Niederländischer Investor will in Amecke Ferienanlage betreiben

Ferienpark in Amecke ist wieder ein Thema

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Die für den Ferienpark gerodete Fläche in Amecke.

Sundern. Das Thema „Ferienpark in Amecke“ ist wieder auf dem Tisch. Der niederländische Investor „Roompot“ habe ein starkes Interesse daran, die Ferienhausanlage zu errichten und auch zu betreiben, so Bürgermeister Brodel. Er hatte Mitte August mit Firmenvertretern darüber gesprochen.

Im Vorfeld der Ratssitzung am Donnerstag hatten sich die Mitglieder bereits mit einer 100-seitigen Risikoanalyse über dieses neue, alte Thema beschäftigt. Auf dieser Basis diskutierte der Rat erste Aussagen des Papiers. Einen Beschluss fassten die Ratsherren und -damen allerdings nicht, weil zunächst weiterhin umfassende Informationen über Roompot und das Projekt „Ferienanlage“ gesammelt werden sollen. In der Novembersitzung soll dann ein Beschluss über die weiteren Schritte gefasst werden. So bestehe genügend Zeit für eine ausführliche Beratung in den jeweiligen Fraktionen. Diese forderte er auf, kritische Fragen zu stellen und das Papier „auseinander zu nehmen“.

„Will 2017 einen Haken daran haben“

„Ich will 2017 einen Haken an diesem Thema haben, in welcher Richtung auch immer. Diese bestimmen Sie und nicht die Verwaltung“, sagte Bürgermeister Ralph Brodel vor dem Rat. Er wolle step-by-step ein umfangreiches Profil bekommen, um das Projekt dann „leidenschaftslos, nüchtern und sauber“ zu bewerten. „Wir wollen eine Fortenwicklung, aber nicht um jeden Preis“, stellte er klar.

Eigenen Nachforschungen zufolge, seien manche Zahlen des potentiellen Investors bereits sehr kritisch zu hinterfragen. Die kalkulierten 100 bis 150 neuen Arbeitsplätze würden bei weitem nicht erreicht, ebenso die angegebenen Auslastungszahlen (siehe auch Infokasten).

Brodel wies insbesondere auch auf die Zeit hin, wenn der Park für den Investor amortisiert sei, also etwa 15 Jahre nach Eröffnung (Infokasten). „15 Jahre wäre alles gut, doch was ist, wenn der Investor dann das Interesse am Park verliert? Dann haben wir vielleicht einen Hügel mit vielen Häusern.“ Bedenken habe er im Gespräch mit den Investoren bereits deutlich gemacht. „Ich bin nicht deren Freund“, sagte er im Rat. Mit Blick auf die Erfahrungen mit Investoren und mit dem Projekt in der Vergangenheit wurde er noch deutlicher: Die sind der Grund, warum ich auf diesem Stuhl sitze. Daher sei eine radikale Aufklärung aller Fakten geboten. Brodel sieht Sundern dabei in der komfortablen Situation: Der Druck liege bei den Holländern, die einem neuen, französischen Investor Ergebnisse präsentieren müssten. „Wir fordern, wenn wir einsteigen, nicht die.“

„Wir fordern, nicht die“

Michael Stechele (SPD) begrüßte den Weg der Verwaltung. So eine Risikoanalyse hätten wir schon damals machen müssen, sagte er. Er forderte allerdings zunächst eine Diskussion darüber, wo Sundern touristisch hinwolle, es fehle an einem städtischen Gesamtkonzept. Die Ausschüsse Struktur und Wirtschaft müssten unbedingt mit ins Boot. Hans Klein (WISU) forderte diesmal eine viel frühere Bürgerbeteiligung.

Hintergrund

Die Anlage soll aus maximal 220 Ferienhäusern bestehen und 365 Tage im Jahr betrieben werden.

Ein Bauabschnitt zur Errichtung ist geplant.

Nach Angaben der Fa. Roompot werden ca. 100 bis 150 Arbeitsplätze neu geschaffen.

Der zu erwartende Umsatz liegt nach Angaben der Fa. Roompot bei ca. 6-7 Mio. Euro/Jahr.

Seitens der Fa. Roompot wird davon ausgegangen, dass die Anlage je zur Hälfte von holländischen und deutschen Urlaubern besucht wird.

Laut Geschäftsmodell der Fa. Roompot werden die Häuser aufgrund des niederländischen Steuerrechts zunächst veräußert und dann für 15 Jahre zurückgemietet und dann an Besucher weiter vermietet.

Der Eigentümer eines Hauses hat das Recht zur 3-wöchigen Nutzung/Jahr.

Die angestrebte Auslastung liegt bei >65%.

Die Fa. Roompot werde lediglich eine Grundversorgung an Nahrungsmitteln und gastronomischen Angeboten vorhalten. Schwerpunktmäßig setze man hier auf die Nutzung der vorhanden lokalen Angebote.

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