Trotz Traditionen offen für Neues

Schützenbruderschaft St. Hubertus Sundern beschließt Satzungsänderung

Zahlreiche Mitglieder der Schützenbruderschaft St. Hubertus Sundern wurden bei der Mitgliederversammlung im Theatersaal der Hubertushalle für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Sundern. An der Mitgliederversammlung der Schützenbruderschaft St. Hubertus Sundern nahmen im Theatersaal der Hubertushalle rund 240 Schützen teil. Erstmalig konnte der Erste Brudermeister und Oberst Ludger Simon den neuen Präses, Pfarrer Stefan Siebert, begrüßen. Dieser bedankte sich für die herzliche Aufnahme und ging in seiner Ansprache auf die krisenhafte Situation in Kirche und Gesellschaft ein.

Er erinnerte daran, dass die Errungenschaften wie Wohlstand, Freiheit und Frieden zunehmend in Gefahr gerieten. Den Schützen versprach er, dabei zu helfen, die Traditionen zu bewahren und offen für Neues zu bleiben. Er bezeichnete die Öffnung von christlichen Schützenbruderschaften für Andersdenkende als Schritt in die richtige Richtung – bei gleichzeitigem Erhalt des christlichen Fundamentes. Daraufhin sagte Ludger Simon dem neuen Präses die Unterstützung der Hubertus-Bruderschaft zu. 

Pfarrer Stefan Siebert stellte sich als neuer Präses vor.

Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Satzungsänderung durch Neufassung. Bevor die einzelnen Paragraphen vorgestellt wurden, berichtete Ludger Simon rückblickend über die Probleme, die sich im Zusammenhang mit den Bestimmungen der alten Satzung mit dem zuständigen Amtsgericht in Arnsberg über zwei Jahre erstreckten. Begonnen hatte es mit einem Formfehler bei der Einladung zur Mitgliederversammlung 2015. Diese wurde einen Tag zu spät in der für die Veröffentlichung relevanten lokalen Presse angekündigt. 

Die Schützen wiederholten als Konsequenz diese Wahlen im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im November 2015. Eine für das Jahr 2016 geplante und in der Versammlung im März beschlossene umfangreiche Änderung der Satzung wurde ebenfalls nicht von der zuständigen Behörde anerkannt. Die mit anwaltlicher Hilfe geführten Verhandlungen brachten kein Ergebnis, sodass beschlossen wurde, die erforderlichen Änderungen in Form einer kompletten Neufassung der bestehenden Satzung zu realisieren. 

Ehrung für 80 Jahre Mitgliedschaft 

Ludger Simon ließ die Anwesenden über jeden einzelnen Paragraphen abstimmen. Am Ende wurde noch einmal über die gesamte Satzung entschieden. Die neue Satzung wird nun dem Amtsgericht übermittelt. Der Vorstand ist zuversichtlich, jetzt einen Schlussstrich unter dieses mit hohem Aufwand betriebene Thema ziehen zu können. 

Auf Antrag von Ludger Simon wurde die Ehrung der Jubilare vorgezogen. 17 Mitglieder wurden für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt: Paul Becker, Friedel Buchheister, Heinz Dierkes, Rolf Hengesbach, Siegbert Hille, Manfred Höttger, Klemens Hoffmann, Karl-Heinz Krämer, Wolfgang Krengel, Lothar Lange, Wolfgang Liegmann, Johannes Limberg, Wilfried Löhr, Winfried Mache, Johannes Schulte, Hans Stöckmann und Dieter Tillmann. 

Insgesamt 21 Mitglieder blicken auf 60 Jahre in der Bruderschaft zurück: Eduard Behrendt, Josef Eickelmann, Willi Franke, Erwin Hengesbach, Gerd Keggenhoff, Reinhold Kraus, Ferdi Linneborn, Gunter Maybaum, Albert-C. Meisterjahn, Manfred Micke, Elmar Niepel, Otto Ortjohann, Günter Plass, Ferdi Pott, Fritz Sauer, Werner Schmitz, Martin Schnöde, Klaus Schröder, Udo Stodt, Ferdi Tillmann und Wendelin Vielhaber. Für 70 Jahre Mitgliedschaft wurden Alfons Bruchhage und Hermann Willeke geehrt und die Schützen freuten sich besonders, ihr Mitglied Erwin Kaiser für dessen Mitgliedschaft von 80 Jahren ehren zu können. 

Hutsammlung bringt 1100 Euro

Brudermeister Ludger Simon hofft, einen Schlussstrich unter die Querelen rund um die Satzungsänderung ziehen zu können.

Im Geschäfts- und Kassenbericht lieferte Rendant Axel Grote erfreuliche Daten: Die Zahl der Mitglieder wurde leicht auf 1923 erhöht. „Wir haben die stärkste Jungschützenkompanie im Sauerländer Schützenbund“, verkündete er stolz. Die Jungschützen haben mit 12 Eintritten ein deutliches Plus, die Kompanie ist inzwischen 217 Mitglieder stark. Die wirtschaftliche Situation ist gut, Axel Grote zeigte auf, wie die Einnahmen wieder in die Halle reinvestiert wurden und werden. „Dazu ist die gut gelungene Sanierung der Toilettenanlage des Theatersaales ein guter Beweis“, meinte er während seines Berichtes. 

Bei den Wahlen zum erweiterten Vorstand gelang es, die Reihen nach dem ausscheiden langjähriger Vorstandsmitglieder wieder zu vervollständigen. In der ersten Kompanie wurden Alexander Erdelyi und David Keggenhoff neu gewählt, erfolgreich zur Wiederwahl stellten sich Jan Degener und Sebastian Pingel. Ulli Steinkämper und Peter Albers sind nun für drei Jahre neu in der zweiten Kompanie dabei, Timo Schäfer und Marc Grünebaum wurden wiedergewählt. Auch bei der dritten Kompanie greift man für weitere drei Jahre auf bewährte Kräfte zurück, hier wurden Andre Rüther und Fabian Schulte Stracke im Amt bestätigt. Neu in den erweiterten Vorstand berufen wurden Tobias Hirschberg und Stefan Thüsing. 

Zum Ende der Versammlung, die musikalisch vom Musikverein Sundern begleitet wurde, konnte noch das Ergebnis der Hutsammlung verkündet werden: Es kamen über 1100 Euro zusammen, die – zusammen mit den Einnahmen der im Juli am Schützenfestmontag durchzuführenden Sammlung – dem Musikverein Sundern und dem Tambourkorps Sundern zugute kommen.

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