"Völlig offener Prozess"

Stadt Sundern will Bürger an Projektplanungen teilhaben lassen

+
Erste Werkstattgespräche zur Innenstadtentwicklung fanden bereits 2014 statt.

Sundern. Aufgepasst und mitgemacht: Die Stadt Sundern ruft alle Bürger zur Beteiligung an den Planungen zur Innenstadtentwicklung auf. Der Auftakt zu diesem Prozess findet am morgigen Donnerstag, 1. Februar, um 19 Uhr in der Stadtgalerie statt. Die Attraktivierung der City ist allerdings nicht das einzige Thema, bei dem die Verwaltung die Meinung der Bevölkerung einholen will – auch bei der Windkraft im Stadtgebiet und beim möglichen Ferienpark in Amecke ist das geplant.

Bürgermeister Ralph Brodel wünscht sich eine „möglichst breite Beteiligung über alle Ortsteile und Altersgruppen“, wie er am Montag in der monatlichen Pressekonferenz der Stadtverwaltung mitteilte. „Im Normalfall nehmen an solchen Beteiligungsverfahren immer diejenigen teil, die unmittelbar davon betroffen sind“, erklärte Brodel. Im Falle der Innenstadtentwicklung seien dies Hauseigentümer, Mieter oder Geschäftstreibende. „Die Innenstadt ist aber das Herz für alle Bürger. Daher sollen auch möglichst Menschen aus der ganzen Stadt beteiligt werden“, schilderte das Stadtoberhaupt. 

Die konkreten Methoden, wie das gewährleistet werden kann, werden derzeit im Rathaus ausgelotet. Möglich seien sogenannte „Planungszellen“, die sich an mehreren Wochenenden „mit allen Infos und Herausforderungen auseinandersetzen“ und am Ende „zu einem Urteil oder Empfehlungen“ kommen sollen. Laut Brodel sei es denkbar, die „Zellen“ in drei Altersgruppen (14 bis 18 Jahre, 19 bis 70 Jahre und über 70 Jahre) aufzuteilen, um die Bedürfnisse sämtlicher Altersgruppen zu berücksichtigen. Dieser Prozess könnte zu Beginn des zweiten Quartals (April) starten.  

Wie steht die Mehrheit dazu?

Bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstag wird die Planungsgemeinschaft „Brandenfels – Post•Welters – Planinvent“ erste Ideen zur Attraktivierung des Stadtzentrums vorstellen. Gleichzeitig wollen die Planer aber auch weitere Ideen aus der Bevölkerung sammeln. „Die Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt, dass die Frage, durch welche Planungen wir der Innenstadt Sunderns Impulse geben können, sehr kontrovers diskutiert wird“, berichtete Brodel. Wichtig sei daher, dass nun allen Bürgern die Möglichkeit gegeben werde, sich in den Planungsprozess einzubringen und hierüber ein differenzierteres Meinungs- und Ideenbild erhalten. „Mir ist wichtig, dass es ein völlig offener Prozess ist“, meinte der Bürgermeister. 

Das gilt aber nicht nur für die Planungen zur Innenstadtentwicklung: Auch bei weiteren „Aufregerthemen“ wie der Windkraft oder dem geplanten Ferienpark in Amecke sollen sich möglichst viele Sunderner beteiligen. „Wir wollen wissen, wie die Mehrheit zu diesen Themen steht“, kündigte Brodel an. Im Falle der Windkraft habe die Verwaltung bereits mit vielen möglichen Anbietern für die städtischen Flächen gesprochen. Im Stadtentwicklungsausschuss und im Rat sollen sich in Kürze mögliche Projektentwickler vorstellen, bevor eine „breite Bürgerbeteiligung“ stattfinden soll.

Online-Plattform "in der Zielkurve" 

In diesen Prozessen soll künftig auch die geplante elektronische Bürgerbeteiligungsplattform (Kurier berichtete) helfen. Stefan Jost aus der städtischen IT-Abteilung kündigte an, dass aktuell noch an einigen technischen Dingen, dem Layout sowie den Texten gearbeitet werde. „Wir befinden uns in der Zielkurve“, berichtete Ralph Brodel und kündigte eine zeitnahe Testphase mit den Mitarbeitern im Rathaus an, in der das neue Angebot auf Herz und Nieren geprüft werde, um eventuelle Fehler aufzuspüren, bevor die Plattform endgültig online geht. 

Der Bürgermeister nahm allerdings auch die politischen Vertreter in die Pflicht. „Bürgerbeteiligung ersetzt nicht unser demokratisches Grundsystem. Entscheiden muss am Ende der Stadtrat.“ Im besten Fall bekämen die Ratsvertreter im Beteiligungsprozess zusätzliche Infos und Meinungen, die bei der Entscheidung helfen könnten, erklärte Brodel.

Auch die Attraktivierung der Fußgängerzone wird im Rahmen der Gespräche über die Innenstadtentwicklung thematisiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare