„Von der  Steinzeit in die Moderne“

Städtisches Gymnasium Sundern treibt die Digitalisierung voran

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Unter anderem Beyoncé und Wolfgang Amadeus Mozart schmücken jetzt die Wände im Musikraum, die Nils Gröne, Pia Lankes, Linus Bierhoff und Louis Tebbe (v.l.) mit ihren Mitschülern gestaltet gaben.

Sundern. In Zeiten, in denen nahezu jeder Schüler ein Smartphone besitzt und sich regelmäßig im Internet bewegt, werden auch die Schulen vor immer neue Herausforderungen gestellt. Das Städtische Gymnasium Sundern geht diese Aufgabe nun offensiv an und treibt die Digitalisierung der Schule weiter voran – sowohl bei der technischen Ausstattung als auch bei den pädagogischen Konzepten.

„Wir brauchen innovative Ideen, um unsere Schüler auf die digitale Welt vorzubereiten“, erläutert Schulleiter Martin Bahrtel. Und um die auch angemessen umzusetzen, nutzte das Gymnasium eine Spende der Sparkasse, um einige Räume mit neuer Hardware auszustatten. 

Dabei wurden in erster Linie neue Beamer und „interaktive Whiteboards“ angeschafft. Letztere sind digitale Tafeln, die mit einem Beamer ausgestattet sind und mit Computern oder DVD-Playern verbunden digitale Inhalte interaktiv vermitteln können. Hausmeister Matthias Bücher und Informatiklehrer Dr. Christian Wahle waren federführend für die Installation der neuen Ausstattung verantwortlich. Unter anderem im Musikraum wurden die Geräte in einer „typischen Sauerländer Lösung“ an die Wand „gefuckelt“, ohne auf spezialisierte Unternehmen zurückgreifen zu müssen. 

Schüler gestalten den Musikraum neu 

Das Whiteboard ist aber nicht die einzige „Neuheit“ im Musikraum. In monatelanger Arbeit – zum Teil in der eigenen Freizeit und am Wochenende – hat eine Gruppe von Schülern den Raum gestrichen und mit selbstgemalten Wandbildern rund um das Thema Musik neu gestaltet. „Vorher war es sehr trist hier, jetzt wirkt alles viel freundlicher“, meint Nils Gröne, der gemeinsam mit seinen Mitschülern den Pinsel geschwungen hat. 

Aber auch die Verkabelung von Whiteboard und Musikanlage sowie die Reperatur der alten Musikboxen übernahmen die Schüler. „Das ist ein Wechsel von der Steinzeit in die Moderne“, beschreibt Musiklehrerin Monika Albers die neuen Möglichkeiten, den Unterricht zu gestalten. Allerdings, schränkt Schulleiter Bahrtel ein, müsse die neue Ausstattung auch zielgerichtet eingesetzt werden: „Innovation bedeutet nicht, dass automatisch der Unterricht besser wird.“ 

Internetverbindung soll verbessert werden

Doch auch daran arbeitet das Städtische Gymnasium mit Hochdruck. Im Sommer findet die erste große Fortbildung für die Lehrerschaft statt. Im Schulalltag sollen zukünftig auch Themen aus digitalen Welt behandelt werden. So beschäftigen sich Schüler und Lehrer beispielsweise mit sozialen Netzwerken, Cloud-Diensten und Datenschutz sowie der richtigen Recherche im Internet. „Unsere Schüler sollen sich im weiten Feld der digitalen Medien richtig bewegen – bei allen lauernden Gefahren“, erläutert Barthel. 

Damit aber zukünftig auch viele Schüler gleichzeitig auf das World Wide Web zugreifen können, ist laut Dr. Christian Wahle eine bessere Verbindung notwendig: „Wir haben aktuell eine 16.000er-Leitung. Das mag sich zwar nach viel anhören, wenn aber bis zu 300 Nutzern zeitgleich das Internet nutzen, bricht irgendwann die Leitung zusammen.“ Um das zu verhindern, will die Schule über das Programm „Gute Schule 2020“ der NRW-Landesregierung Fördermittel für eine bessere Anbindung beantragen.

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