„Wir alle gehören zusammen“

Stadt Sundern zeichnet beim Jahresempfang verdiente Bürger aus

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Bürgermeister Ralph Brodel zeichnete beim Jahresempfang in der Langscheider Schützenhalle verdiente Bürger und Vereine aus.

Langscheid. Der Jahresempfang der Stadt Sundern fand am vergangenen Sonntag in der Schützenhalle in Langscheid statt und stand unter dem Motto „Fluchtursachen verhindern – wie wir alle helfen können“. Bürgermeister Ralph Brodel hatte dazu als Festrednerin Gudrun Gerwien, Vorsitzende des Vereins GAGU-Zwergenhilfe aus seiner Heimatstadt Schermbeck, eingeladen, die sich aktiv in Sierra Leone um das Schicksal von Kindern und deren Familien kümmert. Neben den Grußworten von hochrangigen politischen Vertretern stand darüber hinaus die Ehrung verdienter Bürger der Stadt Sundern auf dem Programm.

Auch die vielen Gäste aus der Politik befassten sich in ihren Grußworten beim Jahresempfang der Stadt Sundern in der Lanscheider Schützenhalle mit der Flüchtlingsthematik. So zeigte sich Regierungspräsidentin Diana Ewert in ihrem Grußwort tief beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement an der Röhr. Die für alle so selbstverständliche, noch eher junge Demokratie sei ihrer Meinung nach eine der besten der Welt. Diese Demokratie gelte es zu erhalten. „Wie groß muss die Not der Menschen sein, die ihr Kind auf einem Boot im Mittelmeer für sicherer halten als in der eigenen Heimat?“, fragte sie mit Blick auf die Probleme in den Herkunftsländern der Flüchtlinge. Auch der stellvertretende Landrat Dr. Michael Schult lobte das bürgerschaftliche Engagement. Es sei gerade das, was die Menschen im Sauerland zusammenhält. 

„Dieses Treffen erinnert uns daran, dass wir alle zusammengehören“, betonte Bürgermeister Ralph Brodel. Das Jahr 2016 habe eine Menge ungewöhnliche Herausforderungen beinhaltet. Sie alle seien gemeistert worden, wenn es auch für Außenstehende nicht immer einsehbar, oft unverständlich und mit heftigen politischen Diskussionen einhergegangen sei. 

Emotionale Festrede

Mitglieder des Tambourkorbs Stemel durften sich ins Goldene Buch der Stadt Sundern eintragen.

Bei der Festrede von Gudrun Gerwien wurde es dann emotional. „Ich bin keine Politkerin. Mich zum Thema Flüchtlinge zu positionieren, finde ich gar nicht so leicht“, sagte die Frau, die sich aktiv in Sierra Leone um das Schicksal von Kindern und deren Familien kümmert. Helfen, dass Menschen in ihrem Heimatland eine Chance haben, das sei wichtig. Das macht sie selber vor Ort in Sierre Leone mit der Hilfsorganisation GAGU-Zwergenhilfe, deren Vorsitzende sie ist. 

Im Anschluss an den aufwühlenden Vortrag wurden verdiente Bürger ausgezeichnet. Aus Sundern wurde Werner Blome für seine 50-jährige aktive Arbeit im Tambourkorps Sundern geehrt. Nach nur zwei Jahren Mitgliedschaft wurde Blome 1968 Tambourmajor und ist es noch heute. Ebenfalls aus Sundern wurde Marianne Kaiser geehrt. Sie setzt sich in vielen Gruppierungen (Landfrauen, Caritas) ein. 1975 wurde Kaiser zweite Vorsitzende des „Krankenhausbauvereins Sundern“. Unter dem Namen „Verein Altenhilfe Sundern“ übernahm dieser das heutige Caritas Seniorenhaus St. Franziskus. Für ihre jahrelangen Verdienste wurde sie im Januar mit der goldenen Ehrennadel des Caritas-Verbandes ausgezeichnet. 

Aus Hellefeld kommt der geehrte Peter Engels, der seit 1975 jede Woche in der St. Martinus-Kirche die Orgel spielt. Darüber hinaus engagiert er sich in zahlreichen weiteren Hellefelder Vereinen und war so maßgeblich am Bau der Breitensportanlage beteiligt. Stephan Kemper wurde für seine vielen Verdienste um die verschiedensten Vereine und Aktivitäten in Westenfeld ausgezeichnet. Seit 2011 ist er Ortsheimatpfleger. Er betreut die Westenfelder Webseite, die der Schützen und des Blickpunkts. Aus Endorf wurde Werner Orgelmacher geehrt, der sich ebenfalls in vielen Vereinen engagiert. Sein hohes technisches Verständnis macht ihn zum Ansprechpartner rund um elektrische Installationen und Reparaturen im Dorf. 

Kulturtrichter Sundern und Tambourkorps Stemel ausgezeichnet

Darüber hinaus wurden zwei Vereine für ihr Engagement ausgezeichnet: Der Kulturtrichter Sundern und das Tambourkorps Stemel. „1993 als gemeinnütziger Verein zur Förderung von Kunst und Kultur gegründet, ist er von einem kleinen Verein zu einer weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Kulturgröße geworden“, beschrieb Allendorfs Ortsvorsteher Anton Lübke den Kulturtrichter. Er bietet eine Plattform für Kulturwillige und Künstler jeden Genres und Alters und stellt seine Räume für Jugendarbeit, Workshops, Informationsabende, Foren und Diskussionsrunden zur Verfügung. 

Die Dorfgemeinschaft Stemel schlug das Tambourkorps für sein 90-jähriges Bestehen und für 50 Jahre aktive Jugendarbeit für die Ehrung vor. Seit 1951 nimmt der Verein am Stemeler Schützenfest teil. Seitdem wurden die Aktivitäten von Jahr zu Jahr ausgeweitet. 1967 wurde beschlossen, eine Jugendkorpsgruppe zu gründen. 1970 übernahm Hubert Schulte die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen und baute diese weiter aus. Innerhalb Stemels beteiligt sich der Tambourkorps an vielen Festen oder ist selbst als Ausrichter tätig.

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