Stadtwerke sparen 180 Tonnen Co2 jährlich

Reduzierung der Wasserverluste kommt auch Umwelt- und Klimaschutz zugute

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Kaputte Rohre kosten die Stadt nicht nur Reparaturarbeiten, sondern auch Wasserverluste: Bürgermeister Ralph Brodel (links) und Stadtwerke-Betriebsleiter Jürgen Schwarberg halten den Übeltäter in der Hand, der jüngst in Hachen für Probleme sorgte.

Sundern – Welche Auswirkungen hat die Reduzierung der Wasserverluste auf den Umwelt- und Klimaschutz? Diese Thematik beschäftigte jetzt Sunderns Stadtwerke-Betriebsleiter Jürgen Schwarberg.

Seitdem Sundern vor mehreren Jahren mit 48,5 Prozent Wasserverlust eine eher unrühmliche Schlusslichtposition im Ranking eingenommen hatte, hat sich der Betriebsleiter mit seinem Team seit 2002 intensiv um die Wasserverlustreduzierung in Sundern gekümmert. „Wir sind jetzt wirklich gut“, sagte Schwarberg, der seit drei Jahren eine Bilanz von 7,5 Prozent vorzuweisen hat.

„Jetzt sind wir auf normalem Level, das müssen wir jetzt halten“, so der Betriebsleiter. „Die meisten wollen unter zehn Prozent“, gibt er einen kommunalen Vergleichswert. Die Quote unter die Fünf-Prozent-Marke zu drücken, sei generell möglich, aber in Sundern nicht das Ziel. Die Suche nach den verbliebenen kleinen Lecks sei mit sehr viel Aufwand und hohen Kosten verbunden – dafür wolle man keine weiteren finanziellen Mittel investieren. „Wir erfüllen das technische Regelwerk. Alles andere ist Beiwerk“, so Schwarberg. Und durch den stetigen Austausch weiterer Hausanschlüsse komme man automatisch noch ein Stückchen weiter runter.

Runter gegangen ist durch die Maßnahme, die rund 15 Jahre gedauert hat, die reale Trinkwasser-Verlustmenge um 1,26 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Welche Auswirklungen hat das auf den Umwelt- und Klimaschutz, hatte sich Schwarberg jetzt gefragt.

Weniger Wasserverluste bedeuten auch, dass man insgesamt weniger kühles Nass fürs Trinkwasser aufbereiten muss. „Damit spare ich Strom und somit auch Co2 ein“, sagt Schwarberg. Pro Jahr wird in Sundern jetzt 1 Million Kilowattstunden Strom eingespart. Das bedeutet, dass man in Sundern jährlich 180 Tonnen CO2 reduziert. Zum Vergleich: Der Bundesbürger verbraucht zehn Tonnen CO2 im Jahr – klimaneutral wäre ein Verbrauch von zwei Tonnen pro Bürger im Jahr. Der Kunde kann sich also freuen, dass die Reduzierung der Wasserverluste vor Ort der Umwelt und dem Klimaschutz zugute kommt. Die Einsparung von Strom bedeutet allerdings nicht, dass sich die Kunden auf eine billigere Wasserrechnung freuen dürfen.

13 Millionen ins Rohrnetz investiert

Zwar sparen die Stadtwerke pro Jahr 380.000 Euro, weil sie die Wasserverluste runter gefahren haben. Aber für die Maßnahme musste vorher auch investiert werden: „Wir haben in 17 Jahren 13 Millionen Euro ins Rohrnetz investiert“, sagt Jürgen Schwarberg, dessen Vorgänger nie investiert, sondern nur repariert hatte. „Irgendwann fällt einem das auf die Füße“, erklärt der Betriebsleiter die Misere um die Jahrhundertwende. Mit rund einem Rohrbruch pro Tag hatte er im Schnitt bei Amtsantritt zu kämpfen. Heute sind es nur noch 123 Rohrbrüche pro Jahr. Die Investitionen schlagen pro Jahr noch mit 510.000 Euro zu Buche – abzüglich der Einsparungen von 380.000 Euro bleiben unterm Strich 130.000 Euro für den Bürger pro Jahr fürs Wassergeld übrig. 40 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht der Bürger pro Jahr. Um die Kosten zu decken, wurden die Gebühren um zehn Cent pro Kubikmeter erhöht. „Jeder Bürger zahlt vier Euro“, rechnet Schwarberg zusammen.

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