Dr. Liese hat gute Nachrichten für IG gegen Motorradlärm

Schärfere EU-Richtlinien

Dr. Liese, Bürgermeister Lins, Josef Jacobi (Direktion Verkehr, Polizei HSK) und Hubert Danne von der Stadt Sundern im Gespräch.

Motorradlärm beeinträchtigt vielerorts die Lebensqualität. Die Ordnungspartnerschaft Motorradlärm, bestehend aus dem HSK, der Kreispolizeibehörde und der Städte Arnsberg, Meschede, Schmallenberg und Sundern kämpft gegen unbelehrbare Raser und Krachmacher. Um den Lärmbetroffenen gerecht zu werden, fehlt es teilweise an der nötigen Rechtssicherheit. Hier kommt Brüssel auf den Plan. Bei einem Gespräch im Rathaus tauschten sich Betroffene, Anlieger und Ordnungspartner mit dem Europaabgeordneten Dr. Peter Liese aus.

Ein neue EU-Richtlinie hatte Liese gleich mitgebracht und damit einen ersten Schritt in die richtige Richtung für Menschen, die unter der Lärmbelästigung durch zu laute Zweiräder leiden. Im kommenden Jahr tritt die neue Verordnung 134/2014 in Kraft. Galt bisher ein Testzyklus von 50 bis maximal 80 km/h zur Erkennung der Geräuschemission soll dieser bereits ab 20 km/h gelten. Alle Betriebsarten müssen den Grenzwert erfüllen, entfernbare Schalldämpfereinsätze sogenannte dB-Eater bzw. Killer werden verboten. Die Geräuschwerte müssen am Motorrad gekennzeichnet sein.

Ab 2017 gelten dann noch strengere Grenzwerte und sorgen für um zwei bis drei dB leisere Krafträder. 2020 solle der Wert nochmals herabgesetzt werden, erklärte Liese.  „Lärm kann krank machen“, bestätigt er als Arzt. Noch heute gelten Gesetze, die 1974 erhoben wurden.

Gab es im Jahr 1970 378.604 angemeldete Motorräder in Deutschland, waren es im Jahr 2013 mit 3.982.978 mehr als zehnmal so viele. Zahlen die Josef Jakobi, Leiter der Direktion Verkehr der Polizei des HSK den Anwesenden anhand einer Statistik präsentierte. Wesentlich weniger Kradfahrer führten in früheren Jahren noch zu keiner deutlichen Belästigung. Auch ließen die Zahlen bei den Anwesenden Sorgen hinsichtlich des Bestandschutzes aufkommen. Ein Motorrad hat häufig eine Lebensdauer von vielen Jahrzehnten. Gelten die neuen Gesetze nur für neu angemeldete Kräder? Eine Frage die Liese so nicht beantworten konnte, versprach aber dahingehend nachzuhaken. Beim Umwelt und Arbeitsrecht seien Geräuschobergrenzen „normal“, nicht so beim Standgeräusch im Rahmen des Zulassungsverfahrens eines Motorrads. Der Hersteller erhalte jede Eintragung die beantragt wird, beklagte Jakobi. Ungleiche rechtliche Handhabe für einen der letztendlich unerlaubt immer noch weniger Krach macht als einer der rechtlich mehr Krach macht, ist für die Besitzer die Folge.

Bürgermeister Detlef Lins machte noch einmal auf die besondere Situation im Sauerland aufmerksam. Seien es auch nur fünf Prozent aller Biker die „Probleme“ machten, so hielten sich diese verstärkt im Sauerland auf und machten hier 30 bis 40 Prozent aus. „Ich nehme dieses Gespräch zum Anlass noch mal richtig Gas zu geben und werde versuchen das ganze durch öffentliche Aufmerksamkeit zu beschleunigen“, versprach Dr. Peter Liese zum Abschluss. Nicht der Lobby der Motorradindustrie wolle er sich anschließen, sondern der der Anwohner.

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