"Steinbruch-Erweiterung zerstört wertvolle Arten"

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Remmel (2.v.l.) war jetzt in Westenfeld zu Gast, um sich über die möglichen Folgen der Erweiterung des Steinbruchs in Richtung Sundern zu informieren. Foto: Oliver Heimann

MdL Johannes Remmel vor Ort am Westenfelder Steinbruch

Westenfeld. (oli)

"Eine Erweiterung des Westenfelder Steinbruchs würde den Kalkbuchenwald zwischen Niederröhre und Westenfeld und damit ein wertvolles Biotop für bestimmte Pflanzen- und Tierarten zerstören", so Klaus Korn, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Sunderner Stadtrat. Er macht sich gegen eine mögliche Erweiterung des Westenfelder Steinbruchs in Richtung Sundern stark und hatte hierfür den Landtagsabgeordneten Johannes Remmel zu einem Ortstermin eingeladen.Um ein 23 Hektar großes Landstück will die Westenfelder Steinindustrie das Kalksteinabbaugebiet erweitern und lässt dies aktuell in einem Verfahren durch die Bezirksregierung in Arnsberg auf Umweltverträglichkeit prüfen. In einem Auszug aus dem Biotopkataster der Landesanstalten, den Klaus Korn zum Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Remmel mitgebracht hatte, wird das vorgenannte Gebiet als naturschutzwürdiges Biotop mit einem artenreichen Waldbestand beschrieben.

"Auf Druck der Steinindustrie sind die hoch naturschutzwürdigen Kalkmischwälder zwischen Sundern und Westenfeld nicht im Landschaftsplan berücksichtigt worden. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, dass die artenreichsten Biotope im Stadtgebiet Sundern keinen Schutzstatus bekommen haben", betonte Korn. Allein das Aufheben der Wasserschutzgebiete durch die Stadt Sundern wäre ein weiteres Zugeständnis an die Steinindustrie gewesen.

Bevor ein solcher Eingriff in die Landschaft erfolgt, solle man doch eher über eine Kooperation mit dem Steinbruchbetrieb in Hellefeld nachdenken und den weiteren Abbau in dessen Richtung weiter betreiben "Bei einer Abgrabung bis zum Kalknäppchen würden hier keine schützenswerten Bereiche zerstört", erklärte Korn.

Johannes Remmel versprach, das Anliegen des Sunderner Ratsmitglieds im Landtag zur Sprache zu bringen. "Wir müssen uns hier für den Gebiets- und Flächenschutz einsetzen. Damit betreiben wir auch Artenschutz", betonte Remmel. "Wir sind dabei, das Artengedächtnis von der ,Festplatte der Erde' zu löschen. Zudem würde auch in der Landwirtschaft heute jede Fläche benötigt, so dass es sich hier nicht allein um den Erhalt von für die Umwelt wichtigen Flächen handelt, sondern auch um den Schutz landwirtschaftlicher Nutzflächen", so Johannes Remmel.

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