„Die Mittel sind knapp, aber sie sind da“

Noch 169.000 Euro freies Budget für Projekte in der Leaderregion

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"Lichtmacher im Kunstwerk Neheim" ist das 33. Leaderprojekt, das die "Bürgerregion am Sorpesee" listet.

Arnsberg/Sundern – Wem noch Ideen im Kopf schwirren für Projekte, mit denen man die Region um den Sorpesee noch stärker machen kann, der hat jetzt noch die Chance vom Leader-Fördertopf zu profitieren. Denn unerwartet hat die Leaderregion „Leader sein! Bürgerregion am Sorpesee“ noch 168.983 Euro von ihrem 31-Millionen-Euro-Kontingent übrig.

Ursprünglich hatte Regionalmanager Lars Morgenbrod Anfang des vergangenen Jahres davon ausgehen müssen, dass das Förderbudget bereits 2019 erschöpft sein würde. „Das erste Halbjahr 2019 war sehr produktiv, es kam eine Idee nach der anderen“, erinnert sich der Regionalmanager, dass die Zahl der Anträge im ersten Halbjahr so hoch war wie im ganzen Jahr 2018 zusammen. „Doch danach kam eine richtige Flaute, es wurde ausnehmend ruhig.“ Deswegen hat die Leader-Region, anders als noch Anfang 2019 prognostiziert, noch etwas Geld zur Verfügung. Ideenentwickler aus der Region können sich also gerne noch für ein Leader-Projekt bewerben. „Die Mittel sind knapp, aber die Mittel sind da“, bilanziert Lars Morgenbrod. 95 Prozent der zur Verfügung stehenden Fördermittel sind ausgegeben beziehungsweise für Projekte reserviert.

Gelder müssen noch dieses Jahr bewilligt werden

Um die restlichen fünf Prozent abzurufen, sei aber wichtig, dass die Unterlagen zeitnah eingereicht werden. Denn die Gelder müssen noch dieses Jahr bewilligt werden. Der Zeitraum danach bis 2022 wird für die Realisierung der Projekte genutzt, Neues kann dann für diese Förderperiode nicht mehr angestoßen werden.

Langeweile wird bis dahin beim Regionalmanagement aber nicht aufkommen: Von den 46 Projekten, die bisher vom Leader-Arbeitskreis (LAG) grünes Licht bekommen haben, sind 15 abgeschlossen. 31 weitere Projekte laufen gerade – in unterschiedlichen Stadien.

Darunter zwei Projekte, die erst in dieser Woche in der LAG-Sitzung auf die Liste gekommen sind: Der „parKur – Sorpesee“ soll erweitert werden. Besonders gut angenommen wird die Turnbar für die Calistehnics-Übungen, an dem sich an manchen Tagen sogar Warteschlangen bilden. Für diese Anlage soll es weitere Elemente geben. Zudem sollen in einer abschließbaren „Sportbox“ Utensilien wie Gewichte, Bänder oder Medizinbälle zur Verfügung stehen. Mithilfe einer App (eine Registrierung per Ausweis ist notwendig) können die Sportler die Box öffnen. Auch der Spielplatz neben der Minigolfanlage soll mit einer Spielkombination für die Kleinsten aufgewertet werden. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 49.947 Euro (Förderanteil: 32.466 Euro). Die Erweiterung soll bis Oktober abgeschlossen sein.

Die Erweiterung des Mehrgenerationenparks „parKur“ in Langscheid bekam in dieser Woche grünes Licht von der Leader-Arbeitsgruppe.


Der Impuls für das zweite Projekt kam von Unternehmern aus Balve, die kreisübergreifend Strategien entwickeln möchten, um angesichts des Fachkräftemangels die Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu verbessern. In einem Innovationslabor sollen sich 16 Leute – je zwei Vertreter aus zwei Unternehmen aus den Kommunen Balve, Neuenrade, Arnsberg und Sundern – Gedanken über soziale Innovationen machen und über die Kooperationskultur in- und außerhalb von Unternehmen diskutieren. Für die fünf Treffen für „Gutes Arbeiten am Sorpesee/Company Lab“ bis zum Frühjahr 2021 werden 26.500 (Förderanteil: 17.225) Euro kalkuliert. Beide Projekte müssen noch die formale Hürde bei der Bezirksregierung nehmen – wie noch zehn weitere Projekte.

Andere Projekte haben bereits ihren Förderbescheid erhalten und starten jetzt mit der Realisierung wie beispielsweise „Lichtmacher im Kunstwerk Neheim“ oder die „Schulungsinitiative – Ältere Menschen als Kunden“.

Neu hinzugekommen sind im vergangenen Jahr auch drei Projekte aus dem Handlungsfeld Mobilität – Radwege im Sorpeland, Mountainbike-Trails Sorpeland und Fahrtwind Inklusiv –, die noch auf die offizielle Förderzusage warten. Trotzdem ist der Sektor Mobilität innerhalb der sechs Handlungsfelder immer noch das Schlusslicht. Auch das Feld „PRODUKTIVsein“ habe man ursprünglich höher angesetzt, bilanziert Morgenbrod. „Aber die innovativen Ideen der Bürger haben Vorfahrt. Was den Menschen vor Ort hilft, hat Priorität.“ Und sie sahen den größten Handlungsbedarf nach wie vor in der Sicherung der Daseinsvorsorge und der Willkommenskultur (etwa für Neubürger).

Leader soll nach 2022 weitergehen

Wer jetzt noch weitere Ideen hat, muss sich nicht entmutigen lassen. Auch wenn sich die Leaderperiode 2015-2022 dem Ende neigt, blickt man im Regionalmanagement optimistisch in die Zukunft. „Vom Ministerium gibt es die klare Aussage, Leader soll nach 2022 weitergehen“, sagt Morgenbrod. Und auch die vier heimischen Bürgermeister haben ihr Interesse an einer erneuten Leaderphase signalisiert. Wie sich eine neue Förderperiode im Detail gestalten wird, dahinter stehen noch viele Fragezeichen. Denn der Brexit werde auch hier spürbar sein, die Mittel aus Großbritannien für den EU-Topf werden fehlen, so Morgenbrod, Zusätzliche Gelder abrufen kann die Leaderregion aber auch dank eines neuen Förderinstruments des Bundes. Dieses macht die Förderung von Kleinprojekten bis 20.000 Euro Gesamtkosten möglich. Damit will die Bürgerregion am Sorpesee aber erst im Frühsommer starten. „Es wird dazu noch einen gesonderten Aufruf geben“, verspricht Morgenbrod.

Auch wer keine Chance hat, von den Fördermöglichkeiten über die Leaderregion zu profitieren, darf sich gerne beim Regionalmanagement melden. Denn die Regionalmanager verstehen sich auch als Förderlotse über Leader hinaus, um Kontakte zu anderen Förderprogrammen wie etwa Bundesförderprogramme oder das Heimatförderprogramm des Landes NRW herzustellen.

Weitere Infos zur "Bürgerregion am Sorpesee" gibt es hier. 

Eröffnung "parKur" am Sorpesee

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