"Prävention ist sinnvoller"

FDP: "Vorhandenes Jugendstrafrecht konsequent anwenden"

Sundern. (SK)

Die Sunderner FDP verurteilt die populistischen Forderungen in der Diskussion um eine Verschärfung des Jugendstrafrechts. Die Liberalen sind der Meinung, dass man natürlich über Veränderungen nachdenken müsse. Allerdings solle man mit "Schnellschüssen" vorsichtig sein. "Wir haben ein gutes Jugendstrafrecht. Das muss aber auch konsequent angewendet werden", so Rüdiger Laufmöller, der für die Freien Demokraten im Jugendhilfeausschuss tätig ist. Ein Jugendlicher werde sich im Vorfeld mit Sicherheit nicht erkundigen, ob er, bei Begehung einer bestimmten Straftat, für 10 oder für 15 Jahre ins Gefängnis muss. Es gebe eine Reihe von strafrechtlichen Instrumentarien, die jedoch oftmals wegen fehlender finanzieller und personeller Ressourcen nicht vollständig ausgenutzt werden könnten. "Außerdem dauern Gerichtsverfahren einfach zu lange", so Laufmöller. Gerade bei jungen Straftätern müsse es nach einer Verurteilung zu einem schnellen Strafantritt kommen, damit die Justiz bei den Jugendlichen nicht zur "Lachnummer" werde.

Wichtiger sei jedoch die Arbeit im Vorfeld. Präventionsarbeit sei allerdings nur mit einer qualitativ und quantitativ gut ausgestatteten Polizei zu leisten. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat ausgerechnet, dass zwischen den Jahren 2000 und 2006 rund 10.000 Stellen in Bund und Ländern gestrichen wurden. In NRW habe man diese Zeichen erkannt. Statt 500 Neueinstellungen pro Jahr sollen es nun 1100 werden.

Eine Forderung nach so genannten "Boot-Camps", wie sie es in den USA gibt und die mit Drill und Erniedrigung "arbeiten", lehnt die FDP ab. Wichtiger sei es, den straffällig gewordenen Jugendlichen klare Regeln aufzuzeigen. "Darum sind insbesondere die Eltern und Lehrer gefordert, dem Nachwuchs auf die Sprünge zu helfen", so Laufmöller.

Ob man mit den so genannten deutschen Tugenden auch andere Kulturen erreiche, sei eine andere Frage. Hier sei es wichtig, ausländische Familien zu integrieren.

Allerdings müsse auch als ultima ratio gelten: Junge Ausländer, die nicht integrationswillig sind und schwere Straftaten begehen, müssten auch ausgewiesen werden.

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