Natur Natur sein lassen 

Kleiner Teich bedient Artenschutz 

+
Begutachteten gemeinsam den Teich in Altenhellefelds Freizeitanlage: Fischereidezernentin Nikola Theißen, Dieter Leser, Herbert Dinter (beide von der Stadt Sundern) und Willi Vogt (Arbeitskreis).

Altenhellefeld. Die nächsten Schritte am städtischen Teich der Freizeitanlage „Junkern-Wiese“ in Altenhellefeld wollen klug überlegt werden. An dem Parkgewässer möchte man weiter mit Fingerspitzengefühl zwei Funktionen verfolgen: das Naturempfinden der Besucher berücksichtigen und dies mit dem Artenschutz kombinieren.

Zu einem Ortstermin war am Montag Nikola Theißen, Fischereidezernentin der NRW-Landesfischereianstalt Kirchhundem-Albaum, angereist, die die Stelle von ihrem pensionierten Vorgänger übernommen hat. Jetzt wollte sie sich einen ersten Eindruck von der Teichanlage verschaffen und mit Herbert Dinter, Betriebshof der Stadt Sundern, Dieter Leser, Umweltamt der Stadt Sundern, sowie dem Arbeitskreis Dorfgemeinschaft gemeinsam weitere Ziele besprechen. „Schön haben Sie es hier“, zeigte auch sie sich beeindruckt vom „puren Idyll“ der Grünanlage. Hatte man die vor 40 Jahren errichtete Freizeitanlage zunächst der Freizeit und Erholung gewidmet, setzt man inzwischen auf Ökologie als zweiten roten Faden. 2017 wurden in dem Teich Flusskrebse eingesetzt, 2018 kamen Moderlieschen und Karauchen hinzu. Arten, die andernorts langsam seltener werden.

Spätestens übernächstes Jahr wolle man die Krebs-Population überprüfen, versprach die neue Fischereidezernentin. Bis dahin empfahl sie den örtlichen Akteuren die Struktur des Teiches zu belassen. Erst einmal müssten sich die Bestände in dem Gewässer etablieren, um dann auf alle wichtigen Gewässerparameter ein Auge zu haben. Erst dann sei es sinnvoll zu entscheiden, ob weitere Arten eingesetzt werden sollten. „Sonst ist es schnell möglich, dass man das Gewässer ausreizt“, so Theißen. Auch auf Wasserpflanzen würde sie verzichten. Nicht zuletzt, weil es schwierig sei, Material zu bekommen, das zu 100 Prozent nicht mit Krebspest kontaminiert sei. 

Als eine sinnvolle Ergänzung empfahl die Fischereidezernentin eine Informationstafel am Teich, dessen Inhalte ihre Institution der Stadt Sundern zusammen mit dem Edelkrebsprojekt NRW bis Ende des Jahres zuarbeiten könne. Im Fokus: die Aufklärung über den Naturschutzaspekt des Teiches. Beispielsweise wolle man um Verständnis bitten, das Füttern der Enten einzustellen. „Damit ändert man das Teichklima und es könnte sich alles negativ auf die Krebse auswirken“, erklärte Theißen, die auch eindrücklich Bürger davor warnen möchte, selbstständig Fische und Krebse in den Teich zu setzen. „Das könnte das Ende der Population bedeuten.“ Bisher habe sich der Altenhellefelder Teich jedoch positiv entwickelt und „ist ein schönes Beispiel für einen kleinen Teich in einem urban geprägten Bereich, der auch den Artenschutz bedient.“

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare