Verwaltung legt Maßnahmenliste im Ausschuss vor

Politik entsetzt über Sanierungsstau an Sunderner Schulen und Sportstätten

Realschule Sundern Fenster
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An der Realschule Sundern müssen dringend die Fenster erneuert werden – nur einer von 198 Punkten auf der langen Liste der erforderlichen Maßnahmen an Schulen im Stadtgebiet.

Der Investitionsstau an den städtischen Schulen und Sportstätten sorgt inzwischen in zahlreichen Bereichen für massive Probleme. Die lange Liste der Maßnahmen sorgte im Ausschuss für Entsetzen.

Sundern – Was Schülern, Lehrern sowie Eltern aus dem Alltag längst bekannt ist, wurde bei der Ausschusssitzung für Bildung und Sport im Rathaus der Stadt Sundern am Dienstag anhand einer von der Verwaltung vorgelegten Liste von teils dringend erforderlichen Maßnahmen auch den Mitgliedern des Ausschusses in ihrem gesamten Ausmaß deutlich gemacht: Der Investitionsstau an den städtischen Schulen und Sportstätten sorgt inzwischen in zahlreichen Bereichen für massive Probleme.

„198 Punkte. Da musste ich erst einmal schlucken. Die Stadt hat vieles vergammeln und veröden lassen. So funktioniert das nicht. Ich bin überzeugt, dass viele Aufträge schneller vergeben werden könnten. Wir müssen jetzt endlich anfangen, Gas zu geben“, äußerte sich Stefan Lange (CDU) erschrocken und mit drastischen Worten darüber, wir groß der Handlungsbedarf tatsächlich ist.

Situation äußerst unzufriedenstellend

Ob in wichtigen Bereichen wie Brandschutz, Energieeffizienz, Sicherheit und Hygiene oder im Blick auf Funktionalität, Zustand und Erscheinungsbild: Die lange Liste der zu beseitigenden Mängeln an den Schul- und Sportgebäuden in der Kernstadt, auf dem Bildungshügel und in den Dörfern löste bei allen Mitgliedern – parteiübergreifend – Entsetzen, teils auch eine gewisse Ratlosigkeit, aus. Auch die Tatsache, dass einige Unterrichtsstunden, wie etwa im Chemieunterricht, aufgrund mangelhafter Ausstattung nicht regulär gestaltet werden könnten, sei äußerst unzufriedenstellend.

Eines der Hauptprobleme gäbe es mit den sanitären Anlagen: „Die Toiletten in den Schulen sind meist in katastrophalem Zustand. Es geht doch nicht, dass wir so unverantwortlich handeln“, brachte Ute Berenfänger (SPD) ihren Unmut zum Ausdruck. Mit einem Antrag vom 5. Juni diesen Jahres hatte ihre Fraktion den zügigen Abbau des Investitionsstaus gefordert. Nachdem den Schülern, Lehrern und Eltern in den Monaten der Corona-Pandemie viel zugemutet worden wäre, sei es jetzt an der Zeit, dass Politik und Verwaltung die Ärmel hochkrempeln und optimale Bedingungen schaffen müsse.

„Müssen signalisieren, dass es weitergeht“

Als Vorschlag kam vor allem das Erstellen einer Priorisierungsliste zur Sprache. Aus Sicht der Verwaltung äußerte sich der Leiter der Abteilung 4.1: Bildung und Betreuung, Björn Allefeld, zugleich mit Skepsis sowie auch einem Hoffnungsschimmer darüber, dass der gesamte Prozess an Fahrt gewinnen könne: „Wir sind glücklich darüber, seit dem 1. Juli eine neue Fachkraft in unserer Abteilung zu haben, die sicherlich etwas Schwung hereinbringen wird. Eine Priorisierungsliste ist wünschenswert. Ich bezweifle aber, ob diese wirklich Sinn machen würde, da tagtäglich wieder neue Mängel hinzukommen. Wir müssen aber dringend den Schulen signalisieren, dass und wie es weitergeht. Am besten mit sofort startenden Maßnahmen.“

Zu wenig Personal zur Prozesssteuerung, der Abwicklung von Förderprogrammen, der Heranziehung externer Dienstleiter und der Baubegleitung sowie die Probleme, kurzfristig geeignete Handwerksunternehmen zu finden seien Hauptgründe für das Sanierungsdilemma. An Geldern, die zur Verfügung stehen, mangele indes aber eher nicht: „Was wir machen könnten, wird nicht gemacht. Die Verwaltung muss das schneller angehen. Mit mehr Personal. Alle Parteien unterstützen das“, so Michael Stechele (SPD).

Entscheidung über Luftfiltergeräte

Eine der dringendsten Maßnahmen sei derzeit die Erneuerung der gesamten Fenster an der Sunderner Realschule. In diesem Zusammenhang wurde von den Mitgliedern des Ausschusses bei der Aufarbeitung eines weiteren zentralen Themas an diesem Sitzungsabend die Anschaffung von sechs Luftreinigungsgeräten beschlossen, die förderfähig und hier für Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit bestimmt sind. Der Kauf von weiteren Geräten – für nicht förderfähige Räume auch anderer Schulen – erhielt zunächst keine Mehrheit. Vor allem, weil die meisten Räume gut manuell, über das Öffnen der Fenster, gelüftet werden könnten. Als weiterer Grund wurden die recht hohen Kosten von Anschaffung, Wartung und Betrieb genannt.

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