Bereit für die Medizin von Morgen?

Stadt Sundern startet neues Förderprojekt „MeDiKuS“

Im Rahmen des Förderprojektes „MeDiKuS“ soll untersucht werden, wie und in welchem Umfang medizinische Leistungen durch technologiebasierte Lösungen unterstützt werden können. Foto: Panthermedia/Boris Zerwann

Sundern. Die Stadtverwaltung startet ab Anfang des Jahres mit einem neuen Förderprojekt. Unter dem Titel „MeDiKuS – Medizin, Digitalisierung, Kompetenz und Sicherheit in Sundern“ sollen die Digitalisierungspotentiale der medizinischen Versorgung in Sundern untersucht werden. Die Untersuchung wird vom Forschungskolleg der Universität Siegen durchgeführt. Dafür werden der Stadt Fördermittel im Rahmen des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Programms „Land(auf)Schwung“ zur Verfügung gestellt.

„Wir wollen und dürfen als Kommune nicht defensiv sein und abwarten, bis es möglicherweise zu spät ist. Wir müssen unsere Zielvorstellungen aktiv angehen und umsetzen. Unser Ziel im Bereich der medizinischen Versorgung ist die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung in der Zukunft“, so Bürgermeister Ralph Brodel.

Im Rahmen des Förderprojektes soll untersucht werden, wie und in welchem Umfang medizinische Leistungen durch technologiebasierte Lösungen unterstützt werden können, um Ärzte und Patienten zu entlasten. Eine medizinische Unterversorgung führt damit zu einer höheren Arbeitsbelastung bei Ärzten und zu längeren Wege- und Wartezeiten bei den Patienten. Neben Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung im medizinischen Bereich, die flankierend ebenfalls erfolgen, ist daher aus Sicht der Stadtverwaltung auch die Digitalisierung ein wichtiger Schlüssel.

Folgeprojekte im Rahmen der Regionale 2025

Konkret besteht das Projekt aus drei Teilen. Im ersten Schritt soll eine Befragung in der Bevölkerung, in ansässigen Arztpraxen und bei weiteren örtlichen Gesundheitsakteuren durchgeführt werden. Sie sollen zu ihrer Bereitschaft, sich der Digitalisierung in der Medizin zu öffnen, befragt werden. Darauf aufbauend soll anhand einer Modellpraxis untersucht werden, wie sich der Wandel von einer analogen zu einer digitalen Arztpraxis gestalten kann. Es soll überprüft werden, welche technischen Voraussetzungen und organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit ein beispielhafter Versorgungsfall zwischen Arzt und Patient telemedizinisch gelöst werden kann, beispielsweise bei Ferndiagnosen oder bei der Überwachung des Gesundheitszustandes. Im Ergebnis sollen neben einer Status-quo-Analyse der Digitalisierungspotenziale Handlungsempfehlungen gegeben werden.

„MeDiKuS erbringt damit wichtige Grundlagendaten und eine fundierte Ausgangsbasis beispielsweise für Projekte, die anschließend im Rahmen der Regionale 2025 umgesetzt werden könnten“, so Fachbereichsleiter Lars Ohlig, der der Projektgruppe angehört. Die Regionale 2025 war übrigens auch der Auslöser für die Projektgruppe der Verwaltung, die Verbindung zwischen Medizin und Digitalisierung in den Fokus ihrer Überlegungen und Aktivitäten zu nehmen.

Infoveranstaltung am 16. Januar 

Im Juli wurde die Projektskizze vom MeDiKuS beim Hochsauerlandkreis eingereicht. Anfang September hat die Gruppe dann den positiven Förderbescheid erhalten. Mittlerweile steht der externe Dienstleister für die breit angelegte Untersuchung mit dem Forschungskolleg der Uni Siegen fest.

Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, Direktor des Forschungskollegs, misst dem Projekt eine beispielhafte Bedeutung zu: „‘MeDiKuS‘ ist für die Region Südwestfalen ein Modellprojekt, in dem wir untersuchen, wie wir die gesundheitliche Versorgung der Menschen im digitalen Zeitalter unter Rückgriff auf technische Assistenzsysteme ohne qualitative Einbußen neu denken können. Schließlich kommt es darauf an, Innovationen in der gesundheitlichen Versorgung dafür einzusetzen, die Versorgungsgerechtigkeit im zunehmenden Stadt-Land-Gefälle aufrecht zu erhalten.“

„Wir glauben, dass wir mit dem Forschungskolleg den richtigen Partner an unserer Seite gefunden haben, der die notwendige Expertise mitbringt“, so Mitarbeiterin der Projektgruppe Doris Rohe-Weber. Da der Projektzeitraum bis Ende Oktober 2019 läuft, soll nun zeitnah mit der Umsetzung des Projektes begonnen werden. Daher wird es am Mittwoch, 16. Januar, eine erste Informationsveranstaltung mit den Ärzten, Apothekern sowie weiteren Gesundheitsakteuren und Kooperationspartnern geben. An diesem Abend werden sich die Projektverantwortlichen der Universität Siegen vorstellen und das Vorhaben sowie ihre Vorgehensweise erläutern und für Fragen zur Verfügung stehen.

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