Konzepte für die Innenstadt

Studentin stellt Ideen für "Röhrpark" und alten Bahnhof in Sundern vor

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So könnte ein möglicher "Röhrpark" in der Sunderner Innenstadt nach den Plänen von Sonja Molz aussehen.

Sundern. Kommt er oder kommt er nicht? Ein möglicher „Röhrpark“ in der Sunderner Innenstadt ist mittlerweile seit Jahren in der Diskussion, es gibt sowohl Fürsprecher als auch Gegner dieses Projektes. Um zu veranschaulichen, wie ein solcher Park am Fluss im Stadtzentrum aussehen könnte, hat die Studentin Sonja Molz erste Visualisierungen angefertigt.

„Wir sehen im Moment nur die aktuelle Situation mit den vorhandenen Parkplätzen, aber bislang nicht, wie es in Zukunft aussehen könnte“, erklärte Stadtplaner Lars Ohlig, ergänzte aber im gleichen Atemzug: „Das ist aber lediglich ein Konzept, eine Idee – und nicht mehr.“ Für die Stadtverwaltung stellt ein Park, der die Aufenthaltsqualität im Zentrum verbessert, die Möglichkeit dar, Touristen in die Innenstadt zu locken. „Wir haben genügend Besucher in Sundern, aber die sind alle am Sorpesee“, schilderte Bürgermeister Ralph Brodel. 

Weil die Röhr zeitgleich renaturiert und somit auch etwas für dem Hochwasserschutz getan werden könnte, besteht die Möglichkeit, den Großteil der Kosten für das Projekt mit Fördermitteln zu decken. Dazu dürfe man laut Brodel aber nicht mehr allzu lange mit den Maßnahmen warten, da es ansonsten irgendwann keine Förderung mehr gebe. Um die Richtlinien der Bezirksregierung zu erfüllen, müsse die Renaturierung auch zwingend in der Innenstadt geschehen – und nicht, wie von den Röhrpark-Gegnern gefordert, vor den Toren der Stadt. 

Bürgerbeteiligung am 1. Februar

Deren Hauptargument ist der mit dem Bau verbundene Wegfall der kostenlosen Parkplätze entlang des Flusses. Lars Ohlig spricht in diesem Zusammenhang allerdings von einer „Verlagerung“ von etwa 100 Stellplätzen, für die es verschiedene Ideen gebe – etwa den Bau einer Parkpalette oder die Verlegung hinter das Bremkes Center. All diese Themen sollen im Rahmen der umfangreichen Bürgerbeteiligung zur Innenstadtentwicklung besprochen werden. Zum Auftakt am Donnerstag, 1. Februar, um 19 Uhr in der Stadtgalerie lädt der Bürgermeister Einwohner aller Sunderner Ortsteile ein. Ihm sei es wichtig, „dass sich möglichst viele Bürger in den Prozess einbringen.“ 

Neben der Visualisierung eines möglichen Röhrparks stellte Sonja Molz ebenfalls die Ergebnisse ihrer Bachelorarbeit vor. Darin hat sich die Studentin mit dem Radtourismus in Sundern und speziell dem alten Bahnhofsgelände beschäftigt. Ziel war die Schaffung eines Aufenthaltsbereiches und einer Verbindung in die Innenstadt. Um das brach liegende Areal aufzuwerten, hat sie die „Drehscheibe“ entworfen, ein rundes Gewässer mit einer Y-förmigen Brücke, das von Grünflächen und einem Spielplatz umgeben ist. Das Bahnhofsgebäude bleibt erhalten und beherbergt einen Kiosk sowie ein Restaurant/Café. Auf den alten Gleisanlagen stehen Bahnwaggons, die als Gastronomieflächen oder Aufenthaltsmöglichkeit im Winter dienen können. 

Bei diesem Entwurf handelt es sich aber – wie bei der Visualisierung des Röhrparks – nur um ein Konzept und nicht um einen Plan, der auch so umgesetzt werden soll. Das letzte Wort hat in diesem Fall sowieso die RLG: „Kommt es in den nächsten Jahren zur Reaktivierung der Röhrtalbahn, kann der Bahnhof nur dafür genutzt werden“, erläuterte Ralph Brodel. Kommt diese nicht, lohnt es sich für die Verwaltung, das Konzept von Sonja Molz noch einmal aus der Schublade zu holen.

Sonja Molz, Stadtplaner Lars Ohlig und Bürgermeister Ralph Brodel (v. l.) stellten die Ideen für „Drehscheibe“ und „Röhrpark“ vor.

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