Freude und Wehmut 

Lukaskirche in Sundern wird am 16. Juni entwidmet - dann kommt der Neubau

Nicht nur die Lukaskirche, auch das Gemeindezentrum wird abgerissen und neugebaut. Foto: Ute Bosen

Sundern. Wie gewohnt feierten die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde am Sonntag ihren Gottesdienst in der Lukaskirche in Sundern. Doch danach gingen die meisten nicht nach Hause. Eine Gemeindeversammlung ließ sie von der Kirche in das angrenzende Lukashaus wechseln. Grund war der für Sommer geplante Neubau des Gotteshauses samt Gemeindezentrum.

Die Lukaskirche wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für protestantische Flüchtlinge gebaut. Und noch können die evangelischen Christen von Sundern ihre Gottesdienste darin abhalten. Auch das Osterfest und die Konfirmationsfeiern werden noch gefeiert, bevor am 16. Juni mit dem letzten Gottesdienst ihre Entwidmung stattfindet.

Pfarrer Martin Vogt und die Vorsitzende des Presbyteriums Kitty Gröhne stellten den zeitlichen und organisatorischen Plan bis zum Abriss und während des Neubaus vor. Die Stadt Sundern habe den Bauantrag genehmigt, die Finanzierung des Objekts sei größtenteils durch eigene Rücklagen gesichert und für die Zeit ohne Kirche könne man auf die Gastfreundschaft der katholischen Gemeinde von Sundern zurückgreifen. „Für alle unsere regelmäßigen Termine können wir die Räumlichkeiten des Johanneshauses oder von Christkönig nutzen. Der Wochentag und auch die Uhrzeit der Veranstaltungen bleiben erhalten“, versicherte Vogt. Gottesdienste und Taufen würden auf mehrere katholische Kirchen verteilt.

Bis zu 320 Sitzplätze sind möglich

Lars Krug vom Architekturbüro „Zamel Krug“ stellte den Neubau vor. Ein anderes Konzept und damit ein neues Gemeindezentrum war für die Bedürfnisse von Sunderns protestantischer Gemeinde durch den Wegfall der Markuskirche in Langscheid nötig geworden. Der Neubau werde etwas weiter hin zur Straße gebaut, erklärte der Architekt. Dadurch entstehe mehr Platz zur Sonnenseite und entlang der Röhr, der gut als Außenbereich genutzt werden könne.

So soll das neue Gemeindezentrum aussehen.

 

Ein flaches Gebäude, dessen Innenräume eine Höhe von drei Metern aufweisen, die Außenfassade mit Faserzementplatten verkleidet, bildet den Bereich der Gemeinderäume. Die vorgelagerte höhere Kirche setzt sich durch eine Holzverkleidung ab, die auch am Glockenturm angebracht wird. Im Innern des Glockenturms werde der alte Glockenstuhl installiert. 

Im quadratischen, sechs Meter hohen Kirchenraum sei etwa Platz für etwa 110 bis 120 Sitzplätze, erklärte Krug weiter. Zwar sei die Kirche damit etwas kleiner als die heutige, anhand ihrer Höhe sei der Eindruck aber ein völlig anderer. Durch ein System aus mehreren Schiebetüren werden die zwei vorgelagerten Gemeinderäume samt Eingangsbereich des Gemeindezentrums zur Kirche hin zu öffnen sein. Circa weitere 200 Sitzplätze können so für große kirchliche Feste geschaffen werden. 

Verkleinerung des Neubaus

Eine etwa siebenprozentige Teuerungsrate habe eine Verkleinerung des Neubaus zum ursprünglichen Plan nach sich gezogen. Etwa 50 Quadratmeter kleiner als das zum Wettbewerb eingereichte Konzept werde der Bau nun werden. Am Eingang, Kirchenraum und zum Beispiel am Jugendraum habe man Verkleinerungen vorgenommen. 

Geheizt werde alles über eine Fußbodenheizung, die durch eine Wärmepumpenheizung gespeist werde. Eine Photovoltaik-Anlage könne man nachträglich hinzufügen, falls finanzieller Spielraum gegeben sei. 1,5 Millionen Euro sind für den Neubau geplant, verriet Kitty Gröhne. Dank der guten finanziellen Lage müsse nur ein geringer Teil über ein zinsfreies Darlehen des Kreiskirchenamtes finanziert werden.

Unter die Freude auf die neue Kirche samt Gemeindezentrum mischt sich auch Wehmut. „Dieser Tag wird sicher schwer, wir wünschen uns aber eine große Beteiligung“, bemerkte Pfarrer Vogt im Hinblick auf den 16. Juni.

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