"Horrido" ertönt im Dorf

Stockumer Schützen feiern am Wochenende ihr Hochfest

Die amtierenden Majestäten Friedrich und Monika Klute fiebern gemeinsam mit ihrem Hofstaat dem Schützenfest in Stockum entgegen.

Stockum. Am richtigen Gruß erkennt man die Jahreszeit: Bei „Helau“ ist Winter und bei „Horrido“ ist der Sommer ausgebrochen. Besonders laut ertönt „Horrido“ am dritten Wochenende im Juli. Dann ist nicht nur Hochsommer, sondern in Stockum wird Schützenfest gefeiert. Es ist die allerschönste Zeit im Jahr: Drei Tage feiern Jung und Alt zusammen. Dazu lädt die Schützenbruderschaft St. Hubertus – St. Johannes Nepomuk ein und heißt vom 15. bis 17. Juli alle Besucher willkommen.

Das Motto der Sauerländer Schützen heißt „Glaube – Sitte – Heimat“. Damit ist schon klar, wie die Stockumer am Samstag, 15. Juli, ihr Hochfest beginnen: Mit dem Festhochamt am Ehrenmal. Nachdem der Opfer der Weltkriege gedacht wurde, ziehen die Horridux-Schützen den Schützenvogel auf die Vogelstange. In der Hubertushalle werden anschließend auch in diesem Jahr wieder viele Jubilare für ihre langjährige Vereinstreue geehrt. Die Stockumer Musikanten spielen danach richtig auf und lassen es in der Halle krachen. Auch der Zapfhahn kräht dann besonders laut nach den Gästen. So fällt das Tanzen und Feiern leichter und endet erst im Morgengrauen. 

Für Adjutant Marcel Tolle und den Musikverein Stockum gibt es nur eine ganz kurze Pause. Sie wecken am Sonntag, 16. Juli, alle anderen Dorfbewohner mit der Reveille-Fahrt. Egal, ob es regnet oder heiß ist, den Festzug darf man sich schließlich nicht entgehen lassen. Am Höhepunkt ihrer Regentschaft zeigt sich das amtierende Königspaar, Friedrich und Monika Klute, mit ihrem großen Hofstaat fröhlich und strahlend den Festgästen. Die flotte Marschmusik kommt von den Musikvereinen aus Endorf und Allendorf, vom Jugendblasorchester Stockum und dem Tambourkorps Sundern. Der Königs- und der Kindertanz folgen kurz nach der Rückkehr in die Halle. Am Abend können das Königspaar und der Hofstaat nochmals zeigen, was in ihnen steckt. Aber auch die Endorfer Musiker lassen den Funken auf die Festgäste überspringen. 

Vogelschießen am Montagmorgen 

Am Montag, 17. Juli, thront der stolze Aar zunächst noch im Kasten auf der Vogelstange. Das freche Grinsen wird ihm aber schnell vergehen, wenn die Schützen auf Adlerjagd gehen. Nach dem ersten Zielwasser taxieren sie ihn über Kimme und Korn. Wer wird Nachfolger von König Friedrich? Versuchen kann es jeder Mann, der mindestens 19 Jahre alt und seit drei Jahren Stockumer Schützenbruder ist. Aber nicht nur der letzte Schütze wird belohnt: Wer bei seinen Versuchen Krone, Zepter, Apfel oder Brezel abschießt, erhält Gutscheine für jeweils 30 Gläser frisches Veltins. Einzulösen sind sie natürlich beim zünftigen Frühschoppen, auf dem das neue Königspaar erstmals richtig im Mittelpunkt stehen wird. 

Damit auch die neuen Regenten eine schöne Schützenhalle vorfinden, wird die Hubertushalle gegen 14 Uhr geschlossen, um aufräumen zu können. Geöffnet bleiben ein Rondell vor der Halle und der Speisesaal, in dem das Team von Friedhelm Lübke an allen drei Tagen für das leibliche Wohl der Festbesucher sorgen wird. 

Um 16.30 Uhr startet der Festzug mit den Musikvereinen aus Endorf und Allendorf. Bis dahin bleiben dem neuen Königspaar nur wenige Stunden zur Vorbereitung. Aber sie schaffen das und werden sich prächtig präsentieren. Zusammen mit ihrem Hofstaat jubeln sie dem Schützenvolk zu. Die Stimmung steigt noch einmal bis zum Siedepunkt, ehe die Musiker tief in der Nacht zum Walzer auf dem Kanaldeckel aufspielen. 

Vier Tage Schützenfest sind für die Horridux-Schützen nicht genug. Sie beginnen schon am Freitagabend, 14. Juli, und legen am Dienstag, 18. Juli, mit ihrem eigenen Vogelschießen nach. Die Jungschützen geben bis zum Schluss nochmals richtig Gas, während die Vorstandsmitglieder schon mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare