Landrat ehrt couragierte Zeugen – Fünf aus Sundern

Ohne zu zögern geholfen

Landrat Dr. Schneider sprach den couragierten Bürgern, darunter fünf aus Sundern, seinen Respekt aus.

Landrat Dr. Karl Schneider hat fünf mutige Bürger aus Sundern für ihren couragierten und selbstlosen Einsatz in Notsituationen ausgezeichnet.

Einen nicht ganz alltäglichen Termin gab es jetzt im Kreishaus. Landrat Dr. Schneider und die Kreispolizeibehörde hatten acht Bürger eingeladen, um sie zu ehren und ihnen Dank auszusprechen als Zeichen der Anerkennung für mutiges und selbstloses Handeln in einer besonderen Situation. Diesen acht Menschen ist gemeinsam, dass sie im letzten Jahr anderen Menschen Hilfe und Beistand geleistet haben, in einer Situation, in der sie sich teils sogar selbst einer Gefahr ausgesetzt haben, aber trotzdem ungeachtet dessen eingeschritten sind: Marco van der Kooi (Arnsberg), Matthias Litzke und Nikolai Stolze (Brilon), Yannick Fricke, Lukas Müller, Nicole Riedel, Arndt Wellbrock und Hubertus Keggenhoff (alle Sundern).

Dr. Schneider stellte anschließend die Geschehnisse dar, in denen sich die sechs besonders hervorgetan hatte und überreichte jedem von ihnen im Anschluss eine Urkunde und als kleines Präsent ein signiertes Buch des Zeichners Tomicek als Zeichen der Anerkennung. Im folgenden die lobenswerten Taten der Sunderner.

• Im Oktober 2013 kenterte auf dem Sorpeesee in Sundern ein Anglerboot. Zwei Angler fielen ins Wasser. Während für den einen jede Hilfe zu spät kam, konnte der andere Mann gerettet werden. Sein Leben verdankt er dabei Yannick Fricke und Lukas Müller aus Sundern. Die beiden surften an dem Tag auf dem See, als ihnen Passanten zuriefen, dass ein Boot gekentert sei. Die beiden surften sofort zu der angegebenen Stelle und gemeinsam brachten sie den Mann an Land. Anschließend surften sie direkt zurück und suchten nach dem zweiten Angler. Der konnte allerdings erst Stunden später von Tauchern nur noch tot aus dem See geborgen werden.

• An Heiligabend vergangenen Jahres raubte ein Mann einer 87-jährigen Frau in Sundern die Handtasche. Er riss sie ihr dabei so brutal vom Arm, dass die Frau auf die stark befahrene Hauptstraße stürzte und sich verletzte. Der Täter flüchtete. Arndt Wellbrock hatte die Tat aus seinem Auto heraus beobachtet, Hubertus Keggenhoff von der anderen Straßenseite aus. Auch sie handelten ohne zu zögern und verfolgten den Täter, bis sie ihn schließen stellen konnten. Der Mann wehrte sich massiv und drohte die beiden sogar umzubringen, doch unbeirrt dessen hielten sie den Räuber fest, bis die Polizei eintraf. Beide wurden bei der Verfolgung sogar verletzt. Wellbrock sogar so sehr, dass er acht Wochen krank geschrieben war. Nicole Riedel hatte die Tat ebenfalls beobachtet und eilte sofort der verletzten und geschockten Frau zu Hilfe, die noch immer auf der Straße lag.

Im Anschluss an die offizielle Übergabe der Urkunde und Präsente fragten Dr. Schneider und Polizeidirektor Droste interessiert nach, was bei diesen Erlebnissen besonders hängen geblieben ist, was man in dem Moment, wo man zur Tat schreitet gedacht hat und ob man noch einmal so reagieren würde.

Für Nicole Riedel war es sehr befremdlich, wie viele Menschen einfach an der alten Dame vorbeigefahren sind. „Die Frau lag da mitten auf der Straße und die Leute mussten anhalten und um sie herumfahren; manche hupten sogar und regten sich auf, aber keiner hielt an um zu helfen“. Arndt Wellbrock sagte, dass er in der Sekunde gar nicht nachgedacht, sondern einfach gehandelt hat. Er sah die Tat, sprang aus dem Auto und rannte hinterher. Auch für ihn war das selbstverständlich und selbst jetzt, als er sich dabei doch erheblich verletzt hatte, würde er es immer wieder tun.

„Wichtige Stütze

der Gesellschaft“

Auch für Yannick Fricke und Lukas Müller war es selbstverständlich zu helfen und auch sie haben nicht eine Sekunde gezögert, sondern sind einfach losgeeilt. „Auch wenn man nicht immer alles nach Lehrbuch macht in einer solchen Situation“ so Müller, „so ist es doch wichtig, überhaupt etwas zu tun.“

Für diese nicht selbstverständliche Zivilcourage sprachen ihnen Landrat Dr. Schneider und Polizeidirektor Droste ihre aufrichtige Anerkennung und ihren Dank aus. „Diese acht Menschen zeigten, dass wir nicht nur noch eine Kultur des Wegschauens praktizieren, sondern auch noch durchaus bereit sind, anderen Hilfe und Beistand zu leisten. Zivilcourage ist eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. Und alle waren sich einig, sie würden alle jederzeit wieder so handeln, denn für sie war es selbstverständlich zu helfen und wird es auch zukünftig weiter sein.“

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