Planänderung oder Gestaltungssatzung?

Stadtentwicklungsausschuss beschäftigt sich erneut mit Ferienpark in Amecke

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Auf dieser Fläche am Sorpesee in Amecke soll der geplante Ferienpark entstehen.

Sundern/Amecke. Dass es rund um das Thema „Ferienpark in Amecke“ noch extrem viel Diskussionsbedarf gibt, wurde nicht zuletzt in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses in der vergangenen Woche deutlich. Die Fraktion „Wir sind Sundern“ (WISU) hatte die Änderung des entsprechenden Bebauungsplans der Ferienhausanlage beantragt. Darüber wurde am Ende allerdings nicht abgestimmt – die Diskussion wurde zunächst zurück in die einzelnen Fraktionen gegeben.

Bürgermeister Ralph Brodel hatte bereits in der jüngsten monatlichen Pressekonferenz der Stadtverwaltung berichtet, dass wieder Bewegung in die Thematik gekommen sei. Die Stadt befinde sich in guten Gesprächen mit dem belgischen Eigentümer des Areals am Sorpesee und man sei „auf einem guten Weg“. Brodel erwarte, dass es noch im ersten Halbjahr 2018 konkrete Antworten gebe, wie es mit dem geplanten Ferienpark weitergeht. 

Für den Fall, dass eine Einigung erzielt wird, möchte die WISU-Ratsfraktion vorsorgen und den aktuellen Bebauungsplan ändern. So soll „die Zahl der baurechtlichen Vollgeschosse“ von zwei auf eins und „die maximale Wandhöhe im Teilbereich SO 1“ von 7,50 auf 3,80 Meter reduziert werden, wie es im Antrag heißt. „Bei der Diskussion um die Seniorenwohnanlage in Allendorf haben wir gesehen, was machbar ist, wenn ein Investor den Bebauungsplan voll ausnutzt“, begründete der WISU-Vorsitzende Hans Klein die Sichtweise seiner Fraktion. 

Andere Auffassungen von WISU und Stadt 

Eine Änderung des aktuellen Plans sei aus Kleins Sicht problemlos möglich, da die Sieben-Jahres-Frist, in der ein Bebauungsplan besonderes Vertrauen in seine Rechtskraft genieße, mittlerweile abgelaufen sei. Das habe auch die von der WISU hinzugezogene Anwaltskanzlei Baumeister aus Münster bestätigt. Die Stadtverwaltung sieht das anders: Hier ist man der Ansicht, dass die Frist erst läuft, wenn die Versorgung mit Wasser und die Beseitigung von Abwasser gewährleistet ist. Das gelte allerdings erst seit November 2014, sodass die Frist noch bis 2021 laufe. 

Um eventuellen Entschädigungsansprüchen aus dem Weg zu gehen, schlägt die Verwaltung eine Gestaltungssatzung für den Ferienpark vor. „Damit können wir sehr sehr viel regeln“, meinte Stadtplaner Lars Ohlig und führte beispielsweise Wandhöhe, Dachformen oder Fassadenfarben an. Hans Klein war davon allerdings nicht überzeugt. „Das ist wie ein buntes Kinderpflaster bei einem doppelten Beinbruch – das sieht gut aus, hilft aber nicht“, sagte der WISU-Chef. Aus den übrigen Fraktionen gab es Zuspruch für den Vorschlag der Verwaltung. „Wenn so eine Satzung kommt, sind wir auf der sicheren Seite. Das Risiko, Entschädigungen zu zahlen, ist zu groß“, erklärte beispielsweise Andreas Bahde (BfS). 

Weil keine Einigung in Sicht war, beantragte die CDU schließlich, das Thema zurück in die einzelnen Fraktionen zu geben, damit diese in Ruhe mit den neuen Informationen darüber beraten können. Die Ausschussmitglieder stimmten diesem Vorschlag einstimmig zu.

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