Auftritt am 2. Februar in Allendorf

Stage Diving mit "Punkpanda Peter": Kinder-Rockband "Randale" im Interview

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Die vier Rockmusiker von „Randale“ verpacken kindgerechte Themen wie Zähneputzen, Ernährung, Umweltschutz und Fahrradhelme in Rock, Punk, Metal, Ska und Reggae

Allendorf. Kinderzimmer Punk, Futternapf Pogo, Punkpanda Peter – auch im Kinderzimmer kann es härter zugehen, wenn die Songs von „Randale“ laufen. „Das hört sich an, als ob die Ärzte gemeinsam mit den Ramones und Iggy Pop Kindermusik machen würden“, wie die Bielefelder Band ihre Rockmusik für Kinder selbst definiert. Vor ihrem Aufritt in der Alten Molkerei in Allendorf am 2. Februar verriet Sänger Jochen Vahle im Interview mit Kurier-Redakteurin Jana Sudhoff, wie Lieder übers Zähneputzen, Feuerwehr und Fahrradhelme mit Punk, Rock und Heavy Metal zusammenpassen.

Wie hoch ist der Härtegrad Ihrer Songs auf einer Skala von eins bis zehn? 

Das hört sich an, als würden wir nur draufprügeln. Das ist nicht so. Unsere Konzerte verstehen wir als „School of Rock“. Die Kinder sollen eine Vielfalt an Musikstilen aus Rock und Pop kennen lernen. Da gehören auch Metal, Punk, Reggae und Ska dazu. Wir haben auch ein Stück über Trompete dabei, das wiederum jazzig ist. Das alles immer in einer Lautstärke, die kindgerecht ist. Das klappt nicht immer bei allen, vor allem nicht bei allen Eltern, weil Lautstärke immer auch unterschiedlich wahrgenommen wird. Es zeigt sich aber auch oft, dass Kinder ein total kräftiges Rockstück total beeindruckend finden. Trotzdem empfehlen wir auch das Mitbringen von Kindergehörschutz.

Was unterscheidet Ihre Songs von herkömmlichen Kinderliedern? 

Erstens sind wir eine Band, bei uns sind Gitarre, Bass und Schlagzeug vertreten. Zweitens möchten wir eine Kinderliedalternative geben für Eltern, die eher Rock und AC/DC hören. Das gemeinsame Familienerlebnis um ein Rockkonzert ist uns das Allerwichtigste. Die Kinder sollen erfahren, was ein schönes Livekonzert ist. Bei uns kommt nichts vom Band. Und wenn die Kinder mit ihren Eltern vor der Bühne warten, können sie sich schon mal Verstärker und die Instrumente angucken und von ihren Eltern erklären lassen. Es geht uns um das Heranführen an Musik als Konzerterlebnis, das hat auch was mit Kultur zu tun.

Motorrad-Polonaise zu "Omma und Opa"

Was macht ein Rockkonzert bei Ihnen als Erlebnis aus? 

Es gibt immer auch eine Mitmachaktion. Die Kinder sollen nicht nur die Musikstile kennen, sondern auch lernen, was man dabei macht. Zum Beispiel Crowdsurfing und Stage Diving. Wie Stage Diving funktioniert, zeigen wir mit Punkpanda Peter, einem großen Stofftier, das wir ins Publikum werfen. Wir springen viel und hüpfen vor der Bühne auf und ab – als unsere Version des „Moshpit“. Wir starten auch zu „Omma und Oppa“ (eine Udo Lindenberg artige Rocknummer von „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“) eine Motorrad-Polonaise und behaupten augenzwinkernd, dass die Polonaise ihren Ursprung im Rock’n’Roll hat. Wir verstehen Konzerte immer auch als gute Unterhaltung.

Was kommt bei den Kindern besonders gut an? 

Die Kinder stehen durchaus auf themenbezogene Stücke. "Tatü Tata - Das Feuerwehrlied" steht bei Kindern hoch im Kurs. Das Lied wurde eineinhalb Millionen Mal auf YouTube geklickt. Bei "Willi Wal" geht es um Umweltschutz, weil der Wal Willi im Meer in dem ganzen Plastik keinen Platz mehr hat. Wir wundern uns, wie gut die Kinder zuhören. Manche Eltern erzählen uns, dass es momentan anstrengend ist, mit den Kindern einkaufen zu gehen, weil sie ständig sagen: Da ist Plastik drin. Auch das Einhornlied, bei dem wir mit den Kindern Ska tanzen, kommt bei den Kindern gut an. Und der Hardrockhase Harald, ein rockiges Stück, ist eines ihrer Lieblingsstücke. 

Geradlinige Songs mit pfiffigen Texten

Metal, Punk und Rock für Kids – ist das ein zunehmender Trend? 

Oh ja. Wir sind Mitglied beim Netzwerk Kindermusik, dort findet man eine riesige Vielfalt, beispielsweise auch Hip-Hop für Kinder. Die Konkurrenz ist auch größer geworden. Es gibt insgesamt etwa zehn Bands im Rocksegment, die in ganz Deutschland verteilt sind. Wir sind darunter die Band, die wohl am punkigsten und rockigsten ist.

Wie sind Sie ursprünglich auf die Idee gekommen? 

Das war 2004, als meine Tochter drei Jahre alt war. Mir persönlich haben die damaligen Kinderlieder alle nicht gefallen. Ich stelle nicht die pädagogische Leistung infrage, aber es war alles nicht mein Musikstil. Ich hatte damals gedacht, es muss doch möglich sein, Kindermusik zu machen, die sich wie die Ärzte oder Toten Hosen anhört. Dabei aber Texte, die familien- und kindgerecht sind. Seitdem ist unser Konzept: geradlinig gespielte Songs mit pfiffigen Texten. Dabei werden auch Inhalte wie Fahrradhelme, Zähneputzen, Bewegung oder Ernährung mit eingebunden. Immer mit Augenzwinkern. Nie mit erhobenem Zeigefinger. Schon ab dem ersten Konzert haben wir gemerkt: Wow, der Bedarf ist da. Inzwischen geben wir 100 Konzerte im Jahr, von Tirol bis Hamburg, von Köln nach Berlin.

Verlosung 

Die vierköpfige Rockband „Randale“ steht am Sonntag, 2. Februar, um 14.30 Uhr in der Alten Molkerei in Allendorf auf der Bühne (Eintritt: 8 Euro) – mit ihrem aktuellen Album „Kinderkrachkiste“. Drei Kurier-Leser können sich schon vorab auf das Konzert einstimmen, denn der Kurier verlost drei CDs. Wer eine „Kinderkrachkiste“ gewinnen möchte, schickt eine E-Mail an gewinnspiel@sauerlandkurier.de bis Montag, 27. Januar, 24 Uhr, mit dem Betreff „Randale“. Vor- und Nachname, Telefonnummer und Wohnort nicht vergessen. Wer aus dem Lostopf gezogen wird, kann sich die CD in der Sauerlandkurier-Redaktion in Neheim abholen.

Hörbeispiele von "Randale":

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