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Qualität bis zum Zapfhahn

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Von: Jana Sudhoff

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Um einwandfreie Wasserproben zu bekommen, wird unter anderem erst der Hahn abgeflammt. Erst am Donnerstag entnahmen Mitarbeiter des Hygiene-Instituts Gelsenkirchen Proben im Wasserwerk in Sundern. © Jana Sudhoff

Sundern – Bedenken bei Sunderns Trinkwasser muss man nicht haben. „Trinkwasser wird besser kontrolliert als jedes Mineralwasser“, erklärte Jürgen Schwarberg, Betriebsleiter der Stadtwerke Sundern, bei einem Pressetermin zur Qualitätssicherung von Trinkwasser.

„Trinkwasser ist eines der am sorgfältigsten kontrollierten Lebensmittel. Bei kaum einem anderen Lebensmittel hat der Verbraucherschutz einen so hohen Rang wie bei Trinkwasser“, betonte Schwarberg.

Grundlage für die hohe Qualität sei die TrinkwasserVerordnung (TrinkwV) – „die Bibel für Wasserversorgung. Auf 45 Seiten werden die über 100 Parameter für die Beschaffenheit von Trinkwasser festgelegt. Den rechtlichen Rahmen bieten die EU-Trinkwassererichtlinie und das Infektionsschutzgesetz. „Bei konsequenter Umsetzung ist automatisch die Qualität gesichert“, sagt Schwarberg mit Blick auf die komplexen Anforderungenan Trinkwasserqualität und das strenge Wartungs-, Prüf- und Überwachungssystem.

Über Kilometer hinweg müssen die Stadtwerke Sundern die Qualität garantieren – von den Brunnen, Quellen und Talsperre bis zum Hauptabsperrhahn vor der Wasseruhr in den heimischen Haushalten. Zum Einsatz kommt dabei ein „Multi-Barrieren-Prinzip“. „Das bedeutet, dass im Rohwasser eventuell enthaltene Krankheitserreger im Zuge der Aufbereitung über mehrstufige Prozesse entfernt oder inaktiviert werden.“

Die erste Barriere wird durch die „Ausweisung von Wasserschutzgebieten“ und deren Überwachung errichtet. Die zweite Barriere umfasst die Gewinnung, Aufbereitung, Speicherung, Transport und Verteilung des Trinkwassers, die dritte Barriere stellt die Hausinstallation dar. Für den Bau und den Betrieb der Anlagen, den Aufbereitungsprozess und den Bau und die Pflege des Rohrnetzes gelten anspruchsvolle technische Standards. Ein stetes Auge auf die Wassergewinnungs- und Wasserversorgungsanlagen hat das Gesundheitsamt, das für die hygienische Überwachungen zuständig ist.

Verantwortung des Hausbesitzers

Ab dem Wasserzähler ist dann der Hauseigentümer verantwortlich, erklärt der Betriebsleiter der Stadtwerke. Dieser sei verpflichtet, nur Vertragsinstallateure zu beauftragen, um das Leitungssystem und die Armaturen im Haus zu installieren und zu warten, unterstreicht Schwarberg. Diese wüssten auch, welche Trinkwasser-zugelassenen Materialien und Werkstoffe verbaut werden dürfen.

Auch die Stadtwerke würden mit langjährig erfahrenem Fachpersonal arbeiten. Für die Prüfung der Wasserproben hat die städtische Einrichtung extern das Hygiene-Institut Gelsenkirchen beauftragt, das seine Ergebnisse parallel auch ans Gesundheitsamt schickt. An circa 100 Probenahmestellen werden mindestens 200 Regel-Probeentnahmen – je 100 bei Rohwasser und je 100 bei Trinkwasser – pro Jahr zuzüglich Sonderuntersuchungen vorgenommen.

„Für Trinkwasser nur das Beste“, verweist Schwarberg auf den Einbau der Techniken, die auf dem neuesten Stand seien. Schwerpunkte der Arbeiten im laufenden Jahr: „Es gibt noch viele Undichtigkeiten in der Hausanschlussleitung. Sie machen zwei Drittel aller Probleme aus. Da erneuern wir radikal“, so der Betriebsleiter der Stadtwerke, der zudem eine gute Nachricht für die Sunderner hat: Trotz der hochsommerlichen Temperaturen gebe es keinen Engpass bei Rohwasser. Und Wasserproben seien auch unauffällig. „Wir haben da in Moment keine Bauchschmerzen“, so Jürgen Schwarberg.

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