"Beitrag zur Gerechtigkeit"

Stadt Sundern erhält "Fairtrade"-Ernennungsurkunde

Manfred Holzer (r.) überreiche Bürgermeister Ralph Brodel und den Mitgliedern der Steuerungsgruppe die Ernennungsurkunde als „Fairtrade-Stadt“. Foto: Gabi Wirth
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Manfred Holzer (r.) überreiche Bürgermeister Ralph Brodel und den Mitgliedern der Steuerungsgruppe die Ernennungsurkunde als „Fairtrade-Stadt“.

Sundern. Sundern ist jetzt offiziell „Fairtrade-Stadt“. Am Freitagabend nahmen Bürgermeister Ralph Brodel und Mitglieder der Steuerungsgruppe in der Stadtgalerie die Ernennungsurkunde entgegen.

Schon seit mehr als 30 Jahren existiert in Sundern der „Eine-Welt-Laden“, in dem von Beginn an fair gehandelte Waren verkauft wurden. Immer wieder habe man das Thema „Fairtrade-Stadt“ angesprochen, berichtete Klaus Plümper von der Steuerungsgruppe. Ende 2016 habe man die Sache wieder aufgegriffen und im Frühjahr diesen Jahres die Ratsfraktionen informiert. „In seiner Sitzung am 11. Mai beschloss der Rat der Stadt Sundern einstimmig, an der Kampagne teilzunehmen“, erinnerte sich Plümper.

„In Rekordzeit hat die Steuerungsgruppe es geschafft, dass wir die Urkunde bekommen und uns ganz offiziell 'Fairtrade-Stadt' nennen dürfen“, lobte Ralph Brodel die Akteure, die sich aus Privatpersonen sowie Vertretern der Stadtverwaltung, aus Schulen, Kirchen und Vereinen zusammensetzen. „Es ist für jeden nur ein kleiner Schritt. Aber, wenn wir unseren Kaffee oder Tee aus fairem Handel trinken, kann der kleine Juan in Argentinien zur Schule gehen. Mit kleinen Schritten können wir in Sundern ein großes weltweites Projekt größer machen“, meinte der Bürgermeister.

Mehr als 2000 „Fairtrade“- Produkte in über 42.000 Betrieben gebe es in Deutschland mittlerweile, erklärte Plümper den anwesenden Gästen. Ein kurzer Film machte das Konzept dieser Art des Handels deutlich. Das Leben der an der Produktion beteiligten Menschen und Familien in den Anbauländern solle verbessert werden, eine höhere wirtschaftliche Stabilität werde gewährleistet, Kinderarbeit, Zwangsarbeit und gentechnische Veränderungen seien unter dem Fairtrade-Siegel verboten.

Kriterien mit Bravour erfüllt

Entsprechende Produkte würden im Sunderner Stadtgebiet in vielen Geschäften, Betrieben, Gasthöfen und Restaurants angeboten. Kaffee, Tee, Schokolade, Honig und Gebäck, auch Blumen und sogar Bälle gehören zu den Waren, die schon in mehr 20 Geschäften in Sundern erhältlich seien, erklärte die Steuerungsgruppe. Mehr als zehn Gastronomiebetriebe in der Stadt nähmen zurzeit an der laufenden „Fairtrade“-Kampagne teil und hätten mindestens zwei Artikel aus fairem Handel in ihrem Angebot. Viele weitere Unterstützer seien im Bereich der Kirchen, kirchlichen Vereine und Verbänden in Betrieben und den Schulen zu finden.

„Wir sind nicht ohnmächtig“, erklärte Manfred Holzer, Vorstandsmitglied von „Fairtrade Deutschland“. „Wir alle stehen gemeinsam in der Pflicht, einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit zu leisten und Verantwortung zu tragen, dass diejenigen, die uns täglich den Tisch decken, auch selbst satt werden können“, so Holzer weiter. Dies gelte für die weit entfernt lebenden Menschen genauso wie für die hier heimischen Landwirte.

Die fünf Anforderungen, die gestellt würden, um „Fairtrade-Stadt“ zu werden, seien recht hoch, aber nicht unerreichbar. Sundern habe sie alle mit Bravour erfüllt, versicherte Holzer, bevor er die Urkunde „Fairtrade-Stadt Sundern“ übergab. Zusammen mit Amsterdam, Rom, London, Paris oder Madrid könne sich Sundern nun „Fairtrade-Stadt“ nennen. Die Auszeichnung gilt zunächst für zwei Jahre, dann muss erneut bewiesen werden, dass man zu Recht dieses Siegel trägt. Passend musikalisch untermalt wurde die Feierstunde von der Gruppe „Mus1k2, dem multikulturellen Musikprojekt der Flüchtlingshilfe Sundern.

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