Planungen gehen weiter

Strukturausschuss Sundern berät über Ko-Dorf am Sorpesee

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Über die Entstehung eines Ko-Dorfes mit vielen kleinen Häusern in Amecke sprach der Sunderner Strukturausschuss am Donnerstag.

Sundern. Soviel ist sicher: Die Diskussionen über das so genannte Ko-Dorf am Sorpesee in Sundern sind noch längst nicht zu Ende. Sehr ausführlich diskutierten am Donnerstagabend die Lokalpolitiker aus dem Strukturausschuss über die Möglichkeiten, Perspektiven und Alternativen für das zur Vermarktung stehende Stück Land, auf dem das Ko-Dorf entstehen könnte. Nach einem Lob des Ausschussvorsitzenden Markus Allefeld über die Diskussionskultur im Ausschuss entschied dieser einstimmig, weiter an einer einvernehmlichen Planung zu arbeiten.

Der Idee nach könnte das zur Diskussion stehende Ko-Dorf auf einem Grundstück der Stadt Sundern in Amecke, direkt am Sorpesee entstehen. Dabei wäre die Errichtung von vielen kleinen Häusern mit einer Größe zwischen 25 und 75 Quadratmetern denkbar. Diese Häuser sind aber nicht vordringlich zum Wohnen gedacht, sie sollen vielmehr übergangsweise von kreativen Menschen genutzt werden, die damit auch die Wirtschaft in ganz Sundern bereichern können. Ideengeber für die Diskussionen zum Ko-Dorf ist Frederik Fischer (der SauerlandKurier berichtete). 

Für die CDU-Vertreter im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Infrastruktur ist klar, dass auf der Fläche etwas entwickelt werden soll. Das Ko-Dorf könnte dabei eine Idee unter mehreren sein. Die im Antrag der SPD geäußerten Bedenken teile man nicht und sehe eher die Chancen, über eine Flächenentwicklung Leben nach Amecke zu bringen. Für die SPD stellte Jürgen ter Braak klar, dass sie nur gegen den Nutzungsplan in der jetzigen Diskussion sei. Auch seine Partei wolle mit dem Ziel der Schaffung von Arbeitsplätzen und einer weiteren Ausrichtung auf die Zukunft diskutieren und planen. Fachbereichsleiter Lars Ohlig verdeutlichte im Ausschuss noch einmal, um was es geht. 

Unbestritten sei dabei, dass sich die Stadt um eine angebrachte Nutzung der Fläche kümmern wolle. So sei das fragliche Gebiet im Regionalplan zur Nutzung im Rahmen von Freizeit und Erholung ausgewiesen. Auch, so Ohilig, bestehe dort kein Bedarf für eine Wohnbebauung. „Es wäre unsinnig, dort nur ein schlichtes Wohngebiet auszuweisen“, so der Stadtangestellte im Ausschuss. Ganz konkret seien ja schon die Begriffe wie Co-Working und Co-Living für die Fläche am Sorpesee angesprochen worden. Ein Gespräch mit dem Ideengeber Frederik Fischer, der ansonsten auch als Investor der Ko-Dörfer bezeichnet wird, habe bereits stattgefunden. Ergebnis sei, dass Fischer der Entwicklung in den Ko-Dörfern offen gegenüber stehe. So gebe es bereits Beispiele, in den eine genossenschaftlich organisierte Wohnen möglich ist. Man müsse sich aber die Frage stellen, was aus dem Ko-Dorf in 20 Jahren werde. Auf keinen Fall wolle man seitens der Stadt einer schleichenden Wohnbebauung Vorschub leisten. Das Ko-Dorf als Treffpunkt zur Ansiedlung einer Kreativ-Szene in Sundern zu nutzen, sei eine Möglichkeit, von der auch die Schulen profitieren könnten. Zudem sei es auch ein Zweck der Regionale neue Ideen zu fördern.

SPD für zügige Vermarktung 

In der folgenden Diskussion im Ausschuss bekräftigte Michael Stechele von der SPD, dass er es für eine gute Idee halte, auf dem Gebiet zunächst ein Ko-Dorf zu errichten. Von der Verwaltung wünsche er sich mit Blick auf die Diskussion aber, schneller informiert und bei den Gedanken mitgenommen zu werden. Eine zügige Vermarktung der Fläche sei zudem sinnvoll, um den Schuldenabbau der Stadt voranzutreiben. Man sollte bedenken, dass in vielen Sunderner Dörfern Handlungsbedarf bestehe, um die Orte attraktiver zu machen. Die Ausrichtung müsse der Schaffung innovativer Arbeitsplätze gelten. 

Warum denn die dreieinhalb Hektar Sahnestückchen noch immer im Besitz der Stadt Sundern sind, wollte Antonius Becker von den Grünen wissen. Aus guten Grund, gab er selber die Antwort. Die Stadt sollte die Entwicklung der Fläche möglichst in eigener Regie vorantreiben, auch ein Projekt zur Ferienhaussiedlung sei machbar. Mit den Investitionsplänen anderer habe Sundern schon schlechte Erfahrungen gemacht, erinnerte Becker.

Bebauungsplan sei nur der Anfang 

Ratsmitglied Tim Hoffmann schlug vor, dass man Frederik Fischer noch mal einladen solle, der Co-Working-Gedankte klinge interessant. Im Gegensatz zu einer rein touristischen Nutzung, würde das zu einer ganzjährigen Nutzung am Sorpesee führen und könne die heimische Wirtschaft einbeziehen. „Eine Entscheidung legt die Nutzung über Jahre fest, das sollten wir uns dann gut überlegen“, riet Lars Ohlig. Die Entscheidung des Ausschusses, einen Bebauungsplan aufzustellen, könne nur der Startschuss für weitere Planungen sein. 

Ansonsten informierte sich der Ausschuss auch über den geplanten Neubau eines Seniorenheims in Amecke. Der Ausschuss stimmte mehrheitliche für eine Bürgerversammlung, um alle Anwohner in die Planungen einzubeziehen. Das Projekt habe eine erhebliche Bedeutung für den Ortsteil, deshalb sei die Maßnahme angemessen, so der Ausschuss. Ebenso informierte sich der Ausschuss über die Diskussionen zur Stadtgalerie in Sundern. Der Fachausschuss für Arbeiten und Leben in Sundern hatte dazu schon beraten. Geplant ist, die jetzige Stadtgalerie für maximal zwei weitere Jahr zu nutzen und sich in der Zeit um eine dauerhafte Bleibe zu bemühen. 

Zur Änderung des Erschließungsplans „Karweg“ in Stockum wurde eine Offenlegung einstimmig beschlossen. Dort soll ein Hochregallager entstehen. Mehrheitlich befand der Ausschuss zudem über die Änderung des Flächennutzungsplans am Gelände des Nettomarktes in Hachen. Dort soll es künftig eine Erweiterung auf 1.100 Quadratmeter Fläche geben. Jürgen ter Braak äußerte dazu seine Bedenken, dass der vorhandene Lebensmittelmarkt in Langscheid Schaden nehmen könnte. Er könne nicht zustimmen.

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