Schutz aber auch Belastung

Eine Satzung schützt die historischen Bauten mit viel Fachwerk im Ortskern. Sie steht aktuell aber zur Diskussion.

Rein optisch ist der Altenhellefelder historische Ortskern der Trumpf des beschauliches Dorfes im "Alten Testament". Rund 30 Baudenkmäler prägen dieses attraktive Bild, das sogar durch eine Gestaltungssatzung geschützt ist, die am 13. Oktober 2005 in Kraft getreten ist. Doch so sehr sie die alten Gemäuer im Ortskern seither schützt, so sehr belastet sie nach eigenen Aussagen zunehmend die betroffenen Bürger. Viele bezeichnen sie inzwischen als "ungerecht".

Mit der Zunahme der vielseitigen Probleme, die sich im Laufe der Zeit immer deutlicher herauskristallisierten, wuchs der Unmut. Einige der Kritikpunkte sind: Notwendige Genehmigungen – selbst für Haus-Anstriche – machen viele Gänge ins Rathaus nötig. Oder: Genehmigungen für Photovoltaikanlagen. "Wir sind von der Energiewende ausgeschlossen. Das ist ungerecht", befinden die betroffenen Bürger.

"Von Energiewende ausgeschlossen"

Weiteres Ärgernis sind die Gebühren: Die Stadt Sundern erhebe für die Erteilung einer Baugenehmigung für ein Carport 60 Euro. Für die Ausnahmegenehmigung für den historischen Ortskern würden zusätzliche 100 Euro erhoben. Zuletzt wurde deshalb eine Unterschriftenliste erstellt, die in der jüngsten Ratssitzung an Bürgermeister Lins übergeben wurde. Die Unterzeichner fordern eine Lockerung der Satzung. Es soll sich dabei um 25 Unterschriften handeln, wie Ortsvorsteher Vogt im Gespräch mit dem Kurier berichtet. Möglicherweise hätten hier aber nur die betroffenen Hausbesitzer unterschrieben. Vogt müsse aber auch auf die Interessen der Allgemeinheit schauen, der Ortskern mache schließlich den gesamten Ort attraktiv. Außerdem seien in der Satzung Ausnahmen verschriftlicht, die sogar schon gegriffen hätten. Zudem sei die Satzung vor ihrer Verabschiedung intensiv und unter breiter Beteiligung unter anderem im Arbeitskreis besprochen worden. Einer Modifizierung der Satzung will sich Vogt aber nicht völlig verschließen: "Wenn Korrekturen angebracht sind, muss man da vernünftig drüber sprechen."

Außerdem hat Vogt bereits die Initiative ergriffen und sich beim NRW-Bauministerium nach Fördermöglichkeiten erkundigt. In der Antwort heißt es: "Der Staat ist sich bewusst, dass die Auflagen des Denkmalschutzes und auch etwa von Gestaltungssatzungen den betroffenen Bürgern gewisse Lasten abverlangen. Land und Bund bieten verschiedene Möglichkeiten, diese Belastungen in Teilen auszugleichen."

Hilfen vom Land sind möglich

Minister Groschek führt weiter aus, dass "denkmalbedingte Mehrkosten" steuerlich abgesetzt werden können, wenn eine entsprechende Bescheinigung der Unteren Denkmalbehörde (Stadt Sundern) vorliege. Außerdem gebe es das Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz", für das aber zunächst ein Handlungskonzept erstellt werden müsse. Dieses könne Einzeldenkmäler – also auch z.B. für Fassadenverbesserungen – finanziell unterstützen. Auch im Bezug auf ein solches Konzept stehe Vogt für Gespräch bereit.

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