Mit Augenmaß in die Weltspitze

Radsport: „Team Sauerland NRW“ präsentiert Fahrer und Konzept

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Die Radfahrer des Teams Sauerland NRW, p/b Henley & Partners, gehen mit großem Optimismus in die neue Saison.

Sundern/Hochsauerland. Die Vision ist anspruchsvoll, aber realistisch: Das Team Sauerland NRW, p/b Henley & Partners, soll in den nächsten Jahren „Tritt für Tritt“ und mit dem nötigen Augenmaß den Weg in die Weltelite des Radsports schaffen und beste Botschafter des Sauerlands sein. „Unser Konzept ist langfristig angelegt, es sind keine Kurzschlüsse, die Planungen für 2018 laufen bereits“, sagte Heiko Volkert bei der Präsentation des Teams am Wochenende in Sundern.

„Es ist durchaus denkbar und möglich, dass wir in rund fünf Jahren zu den World-Teams, also zu den Besten der Welt, gehören. Ein Start bei der Tour de France ist eines unserer Ziele.“ Volkert ist gemeinsam mit dem ehemaligen Radprofi Jörg Scherf Mentor und Motor des Sauerländer Radsport-Teams, das seit dem 1. Januar 2016 offiziell die Lizenz vom Bund Deutscher Radfahrer besitzt und schon im ersten Jahr mit guten Platzierungen in der Radsport-Bundesliga und einigen anspruchsvollen Rennen auf sich aufmerksam machte. „Wir haben große Talente in unseren Reihen, die Jungs werden ihren Weg gehen“, meinte der Sportliche Leiter und NRW-Landestrainer Wolfgang Oschwald. 

Das Team hat den Status eines Kontinental-Teams, was in etwa der dritten bis zweiten Radsportliga entspricht. Dieser Status soll in mittelbarer Zukunft über die „Professional Continental-Teams“ zur Elite der „World-Teams“ führen. „Daran arbeiten wir mit Nachdruck, das Interesse auch bei den Sponsoren hat zugenommen, wir gehen optmistisch in die Zukunft“, erklärte Scherf. In der Planung für die nächsten Jahre ist zudem die Gründung eines Nachwuchsteams, auch die Radsport-Frauen sollen ihren Platz finden. 

"Wir erwarten einiges von den Fahrern"

Die Präsentation der elf Fahrer, Sponsoren, Betreuer und Helfer des Teams in der Orange-World der Firma SKS vermittelte Freude und Aufbruchstimmung. 200 Gäste, darunter Sunderns Bürgermeister Ralph Brodel, freuten sich „über die optitmistischen Perspektiven“ der jungen Fahrer, die allesamt aus NRW kommen. Die 21-jährigen Zwillinge Joann und Louis Leinau stammen aus Hüsten und sind für den Zusammenhalt des Teams auch außerhalb der Rennen sehr wichtig. Mit dem 22-jährigen Plettenberger Marvin Kötting ist ein weiterer Sauerländer in der Mannschaft vertreten. Einer der Leistungsträger ist Felix Intra aus Kelsterbach, der in bestimmten Rennen die Kapitänsrolle übernehmen soll. 

Der einzige Neuzugang ist gleichzeitig der jüngste: Luca Felix Happke ist 18 Jahre jung, stammt aus Erftstadt und wechselte vom RSV Unna zu den Sauerländern. Die Sprinthoffnungen ruhen auf Aaron Grosser aus Hamm. Er wurde gegen Ende der letzten Saison in die Nationalmannschaft berufen und deutete damit an, welche Möglichkeiten das Team Sauerland NRW bietet. „Wir erwarten in dieser Saison einiges von den Fahrern“, sagte Trainer Oschwald. „Ziel in der Bundesliga ist ein Platz unter den besten drei Teams.“ Das Team umfasse bewusst „nur“ elf Fahrer: „Damit können wir die einzelnen besser fördern.“ 

Sauerlandrundfahrt am 27. August 

Ein Grund für den Optimismus lieferte auch die Tatsache, dass der jüngste und obligatorische Leistungstest in Warendorf „im Großen und Ganzen gut“ ausgefallen ist. Die Fahrer wurden dort auf Herz und Nieren geprüft, erstens im Stufentest und danach im sogenannten „Rampentest“, in dem die Sportler „alles raushauen“ müssen, was sie haben. Vor diesem Hintergrund weilt das Team vom 14. bis 27. Februar im Traingslager auf Mallorca, wo die Grundlagen für die Saison gelegt werden. Das erste Rennen ist der Internationale Grand Prix auf Rhodos. Knapp 40 Veranstaltungen stehen auf dem Programm. 

Mit großer Freude verkündete Scherf, dass es gelungen sei, eine Sauerlandrundfahrt auf die Beine zu stellen, die auch künftig ein wichtiger Bestandteil des Programms sein soll. Die Sauerlandrundfahrt steigt am 27. August und führt von Arnsberg nach Winterberg. „Das wird eine runde Sache“, meinte Winterbers Tourismuschef Michael Beckmann. „Die traditionelle Hochsauerland-Challenge mit Ex-Profi Olaf Ludwig wird in dieses Rennen integriert.“ Beckmann machte ebenso wie Luisa Möser von der Sauerland-Radwelt deutlich, dass die heimische Region auch eine Fahrrad-Region mit steigender Tendenz sei. 

Einen Wechsel hat es beim Radpartner gegeben. Das Team arbeitet jetzt mit dem belgischen Hersteller „Ridley“ zusammen. „Ridley“ genießt international einen guten Ruf und gilt vor allem bei den Zeitfahrmaschinen als eine der Top-Adressen. Die Helme liefert in der neuen Saison das schwedische Unternehmen POC.

Daten und Namen

  • Das Rennprogramm: Knapp 40 Rennen stehen auf dem Programm der Saison, die von März bis Ende Oktober terminiert ist. Nach dem Trainingslager auf Mallorca (14. bis 27. Februar) steht der International Rhodos Grand-Prix als erstes Rennen an. Fünf Bundesliga-Rennen sind während der gesamten Saison terminiert. Die Marokko-Rundfahrt (7. bis 16. April), das traditionelle Rennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn/Frankfurt“ (1. Mai), die Aserbeidschan-Rundfahrt (3. bis 7. Mai), die Deutsche Meisterschaft Straße U23 (21. Mai), die Deutschen Bahnmeisterschaften (7. bis 11. Juni), die Deutschen Meisterschaften im Einzelzeitfahren (23. Juni) sowie die DM Elite (Profis) am 25. Juni in Chemnitz sind die herausragenden Rennen der ersten Saisonhälfte. In der zweiten Saisonhälfte freuen sich die Fahrer unter anderem auf die Oder-Rundfahrt (6. bis 9. Juli), auf Rad am Ring (Nürburgring, 30. Juli) und insbesondere auf die (neue) Sauerlandrundfahrt (27. August). Der Sparkassen Münsterland Giro (3. Oktober) und die Tour of Okinawa in Japan (29. bis 31. Oktober) beschließen das anspruchsvolle Rennprogramm. 
  • Das Team: Elf Fahrer umfasst das Aufgebot des Teams Sauerland NRW p/b Henley & Partners: Felix Intra (22 Jahre, aus Kelsterbach), Luca Felix Happke (18, Erftstadt), Viktor Müller (20, Köln), die Zwillinge Joann und Louis Leinau (21, Hüsten), Julius Domnick (19, Borken), Marvin Kötting (22, Plettenberg), Stefan Schneider (22, Köln), Jonas Härtig (19, Düsseldorf), Christoph Schweizer (30, Aachen), Aaron Grosser (20, Hamm).

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