"Neue Tradition begründen"

Schlüsselübergabe an Weiberfastnacht wird in die Sunderner Hubertushalle verlegt

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Die Übergabe des Rathausschlüssels an die Sunderner Narren findet nicht im Rathaus statt.

Sundern. Wirbel um die traditionelle Schlüsselübergabe im Rathaus: Sunderns Bürgermeister Ralph Brodel gab am Donnerstagmittag bekannt, dass die Übergabe des Rathausschlüssels an die Karnevalsgesellschaften aus dem Stadtgebiet an Weiberfastnacht, Donnerstag, 8. Februar, aufgrund von Sicherheitsbestimmungen nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich sein könne, und daher nur geladene Gäste an der Veranstaltung teilnehmen könnten. Auf Initiative der Karnevalsgesellschaft „Flotte Kugel“ wird die Prozedur nun in die benachbarte Hubertushalle verlegt.

Zu der Veranstaltung im Rathausfoyer wurden wie in den Vorjahren wieder der Karnevalsverein Langscheid, der Elferrat Hövel, die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Stemel und die Karnevalsgesellschaft Flotte Kugel Sundern eingeladen. Auch haben die Ratsmitglieder, die Ortsvorsteher und die Mitarbeiter der Stadt Sundern eine Einladung erhalten. Wie der Bürgermeister jetzt mitteilt, sei aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre eine umfangreiche Sicherheitsüberprüfung erforderlich gewesen. Das Ergebnis: Um Unfälle zu vermeiden und Fluchtwege sicherzustellen, dürften höchstens 199 Personen das Foyer gleichzeitig nutzen. Ausnahmen seien nicht erlaubt, wie die brandschutztechnische Überprüfung ergeben habe.

Aus diesen Gründen könnten in diesem Jahr nur die tatsächlich eingeladenen Teilnehmer an der Schlüsselübergabe teilnehmen. Eine Einlasskontrolle werde dies sicherstellen. „Leider können damit die vielen Närrinnen und Narren, die den Tag im Rathaus genutzt haben, um schon für den Abend in der Schützenhalle ‘vorzuglühen’, in diesem Jahr nicht teilnehmen“, teilte Ralph Brodel mit, betonte aber zugleich: „Sicherheit geht vor, auch wenn ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht hätte.“ Das Rathaus bleibe daher am kommenden Donnerstag für die Öffentlichkeit geschlossen.

Geimeinsamer Einzug in die Schützenhalle 

Doch eine Alternative wurde schnell gefunden: Bereits am Donnerstagabend vermeldete die Flotte Kugel auf ihrer Facebook-Seite, dass sie die Schlüsselübergabe gerne in die benachbarte Hubertushalle verlegen möchte. „Wir wollen keinen Zwei-Klassen-Karneval! Wir wollen mit allen Sunderner Bürgern die heiße Phase des Karnevals mit der Schlüsselübergabe einleiten!“, heißt es von der FKS. Daher sprachen die Verantwortlichen eine Einladung an den Bürgermeister, alle Karnevalsvereine, alle Stadtbediensteten und alle Bürger aus, gemeinsam in der Schützenhalle zu feiern. Auf diese Weise seien auch alle Sicherheitskonzepte erfüllt.

Ralph Brodel zeigte sich begeistert von der Idee und geht gerne auf die Einladung der Flotten Kugel ein. „Wir stellen auch g die Band zur Verfügung, die wir sowieso gebucht haben. Ob sie im Rathaus oder in der Schützenhalle spielt, ist ja egal“, erklärte der Bürgermeister im Gespräch mit dem SauerlandKurier. Der Ablauf der Veranstaltung soll wie folgt aussehen: Die Karnevalisten holen die Verwaltungsspitze und die Mitarbeiter der Stadt um 11.11 Uhr am Rathaus ab, um dann gemeinsam in die Hubertushalle einzuziehen. Dort findet im Anschluss die feierliche Übergabe des Rathausschlüssels statt.

Das Stadtoberhaupt räumte ein, dass er die Kritik an der kurzfristigen Bekanntgabe verstehen könne. Allerdings unterstrich er noch einmal, dass die Sicherheit der Besucher für ihn oberste Priorität habe. „Die Ergebnisse der Brandschützüberprüfung haben mich selbst überrascht“, berichtete Brodel. Nun hofft er darauf, dass mit Umzug in die Hubertushalle „eine neue Tradition“ begründet werden könne. „Am Ende geht es um das gemeinsame Feiern“, sagte der Bürgermeister.

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