Überarbeiteter Entwurf zum "Seehof"

Planvorhaben stößt auf großes Interesse und Kritik 

Die Neugestaltung der „Seehof“-Fläche in Langscheid steht in der Diskussion und soll am 5. November im Fachausschuss thematisiert werden.

Langscheid. Die Neugestaltung des Seehof-Areals an der Langscheider Seepromenade wird den Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag, 5. November, erneut beschäftigen. Im Frühjahr 2018 schon hatte das Vorhaben hohe Wellen geschlagen und bei Politikern und Langscheidern für Diskussionen gesorgt. Auch der überarbeitete Entwurf stößt bereits vor der politischen Auseinandersetzung auf großes Interesse und auch auf Bedenken.

„Das neue Planvorhaben ,Seehof’ ist unverantwortlich und lässt Schlimmes befürchten“, schreibt Siegfried Huff (Die Linke), Ratsmitglied aus Langscheid, in einer Pressemitteilung. Das Entsetzen in Langscheid sei sogar noch größer als 2018, weil man aus der Bürgerversammlung vom 4. September 2018 keine Lehren gezogen, die Bedenken der Bürger nicht berücksichtigt habe und nicht im Sinne des Ortes plane, konkretisierte Huff seine Kritik auf Nachfrage des SauerlandKurier.

Als Zumutung empfindet er allen voran die geplante Wohnbebauung zur Langscheider Straße – zwei Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen und ein Mehrfamilienhaus mit Ferienwohnungen sind laut Entwurf geplant. Bedenken hat das Langscheider Ratsmitglied in dreierlei Hinsicht. Er sieht keinen Bedarf in Langscheid für Wohnbebauung –„weder Ferien- und Eigentumswohnungen“. Kritik übt er auch an den baulichen Dimensionen. „Die Baukörper sind Riesendinger“, so Huff, der befürchtet, dass man auf die Traufenhöhe zudem noch ein Sattelgeschoss draufsetzen könne. „Das würde zu massiven Beeinträchtigungen führen.“ Und zuguterletzt sorgt sich der Langscheider Kommunalpolitiker um die Auszeichnung seines Wohnortes als Luftkurort. Die betroffenen Grundstücksflächen sind im rechtswirksamen Flächennutzungsplan der Stadt Sundern insgesamt als „Sondergebiet, das der Erholung dient (Fremdenverkehrsgebiet)“ ausgewiesen. Um dort Wohnflächen anzusiedeln, müsste der Bebauungsplan geändert werden.

Je mehr Bereiche aus der der Erholung gewidmeten Fläche herausgenommen werden, desto mehr laufe man Gefahr, nicht mehr als „Luftkurort“ werben zu dürfen, befürchtet Huff. Die Gastronomie komme in dem Entwurf viel zu kurz und habe nur noch Alibicharakter, moniert Huff. „Das Eingangstor zum Sorpesee wird verhunzt.“ Ein solches Vorhaben dürfe es nie geben. „Ich protestiere nachdrücklich dagegen und wünsche mir, dass sich alle Langscheider Bürgerinnen und Bürger daran beteiligen“, appelliert Huff.

Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Entwurf von 2018 erklärte die Stadtverwaltung auf Nachfrage des Kurier:

  • Ursprünglich war der Abriss der Villa und des Hotels geplant, im neuen Entwurf bleibe die Villa stehen. 
  •  Bei der geplanten Bebauung südlich der Langscheider Straße seien nun nicht mehr ausschließlich Wohnungen vorgesehen, sondern im östlichen Bereich auch Ferienwohnungen. 
  • Das geplante Bauvolumen (Grundflächen der Gebäude und geplante Anzahl der Wohneinheiten) sei wesentlich geringer.

Bei dem überarbeiteten Entwurf handele es sich um eine Vorplanung, eine Vorstellung von Nutzungszonen. Jetzt obliege es den Kommunalpolitikern zu entscheiden, ob man sich diese Nutzung vorstellen kann. Erst dann erfolge eine weitere, konkretere Ausarbeitung, so Stadtplanerin Anne Rodenbusch.

Termine für Bürgerversammlung gesucht 

Sie stellte auch in der Ortsringsitzung in Langscheid das Projekt „Sorpesee Living“ vor. „In der mit rund 45 Besuchern ungewöhnlich gut besuchten Sitzung wurden viele emotionale Bedenken nicht nur gehört, sondern wurden auch vielfach entkräftet“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Sundern. Rund drei Stunden habe man intensiv diskutiert. Das freue Ortsvorsteher Michael Pellmann als auch Bürgermeister Ralph Brodel: „Wir beide sind uns einig, dass wir genauso, mit einer breiten Diskussion vorgehen wollen“, – in der die Bevölkerung beständig informiert werde. Ebenfalls sind sich Pellmann und Brodel darin einig, dass eine positive und zeitnahe Entwicklung des brachliegenden Geländes für Langscheid und die gesamte Stadt wichtig sei.

Dass es am 5. November zu einer kompletten Entscheidung kommen wird, glauben beide nicht, „aber das Projekt wird sicherlich in der Tiefe diskutiert werden und wir bekommen als Verwaltung auch weitere Hinweise. Dafür dient diese Vorlage, wie jede Vorlage“, so Brodel. Außerdem müssen viele Vorarbeiten geleistet werden, wie zum Beispiel die landesplanerischen Anpassungen an die Ziele der Raumordnung bei der Regionalplanungsbehörde anzufragen. Alles Weitere müsse vom Grundstückseigentümer/Investor vorgelegt werden, wie Gutachten oder Planentwürfe.

„Aber da stehen wir ja noch gar nicht“, so Brodel, „zuerst müssen wir für uns Klarheit haben, welche Nutzungen wir auf dem Gelände wollen. Und ich denke schon, dass eine teilweise Wohnbebauung, Ferienwohnungen und eine gastronomische Nutzung gut hinpassen.“ Auch da seien sich Ortsvorsteher und Bürgermeister einig, wie es auch das Ergebnis der Ortsringsitzung im Wesentlichen widerspiegele, wie Michael Pellmann sagt. 

Jetzt suche man Termine für eine Bürgerversammlung.

Die Beschlussvorlage, Luftbild und Lageplan findet man im Ratsinformationssystem zur Sitzung des Ausschusses Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur (Dienstag, 5. November, um 17.30 Uhr im Ratssaal).

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