im Keller. © Andre Geißler

Gut drei Monate nach den verheerenden Hochwasserereignissen machte sich NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenberg, jetzt auch in betroffenen Kommunen im Sauerland ein Bild von der Schadenssituation. Eine der Stationen war die Besichtigung des Kolpinghauses im Herzen Sunderns am Dienstag. 

Sundern - „Es war ein riesiger Schock für uns, als wir am Tag danach das riesige Ausmaß der Schäden feststellen mussten“, erinnerte sich Reinhold Plass, Erster Vorsitzender des Vereins Kolpinghaus Sundern, bei der Besichtigung durch die Ministerin, Bürgermeister Klaus-Rainer Willeke sowie weiteren Vertretern der Stadt, mit Schrecken an den 16. Juli zurück.

Die Fluten hätten das gesamte Kellergeschoss, das neben der Funktion als technisches Herz des Gebäudes auch für gastronomische Zwecke samt Kegelbahn genutzt wurde, bis knapp unter die Decke unter Wasser gesetzt und ein Bild der Verwüstung und Zerstörung hinterlassen.

Viele Helfer packten nach dem Hochwasser mit ab

„Beeindruckend“ sei aber die Tatsache gewesen, dass neben Feuerwehr und THW mehr als 20 junge Freiwillige „fleißig malochend“ bei den ersten Aufräumarbeiten mit angepackt hätten. Erfreulich sei zudem die hohe Spendenbereitschaft seitens der Bevölkerung und Unternehmen gewesen. Noch heute laufen hier die Bautrocknungsgeräte auf Hochtouren. Die drückend feucht-warme Luft vermittelt den Eindruck, als befände man sich in einem Gewächshaus. Die vom Kolpinghaus verpachtete Gastronomie „Tagwerk“ im Erdgeschoss sei jedoch aufgrund der etwas erhöhten Lage des in den 50er Jahren gebauten Gebäudes in der Fußgängerzone um Haaresbreite einer größeren Katastrophe entkommen, teilte Plass beim Streifzug durch die Räumlichkeiten mit.

„Ob Inventar, Kegelbahn, Kühl- und Kältetechnik, Heizkessel oder Elektroinstallation. Wasser und Schlamm sind durch Fenster und Türen eingedrungen und haben alles unbrauchbar gemacht. Das größte Problem war zunächst, dass auch die zum Gebäude gehörenden vier Wohnungen lange Zeit ohne Strom und Heizung dastanden.“

Schadenssumme von 150.000 Euro - ohne die Kegelbahn

Jetzt sei es bitter, dass die beliebte Gastronomie nach langer Corona-Zwangspause nun auch noch durch die Hochwasserschäden für nicht absehbare Zeit ausgebremst sei: „Ohne die Kosten für eine neue Kegelbahn gehen wir von einer Schadenssumme von etwa 150.000 Euro aus. Wir sind bestrebt, diese Sunderner Begegnungsstätte mit zentraler Bedeutung so schnell wie möglich und mit gewohnter Ausstattung wieder öffnen zu können. Daher sind wir hoffnungsvoll, dass das Land NRW uns mithilfe des Hochwasser-Wiederaufbaufonds dabei unterstützt“, so Kolping-Schatzmeister Manuel Köhler.

Diesbezüglich konnte die Ministerin den Vorstandsmitgliedern Mut zusprechen. So könnten durch den Fonds im Gesamtvolumen von 12,3 Milliarden Euro 80, in Härtefällen bis 100 Prozent der entstandenen Kosten, eingefordert werden. Wichtig sei es jetzt, einen Antrag inklusive detailliertem Wiederaufbauplan zu stellen.

Bei Bewilligung könne man mit einer sofortigen Auszahlung von 40 Prozent der veranschlagten Schadenssumme rechnen: „Notfalls können auch entsprechende Schadensgutachten nachgereicht werden. Denn erst auf der Strecke der Sanierungsmaßnahmen merkt man, welche mittelbaren Kosten tatsächlich entstanden sind.“ Hoffnung machte Scharrenbach auch bezüglich der Neuanschaffung einer Kegelbahn: „Auch hierfür ist bereits eine Kostenerstattung in Aussicht.“ Das größere Problem, so die Ministerin, sei eher die zeitnahe Verfügbarkeit von Handwerkern und Material.

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