Sunderner im neuen Buch des Museums Eslohe

Sauerländer Lebenskünstler

„Fang dir ein Lied an!“ ist das neue Buch des Museums in Eslohe. Aus Sundern sind unter anderem Johannes Georg Schmidt und „Butterbettchen“ Thema. Dies ist das Cover.

Der Raum Sundern ist in einem neuen Werk über Lebenskünstler und Minderheiten im Sauerland gut vertreten: „Fang dir ein Lied an!“ Das vom Museum Eslohe herausgegebene Buch präsentiert in einem ersten Teil Gestalten aus der ganzen Landschaft.

Sundern.

Der in Allendorf geborene Johannes Georg Schmidt (1824-1881) galt früher als das populärste „Priesteroriginal“ des kölnischen Sauerlandes. Heuchelei und übertriebene „Frömmigkeit“ waren nicht seine Sache. Die dem „Lügenpastor“ gewidmeten Überlieferungen werfen die Frage auf, ob das bei Sauerländern beliebte Fabulieren schon ein Verstoß gegen die Zehn Gebote ist.

Die Wanderhändlerin Elisabeth Becker (1858-1932) aus Hellefeld ist als „Butterbettchen“ berühmt geworden. In Arnsberg und Hellefeld gibt es heute öffentliche „Standbilder“ von ihr. Sie versorgte die Städter mit bäuerlichen Produkten. Nach ihrem Tod musste sie in Artikeln und Gedichten für alle möglichen Ideen herhalten. 1988 hat eine plattdeutsche Autorin die selbstbewusste Kleinunternehmerin sogar als angebliche Kronzeugin gegen die moderne Emanzipation von Frauen angeführt.

Das Buch richtet sich an eine hochdeutsche Leserschaft. Eine Mundartquelle von 1923 zu drei Außenseitern („Monstrums“) im Kirchspiel Enkhausen (mit Hachen und Langscheid) wird deshalb in der Sammlung übersetzt. Den unterhaltsamen Porträts über einzelne Gestalten folgen ernsthafte sozialgeschichtliche Kapitel über Sinti und Roma, Wanderhändler und Wilddiebe. 160 Seiten umfasst allein die Studie zu den umherziehenden Armen der früheren Jahrhunderte. Diese sogenannten „Kötten“ möchte Autor Peter Bürger als beeindruckende Lebenskünstler vorstellen. Hierfür zieht er auch zahlreiche „Legenden“, Kirchenbucheinträge und andere Quellen aus dem Gebiet der heutigen Kommune Sundern heran.

Beitrag von Werner Neuhaus

Der Sunderner Regionalhistoriker Werner Neuhaus hat einen eigenen Forschungsbeitrag „Zur Geschichte der Kötten von Holzen und der Oelinghauser Heide“ beigesteuert. Über die Internetseite des Museums Eslohe kann das Buch ab sofort bestellt werden. Unter www.museum-eslohe.de gibt es auch weitere Infos.

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