"Kritische und ehrliche Diskussion" erwünscht

Stadt Sundern stellt neue Plattform für interaktive Bürgerbeteiligung vor

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Stefan Jost, Julia Wagener, Sebastian Michel, Bürgermeister Ralph Brodel und Michael Fettin (v. l.) stellten die neue Plattform vor.

Sundern. Es gibt sie eigentlich bei jedem „Aufregerthema“ wie der Innenstadtentwicklung oder dem Ferienpark in Amecke: Bürger, die sich beklagen, dass sie kein Mitspracherecht haben. Damit in Zukunft auch wirklich jeder Sunderner an den Entwicklungsprozessen von großen Projekten teilhaben kann, hat die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Hackerspace Sundern eine Internetplattform entwickelt, die im kommenden Jahr an den Start gehen soll.

„Es geht nicht darum, seine Meinung ‘herauszublasen’ wie bei Facebook“, erklärte Bürgermeister Ralph Brodel den Ansatz des neuen Angebotes. Stattdessen soll jeder Bürger sich intensiv mit den jeweiligen Projekten auseinandersetzen und im Anschluss seine Meinung dazu kundtun. Um sogenannte „Fake-Accounts“ zu verhindern, muss sich jeder Nutzer auf der Plattform, die noch keinen endgültigen Namen hat, mit seinem Klarnamen sowie persönlichen Daten anmelden. Erst nach Prüfung durch die Stadt werden die Bürger freigeschaltet – der Datenschutz werde dabei natürlich gewährleistet, wie Brodel versicherte. So wollen die Verantwortlichen sichergehen, dass nur Sunderner Bürger sich registrieren. Für nicht angemeldete Personen sind die Inhalte nicht sichtbar. 

Auf der Plattform selbst stellt die Verwaltung unterschiedlichste Projekte ein, der Bürgermeister nannte als Beispiele die Innenstadtentwicklung, den Ferienpark oder einen möglichen von der Stadt betriebenen Windpark. Den Nutzern werden dann relevante Informationen zum jeweiligen Vorhaben bereitgestellt. Nach deren Durchsicht können Bürger sich an Umfragen oder Diskussionen rund um das Thema beteiligen. „Das ist die direkteste Form der Bürgerbeteiligung. Wir wollen eine kritische und ehrliche Diskussion“, meinte Brodel. 

Die Plattform sowie die zugehörige Software haben Mitglieder des Hackerspace Sundern entwickelt. Als Vertreter des Vereins kündigten Sebastian Michel und Michael Fettin einen Test für das erste Quartal 2018 an. „Wir haben Glück, dass der Hackerspace so etwas kann. So wurde die Plattform von Bürgern dieser Stadt entwickelt“, sagte Ralph Brodel, der sich auch bei der städtischen IT-Abteilung um Stefan Jost sowie der Wirtschaftsförderung und der Stadtplanung für die Mitarbeit bedankte. Die Auswertung der Diskussionen und Umfragen erfolge dann in den jeweiligen Fachbereichen und Abteilungen.

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